Biogasanlage bald fertig

Hier sieben große Behälter, dazwischen eine geräumige Halle, drei weitere riesige Betonrundlinge folgen: Im Gewerbegebiet bei Türkheim zeichnen sich die Dimensionen der bald betriebsbereiten Biogasanlage ab.

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Zehn große Sammelbehälter wurden aufgestellt.

Unübersehbar ist die große Anlage, unüberhörbar der rege Betrieb der Handwerker auf der Großbaustelle: Die Biogasanlage im interkommunalen Gewerbepark Schwäbische Alb wird mit Hochdruck fertiggestellt. Im November 2010 war Spatenstich. Witterungsbedingt, wegen des langen Winters Anfang 2011, aber auch wegen Lieferengpässen, ließ sich die anvisierte Inbetriebnahme auf Ende vergangenen Jahres nicht halten. Spätestens Ende Mai soll es soweit sei; die offizielle Einweihung sei erst im Juli, sagt Christoph von Jan, Geschäftsführer von Schraden- Biogas. Zusammen mit der Baywa AG realisiert dieses bei Dresden ansässige Biogasunternehmen das zwölf Millionen Euro-Projekt bei Türkheim, bei dem Lebensmittelreste vergärt werden, um Strom zu gewinnen. Rund 15 Arbeitsplätze entstehen damit. Auch sechseinhalb Jahre nach Abschluss der Erschließung ist das die bisher einzige Ansiedlung im Gewerbepark.

Vorlagebehälter, Misch- und Hydrolysebehälter, drei Faulbehälter, Gaslager, Endlager, Fugalbehälter und drei weitere Gärrestlager - die großen Komponenten der Anlage sind dem Energiegewinnungsprozess geschuldet, der hier vonstattengehen soll. Bis zu 40 000 Tonnen Lebensmittelreste sollen pro Jahr verarbeitet werden. Die Bioabfälle werden in der großen Halle angeliefert. Eine Schleuse und Luftfilter verhindern, dass Gestank nach außen dringt. Das Anlieferungsgut wird für den Gärprozess vorbereitet: So werden zum Beispiel Plastikverpackungen entfernt. "Jeder Abfall ist anders. Doch je besser die Qualität dessen, was vorne reinkommt, umso besser ist das, was hinten rauskommt", weiß von Jan.

Beim Gärvorgang entsteht Methangas. Das erzeugt in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom (1600 KW Leistung; genug für 2400 Haushalte). Über eine Trafostation wird der Strom ins Netz eingespeist, die bisherigen Vergütungen für regenerative Energie sind garantiert. Die Wärme wird zunächst da- zu verwendet, die - wie von Jan versichert - geruchsneutralen Gärreste zu trocknen. Dieses Fugat ist homogenisiert und sterilisiert. Es wird in der Landwirtschaft als Stickstoffdünger verwendet. Abnehmer sind bereits gefunden. Schraden-Biogas erzielt dafür geringe Erlöse.

Der Bau der Biogasanlage bei Türkheim ist aufwendig, erläutert von Jan. Denn sein Unternehmen arbeite quasi mit doppeltem Boden: Die Behälter sind doppelwandig, sie stehen zur Sicherheit in Wannen, es sind Flutschutztore eingebaut, damit in dem (bei anderen Schraden-Biogas-Anlagen noch nie eingetretenen) Fall eines Falls nichts ins Karstgestein dringt.

Aus einem Umkreis von 150 Kilometern, so schätzt von Jan, werden die Lebensmittelreste hertransportiert werden. Die Anlieferer müssen für die Verwertung bezahlen. Es handelt sich dabei zum Abfallprodukte aus der Lebensmittelherstellung, der Konservenindustrie und von Fertiggericht-Herstellern, um Abfälle aus Hotellerie und Gastronomie, aus Großküchen, Kantinen, Altersheimen und Kliniken. Teilweise kommen Abfälle aus Schlachthäusern und aus Fettabscheidern der Metzgereien. Verdorbene Lebensmittel aus dem Einzelhandel oder Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, machen allenfalls einen kleinen Teil aus, weiß von Jan.

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