Besonnen, bescheiden, beliebt

Zig Jahre an der Spitze der Bauinnung, im Gemeinderat, beim TVA. Dafür erhielt Bauunternehmer Eberhard Rapp (66) das Bundesverdienstkreuz. Sehr beliebt ist er wegen seiner menschlichen Qualitäten.

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Freudiger Anlass: Oberbürgermeister Wolfgang Amann (links) zeichnete Eberhard Rapp mit dem Bundesverdienstkreuz aus und dankte Rapps Frau Inge. Foto: son

Der Ort spricht Bände: In einer Werkstatt des Ausbildungszentrums Bau in den Geislinger Neuwiesen versammelten sich am Samstag 160 Festgäste, als Eberhard Rapp das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Die Familie und viele Weggefährten, Kommunalpolitiker und Abgeordnete, Vertreter des TV Altenstadt, des Rotary Clubs und anderer Vereine, und eben zahlreiche Repräsentanten der Bauwirtschaft zeigten mit ihrem Kommen ihre Wertschätzung für Rapp.

Der Bauunternehmer, der mit 28 Jahren die elterliche Firma übernahm, war ab 1975 stellvertretender Innungsobermeister und ist seit 1993 Obermeister der Bauinnung Göppingen. In zahlreichen weiteren Gremien engagierte er sich auf Landes- und Bundesebene, insbesondere setzte er sich für eine gute Ausbildung des Bauhandwerknachwuchses ein und für den Aufbau des überregionalen Ausbildungszentrums in den Neuwiesen. Seit 1975 gehört das CDU-Mitglied Rapp dem Geislinger Gemeinderat an; mit hohen Stimmenzahlen wurde er jeweils wiedergewählt. Beim TVA, dessen Ehrenmitglied er ist, übernahm Rapp schon als 18-Jähriger einen Vorstandsposten - und das blieb so über Jahrzehnte hinweg bis 2007.

Dieter Meyer-Keller, Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, zeigte sich stolz, "dass wir solche Leute, die so lange und vorbildlich für die Bauwirtschaft, die Bauberufe und die Ausbildung aktiv sind, in unseren Reihen haben".

Oberbürgermeister Wolfgang Amann verlas die vom ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff unterzeichnete Urkunde und heftete unter dem starken Applaus der Gäste Rapp die Auszeichnung ans Revers. Zuvor würdigte der OB neben den Verdiensten in Ehrenämtern Rapps hohes Pflichtbewusstsein, seine Gewissenhaftigkeit und seine ruhige und bescheidene Art.

Holger Scheible, CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, meinte süffisant, dass die Entscheidung Wulffs, Rapp das Bundesverdienstkreuz zu verleihen, sicherlich von niemand kritisiert werden wird. Scheible, ebenfalls seit 1975 im Gemeinderat, charakterisierte seinen langjährigen Weggefährten und Freund Eberhard Rapp als heimatverbundenen Volksvertreter, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, als bekennenden Altenstädter und "verlässlichen Geislinger". Rapp stehe oft unauffällig im Hintergrund, sei aber ein effektiver Macher, "die Zuverlässigkeit in Person" und immer loyal. Oft unterstützt Rapp Vereine. "Seine Hilfsbereitschaft ist sprichwörtlich", bescheinigte Scheible.

Das sieht Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid ebenso: "Tue Gutes und rede nicht darüber", das sei offenbar Rapps Devise, und das in einer Zeit, in der Vermarktung und Selbstdarstellung oft wichtiger erschienen als das Geleistete. Auch Schmid attestierte Rapp große Verlässlichkeit: "Sein Wort gilt. Das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich."

Der Erste Vorsitzende des TVA, Karl Rudorf, bekannte, ein "Ziehkind" von Eberhard Rapp zu sein. Dieser stelle sein Licht nur zu gern unter den Scheffel und handle stets nach der Kennedys Devise: Frage nicht, was dein Staat für dich tun kann, sondern was du für den Staat tun kannst.

Rapp zeigte sich "überwältigt". The Chor Company unter Jürgen Rothfuß begeisterte zwischendurch mit schmissigen Medleys. Mit einer sehenswerten Choreografie glänzten die Sportakrobaten des TVA. Ein Imbiss schloss sich an.

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