Ausflug ins 13. Jahrhundert

Die dritte Burgenexkursion im Rahmen der Veranstaltungen zum 75-jährigen Jubiläums des Landkreises Göppingen führte zur Hiltenburg. Mit dabei waren 50 hoch motivierte Teilnehmer.

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Revierleiter Rolf Kanaske und Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher hatten auf der dritten zum 75-jährigen Jubiläum des Landeskreises stattfindenden Burgexkursion gut 50 motivierte Teilnehmer dabei.

Der Aufstieg auf den Schlossberg führte durch das romantische Tälchen der Ditz. Rolf Kanaske wies auf absterbende Erlen hin, die von einem aggressiven Pilz befallen sind, der leider noch nicht bekämpft werden kann. Erfreulicher war hingegen die Vielfalt der Blumen am Wegrand. Pestwurz und Einbeere, im Mittelalter als Heilmittel zur Bekämpfung der Pest verwendet, finden auch heute noch in der Naturheilkunde Verwendung.

Querfeldein erreichte die Gruppe die Quelle der Ditz und schließlich, wieder auf dem regulären Weg, das Gipfelplateau des Schlossbergs mit der eindrucksvollen Ruine der Hiltenburg. Da half die Bewirtung durch den Förderverein Burgruine Hiltenburg, die Lebensgeister nach dem anstrengenden Aufstieg wieder zu wecken. Zusammen mit Julia Häussler und Michael Weidenbacher führte Dr. Rademacher die Gruppe durch das in den letzten Jahren fachkundig restaurierte Burgareal. Die Burg war ab Ende des 14. Jahrhunderts die Hauptresidenz der Grafen von Helfenstein.

Ein gewaltiger Graben trennte das Plateau in eine Hauptburg mit dem herrschaftlichen Wohnbereich und in eine Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Mehrere Kellergewölbe zeugen von Gebäuden, die nach der Zerstörung der Burg im Jahr 1516 abgebrochen wurden. Die Werksteine verwendete man bis in das 18. Jahrhundert beim Bau von Kirchen und Wohngebäuden im "Goißatäle". Kaum bekannt und deshalb für die Exkursionsteilnehmer auch überraschend war die Besichtigung des Zwingers und einer zugehörigen Vorbastion nordöstlich der Hauptburg.

Winfried Poldrack, Experimentalarchäologe und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kreisarchäologie Göppingen, beeindruckte Kinder wie Erwachsene, indem er ein Feuer und anschließend einen Kienspan mithilfe von Feuersteinen, Zunder und Stroh entzündete. Die historische Gruppe "Helfensteiner" informierte über die Waffenausstattung und die Kleidung im 13. Jahrhundert, also die Zeit der urkundlichen Erstnennung der Hiltenburg.

Michael Weidenbacher wusste jedoch zu berichten, dass nach Aussage der archäologischen Funde bereits seit dem 4. Jahrhundert auf dem Schlossberg ein früher Adelssitz bestand. Bei Kaiserwetter fanden viele Besucher abschließend auch noch den Weg zur Albvereinshütte und ließen den Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.

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