Aufhauser sind Schaffer

"Bei uns im Dorf bewegt sich was", sagen die Familien Schmohl und Tilger/Maier. Sie schwärmen von der Gemeinschaft in Aufhausen.

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  • Die Renovierung des Feuerwehrmagazins vor zehn Jahren war die Initialzündung für das ehrenamtliche Engagement, das Aufhausen auszeichnet – davon ist Reiner Schmohl (hinten rechts neben seiner Frau Anne) überzeugt. Die Kinder Magdalena (vorne links) und Linus werden schon ans Feuerwehr-Vereinsleben herangeführt. Ihre Eltern Anke Tilger und Papa Dennis Maier freuen sich darüber. 1/4
    Die Renovierung des Feuerwehrmagazins vor zehn Jahren war die Initialzündung für das ehrenamtliche Engagement, das Aufhausen auszeichnet – davon ist Reiner Schmohl (hinten rechts neben seiner Frau Anne) überzeugt. Die Kinder Magdalena (vorne links) und Linus werden schon ans Feuerwehr-Vereinsleben herangeführt. Ihre Eltern Anke Tilger und Papa Dennis Maier freuen sich darüber. Foto: 
  • In Aufhausen können Kinder noch auf dr’Gass`spielen und radeln. 2/4
    In Aufhausen können Kinder noch auf dr’Gass`spielen und radeln. Foto: 
  • Für Kinder sei Aufhausen ein Paradies, sind beide Elternpaare überzeugt. Hier spielen Magdalena und ihr Bruder Linus mit Hingabe im Stroh. 3/4
    Für Kinder sei Aufhausen ein Paradies, sind beide Elternpaare überzeugt. Hier spielen Magdalena und ihr Bruder Linus mit Hingabe im Stroh. Foto: 
  • Aufhausen wirkt an vielen Stellen noch ganz ländlich. 4/4
    Aufhausen wirkt an vielen Stellen noch ganz ländlich. Foto: 
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Hamburg. Frankfurt. Wiesbaden. Dennis Maier und seine Frau Anke Tilger haben Großstadtleben erlebt und genossen. Aber als die Kinder kamen, war den beiden klar: Die Kleinen sollen auf dem Land aufwachsen. Land – das ist für das Ehepaar Aufhausen. Dort sind die beiden Mittdreißiger selbst aufgewachsen, dort leben beide Großeltern ihrer Kinder. „Ich weiß noch heute, wie ich als Kind Fange und Verstecke im Heustadel bei einem Freund gespielt habe“, erinnert sich Dennis Maier und sagt: „Als Linus neulich dreckverschmiert und voller Stroh von seinem Freund nach Hause kam, wusste ich, wir haben uns richtig entschieden.“

Auch für Reiner und Anne Schmohl ist es keine Frage, dass es ihnen in Aufhausen am besten gefällt. Obwohl er doch soeben noch erzählt hat, dass man zum Bäcker bis Türkheim fahren muss oder dass der Alltag ohne ein zweites Auto nicht funktioniert. Täglich pendelt Reiner Schmohl geschäftlich nach Reutlingen, seine Frau nach Kirchheim, Tochter Jasmin nach Geislingen in die Schule. Die beiden älteren Töchter Jana und Vanessa studieren – und wohnen – inzwischen in Ulm. Arbeitsplätze gibt es so gut wie keine direkt im Ort.

Trotzdem kommt das Ehepaar ins Schwärmen, als es „sein“ Dorf beschreiben soll. Dabei stammt Anne Schmohl aus Nellingen. „Diese Paarkombination ist der Klassiker hier“, sagt Reiner Schmohl grinsend, der in Aufhausen nicht nur aufgewachsen, sondern sogar geboren ist. Als erstes fällt ihm die „wunderschöne Landschaft“ ein, in der er täglich mit seinem Hund unterwegs ist. „In wenigen Minuten steh’ ich am Albtrauf und hab’ eine herrliche Sicht aufs Obere Filstal“, sagt er.

Schnell kommt das Gespräch auf die Freiwillige Feuerwehr in Aufhausen, in der der 51-Jährige verwurzelt ist und in der er auch viele Jahre – wie sein Vater vor ihm – Löschzugführer war. Schmohl erzählt von der Vollrenovierung des Feuerwehrmagazins vor zehn Jahren. Davon, dass der ehrenamtliche Arbeitseinsatz die Aufhausener Mitglieder zusammengeschweißt habe. „Ich glaube, das war damals eine Initialzündung für das bürgerschaftliche Engagement im Dorf. Da wurde allen deutlich, gemeinsam können wir was erreichen“, sagt er.

„Ja, und dann bekamen wir unsern Lutz“, wirft Schmohls Frau ein. Alle nicken, sind sich einig. Sie meinen ihren Ortsvorsteher Ludwig Kraus. Reiner Schmohl bezeichnet ihn als „Trainerpersönlichkeit“ und „Motivator“. Er habe all die aktiven Keimzellen im Dorf miteinander vernetzt und erweitert – durch die Dorfverschönerungsgruppe, die sich zum Beispiel für die Engelplatz-Sanierung engagiert,  die Wandergruppe, die Initiative für einen Dorfladen. „Immer wieder organisiert Lutz Bürgerversammlungen, und tatsächlich sind sie jedes Mal gut besucht“, berichtet Anne Schmohl, und Anke Tilger sagt: „Die Aufhausener sind Schaffer. Er lenkt das in die richtigen Bahnen.“

Deutlich geworden sei das beim gemeinsamen Kampf ums Pflegeheim im Dorf. Oder auch bei den unterschiedlichsten Kooperationen. In diesem Zusammenhang fällt den beiden Frauen die gute Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und dem Kindergarten ein oder das „Bienenprojekt“ zwischen Kindergarten und dem Obst- und Gartenbauverein, an dem Linus (5) und Magdalena (3), die Kinder von Anke Tilger und Dennis Maier, so viel Spaß haben.  Weil Anne Schmohl sich wöchentlich beim Aerobic des Sportvereins verausgabt und dort mitbekommt, dass die Kinder-Akrobatikgruppe zu wenig Platz hat, freut sie sich auch über die Dorf-Initiative für eine neue Sporthalle: „Da sind wir froh, dass OB Dehmer uns unterstützt.“ Das tue der Oberbürgermeister auch beim Projekt „Infra“, für das Reiner Schmohl den  „Verein für Infrastruktur und Bildung“ gegründet hat. Dessen Ziel „Breitband für Aufhausen“ gehört ebenfalls zu all den Dingen, die momentan in der Mache sind.

Serie „So lebt sich’s hier“

Porträts: Sechs Stadtbezirke gehören zu Geislingen: Aufhausen, Eybach und Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler. Wie lebt es sich dort als Familie? Wie kommen die Kinder in die Schule, die Eltern zur Arbeit, und wie sieht die Freizeitgestaltung aus? In der GZ-Sommerserie erzählen Familien vom Leben in ihrem Stadtbezirk.

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