Auf Rundfahrt zu den marodesten Straßen

Diese Busrundfahrt stand unter negativen Vorzeichen: Tiefbauchef Ulrich Weingart führte Geislinger Stadträte die marodesten Ortsstraßen vor Augen.

|

"Katastrophal", "verheerend", "völlig verformt und verdrückt", "kein Unterbau, keine Entwässerung", "diese Straße muss von Grund auf neu aufgebaut werden." Diese Vokabeln und Aussagen aus dem Mund von Reiseleiter Ulrich Weingart wiederholten sich an diesem Spätnachmittag an jedem Besichtigungspunkt. Elf Stationen steuerte der Bus an, in dem Stadträte und Vertreter der Stadtverwaltung saßen. Sinn und Zweck der mehrstündigen Lehrfahrt durch die Geislinger Kernstadt (Karl-Benz-Straße, Robert-Bosch-Straße, Saarstraße, Stockstraße, Witzlebenstraße, Auchtweide, Öchslinstraße, Seestraße) und in die Stadtbezirke Stötten (Winterreutestraße), Aufhausen (Ringstraße, Lauchstraße, Bühlstraße) und Türkheim (Schulgasse) war es, den Stadträten aus erster Hand einen Eindruck über die marodesten Straßen zu vermitteln. "Das ist nur eine kleine Auswahl", betonte Weingart.

Fast allen Straßen ist das gemeinsam: Sie sind geflickt und wieder geflickt, die tiefen Verdrückungen werden bei Regenwetter zu lästigen Pfützen, hier klaffen Schlaglöcher, dort zeigt sich Elefantenhaut (eine poröse, zerbröselnde Decke).

"Seit 15 Jahren versprochen, seitdem beantragen wir die Sanierung der Winterreutestraße Jahr für Jahr", versuchte zum Beispiel in Stötten Ortsvorsteher Hermann Eberhardt den Stadträten ins Gewissen zu reden. Die befanden die vorgeführten Straßen in der Kernstadt zumeist als noch übler - und stärker befahren. Doch Geld zur Sanierung ist ohnehin nicht vorhanden. Die kurze Laufenstraße, die heuer hergerichtet werden sollte, hat der Gemeinderat jüngst aus Kostengründen schon wieder gestrichen.

Weingart erinnerte leicht resignativ an seine Prioritätenliste der schlimmsten Straßen aus dem Jahr 2008. Sie umfasste in vier Kategorien 31 Straßen in der Kernstadt und in den Stadtbezirken. Davon ist seitdem nur die Werastraße saniert worden. Heute, vier Winter später, könnte der Tiefbauchef diese Liste ohne Mühe verlängern. Doch schon damals summierten sich die Straßenbauarbeiten auf über 13 Millionen Euro. Bei einigen Abschnitten könnte die Stadt wegen des erstmaligen ortsplanmäßigen Ausbaus immerhin noch Anliegergebühren erheben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Weihnachtsstimmung steckt die Geislinger an

Seit Freitag lockt der Geislinger Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk, Musik und Leckereien. Besucher schätzen die festliche Atmosphäre in der Stadt. weiter lesen