Auch Waldhausen bekommt das schnelle Netz

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Genau an dieser Stelle in der Dorfmitte, so zeigt Waldhausens Ortsvorsteher Reiner Strehle, soll das Multifunktionsgehäuse für die Breitbandkabelverknüpfung entstehen.  Foto: 

Wenn es um die schnelle Internet-Versorgung von Waldhausen geht, dann wird Ortsvorsteher Reiner Strehle spürbar ungeduldig. Er möchte, dass seine Bürger ebenfalls rasch mit der entsprechenden Technologie versorgt werden, damit Bits und Bytes in zeitgemäßem Tempo auf die Alb hinaufflutschen. Denn immer noch ist Deutschland, was die Breitbandverkabelung angeht, Entwicklungsland. Zu viele „weiße Flecken“ gibt’s außerhalb der Großstände, auf denen die Internet-Nutzung so gar keinen Spaß machen will, weil die Verbindungen mangels notwendiger Infrastruktur einfach zu langsam sind.

Doch die Waldhausener haben Glück. Ebenso wie die Leidensgenossen im Stadtbezirk Aufhausen sind sie ins Förderprogramm des Landes gerutscht, was bedeutet, dass 40 Prozent für die Voraussetzungen eines Hochgeschwindigkeitsnetzes an Zuschuss bekommen. Was noch in diesem Jahr geschehen soll, das erläuterte gestern Abend der Geislinger Tiefbauamtschef Ulrich Weingart bei einer öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates in Waldhausen.

Zunächst heißt es einmal, mit einem Glasfaserkabel an einen sogenannten „Backbone“, eine schnelle Hauptleitung, anzuschließen. Diese Leitung wurde mit dem Anschluss des Windparks Lauterstein verlegt, das Kabel nach Waldhausen dockt an den Backbone im Berlinger Weg der Netcom Baden-Württemberg an. Die Netcom BW  ist ein Tochterunternehmen der ENBW mit Sitz in Ellwangen.

Per Glasfaser geht es dann hinein in die Dorfmitte von Waldhausen, wo laut Weingart an der Kreuzung Linden- / Gussenstadter Straße ein Multifunktionsgehäuse gebaut wird. „Von dort aus fahren zwei Kabelzweige bis zur Einmündung Baugebiet Rosshülbe und zum Ortseingang, Baugebiet Bahnhöfle“, erklärt der Tiefbauer weiter. In die Leerrohre, die dabei verlegt werden,  kommen später zunächst Kupferkabel, die dann zu den einzelnen Häusern führen. „Das sind die herkömmlichen Kupferstrukturen, macht aber nichts aus, weil durch die kurzen Entfernungen die Dämpfungen beim Datenverkehr gering sind“, weiß Weingart. Er spricht dabei von künftigen 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download, also beim Herabladen von Daten aus dem Internet, und von 6 MBit/s im Upload, also dem Verschicken von Datenpaketen. Zum Vergleich: Im Stadtgebiet von Geislingen gibt es Straßenzüge (zum Beispiel der Eschenweg im Zillerstall), die gerade mal mit 6 MBit Maximalgeschwindigkeit auskommen müssen. Die Älbler dürfen sich also über geradezu rasanten Datenverkehr freuen, sollte die In­frastruktur in ihrem Flecken ausgebaut sein.

Ulrich Weingart zeigt sich optimistisch und rechnet damit, dass schon im April Entscheidungen fallen, Ausschreibungen vorgenommen werden  und im Sommer mit ersten Bauarbeiten begonnen werden kann. Voraussetzung sei, laut Tiefbauamtschef, dass der Geislinger Gemeinderat zustimmt und Mittel dafür vorhanden sind. Über genaue Kosten will der Fachmann noch nicht sprechen, er geht aber mal von mindestens 700.000 Euro für Waldhausen und Aufhausen aus, wobei darin die Zuschüsse enthalten sind. Letztendlich, so Weingart weiter, müsse dann noch ein Betreiber für das Netz gefunden werden. Man müsse auch relativ schnell zur Sache kommen, denn man wisse schließlich nicht, wie lange es die Fördermittel noch gibt. Noch in diesem Jahr könnte die passive In­frastruktur für Waldhausen fertiggestellt sein, sagt Weingart. Und das Ziel sei, auf dem Land Lebensbedingungen zu schaffen wie in der Stadt.

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