Asyl: Luther-Haus ist kein Thema mehr

Nach dem verbesserten Angebot der Stadt Geislingen sieht der Landkreis keine Veranlassung mehr, das Luther-Haus als Asylunterkunft anzumieten.

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Der Verwaltungsausschuss des Kreistags sollte am Freitag in nicht öffentlicher Sitzung darüber beschließen, das ehemalige Martin-Luther-Haus in Geislingen als Sammelunterkunft für über 80 Asylbewerber anzumieten. Dazu kam es nicht, weil Geislingen, um das abzuwenden, in letzter Minute ein Alternativangebot nachgeschoben hatte (wir berichteten): 40 sofort belegbare Plätze an zwei Standorten und mittelfristig weitere Unterkünfte für politische Flüchtlinge. Damit sei für den Landkreis das Luther-Haus kein Thema mehr. Das versicherten gestern Landrat Edgar Wolff und Sozialdezernent Hans-Peter Gramlich. "Wir sind sehr dankbar, dass uns die Stadt Geislingen unterstützt", sagte Gramlich. Auch dass sich zuvor alle Fraktionen im Geislinger Gemeinderat gegen eine große Sammelunterkunft mitten in der oberen Stadt ausgesprochen hatten, wurde in Göppingen registriert. Für Gramlich jedenfalls ist damit das Martin-Luther-Haus "erledigt".

Seine Planungen und Zusagen betreffen den Zeitraum eines Jahres. Dem Landkreis wurde mitgeteilt, er müsse ab Oktober pro Monat 50 Asylbewerber aufnehmen, also 600 in einem Jahr. Umgerechnet auf die Einwohnerzahlen und bezogen auf alle 38 Kreiskommunen, müsste Geislingen 64 Plätze zur Verfügung stellen - hätten Göppingen, Eislingen und Ebersbach ihre Quoten nicht bereits übererfüllt. Ohne die- se drei Kommunen beträgt die Zuweisung für Geislingen aber 100 Personen, rechnet Gramlich vor.

Der Landkreis stand mit dem Rücken zur Wand, er hatte keine Unterkünfte, aber Flüchtlinge standen quasi schon vor der Tür. Mittlerweile haben weitere Gemeinden auf Drängen des Landrats und seines Dezernenten sich bereit erklärt, dazu Gebäude zur Verfügung zu stellen. Gramlich ließ jedoch durchblicken, dass es bereits Überlegungen gab, die kreiseigene Wölkhalle beim Geislinger Berufsschulzentrum als Notunterkunft zu nutzen.

Geislingens OB Wolfgang Amann zeigt sich verwundert über niedrigere Asylbewerberzahlen, die der Landrat jüngst beim Besuch von Ministerpräsident Kretschmann genannt habe. Der OB zur GZ: "Der Landrat hat zuvor hoch gepokert."

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