Pferdemarkt an neuem Ort

Geislingen.  Der neue Standort des Pferdemarkts hat sich nicht negativ auf die Anmeldungen ausgewirkt. Heute in einer Woche werden bei der TVA-Halle ähnlich viel Pferde und Gespanne zu sehen sein, wie bisher.

Ingrid Malz, seit Jahr und Tag Organisatorin des traditionellen Geislinger Pferdemarkts, ist gespannt. Denn der neue Standort bei der TVA-Halle wird das gewohnte Bild verändern. Die vier Vorführringe, die auf dem großen Parkplatz zwischen Staub- und Filsstraße ausgewiesen werden, sind eher schmal und länglich. Für die Ponys ist der Platz unter den Linden vorgesehen. Wo die Zuschauer dem Geschehen folgen können, werde sich zeigen, gibt sich die Organisatorin zurückhaltend.

Das Interesse der Pferdezüchter jedenfalls ist ungebrochen. Nach dem Anmeldeschluss am vergangenen Freitag kann von ähnlichen Zahlen wie in den Vorjahren ausgegangen werden. Insgesamt stehen jetzt 144 Pferde auf der Liste - unter anderem jeweils 13 Zuchtstuten Warm- und Kaltblut, sieben Araber und Vollblut, 27 Sport- und Freizeitpferde, 17 Kaltblüter und 50 Kleinpferde. Die Zahl der Gespanne summiert sich auf 25, darunter vier Drei-, beziehungsweise Vierspänner. Sie werden ebenfalls auf dem Parkplatz ihre Runden drehen.

Um die Straßen- und Parkplatzflächen für den großen "Schönheitswettbewerb" der Pferde nutzbar zu machen, muss mit 150 Tonnen Sand ein weicher Untergrund geschaffen werden. Das Material, das die Bauunternehmung Rapp sponsere, werde anschließend wieder abtransportiert und fürs nächste Jahr eingelagert, berichtet Ingrid Malz.

Los gehts am Faschingsdienstag um 8.30 Uhr. Wie gewohnt, wird der Plieninger Pferdezüchter Dr. Konrad Ehlers die Wertungen laienhaft verständlich kommentieren. Als gebürtiger Geislinger hat er ohnehin eine besondere Beziehung zu dieser Veranstaltung.

Auf großes Interesse stoßen erfahrungsgemäß die historischen Gespanne und Kutschen, die ab etwa 10.30 Uhr zu sehen sein werden. Dies ist auch der Zeitpunkt, zu dem ein Vertreter der Stadtverwaltung die Besucher begrüßt. Hatte sich Oberbürgermeister Wolfgang Amann dazu in den vergangenen Jahren stets etwas Besonderes einfallen lassen, so wird er nun den ersten Pferdemarkt am neuen Standort verpassen. Amann besucht an diesem Tag ein Seminar, weshalb er seinen Vize Holger Scheible schickt.

Neu ist aber nicht nur der Standort, sondern auch die Organisationsform. War bisher der Pferdezuchtverein Göppingen-Geislingen dahinter gestanden, so sind es nun nur noch die Pferdezüchter aus dem Raum Geislingen und einige engagierte Helfer. Das Interesse der Göppinger, so gibt Ingrid Malz zu bedenken, sei ohnehin an der Veranstaltung nie sehr groß gewesen. Jedenfalls habe sich dies nach der vor einigen Jahren erfolgten Fusion der beiden Pferdezuchtvereine rasch gezeigt.

So werde die Stadt Geislingen als Veranstalter nur noch von einem kleinen Kreis engagierter Pferdezüchter unterstützt. Dazu zählen auch die "Eisenbieger", jene Freizeitsportler, die seit Langem die Haltevorrichtungen und Abschrankungen auf- und abbaut, um damit die Bauhofkosten einzudämmen. Auf dem neuen Gelände freilich brauchen die sportlichen Männer keine Pflöcke mehr ins Erdreich zu rammen, sondern lediglich Gitterständer aufzustellen, die an Betonsockeln montiert sind.

Der Umzug des Pferdemarkts war notwendig geworden, nachdem auf dem bisherigen Standort, dem Städtischen Sportplatz, ein Einkaufszentrum gebaut werden soll. Zwar ist dort bislang kein Bagger angerollt, doch war es Wille des Gemeinderats, bereits jetzt das Veranstaltungsgelände zu wechseln.

Auf der Suche nach einer vergleichbaren Fläche waren mehrere Areale in Erwägung gezogen worden - so etwa auch der Platz vor der Jahnhalle, den Amann einst favorisiert hatte. Dort in der Steingrubestraße, so war er noch beim Pferdemarkt vor zwei Jahren überzeugt gewesen, sollte die Veranstaltung wieder zu ihren historischen Wurzeln zurückkehren. Dann jedoch kam alles anders: Der anvisierte Platz wurde als unpraktikabel angesehen - und der angrenzende Stadtpark ebenfalls. In Erwägung gezogen worden war auch das Gelände des Reitervereins im Eybacher Tal. Dort jedoch wäre die Veranstaltung weit vom Stadtkern entfernt gewesen, was möglicherweise manchen Besucher davon abgehalten hätte, den Marktbesuch in der Gastronomie ausklingen zu lassen. Dort sind bekanntermaßen Kutteln im Angebot.


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