Hunde beißen Frau krankenhausreif

Albershausen / Uhingen.  Der Schock sitzt tief: Als Rita Huttenlocher (58) ihren Enkel im Kindergarten in Albershausen abholen wollte, ist sie von Schäferhunden mehrmals gebissen worden. Polizei und Gemeinde prüfen den Vorfall.

Die körperlichen Wunden heilen allmählich, aber der Schock sitzt tief: Als Rita Huttenlocher am 2. Dezember um die Mittagszeit ihren Enkel vom Kindergarten in der Albershäuser Waldeckstraße abholen wollte, wurde die 58-Jährige von Schäferhunden angesprungen, zu Fall gebracht und mehrmals in den Oberkörper und in den Oberarm gebissen. Der 62-jährige Hundeführer, der in der Nähe des Kindergartens wohnt, sei gerade dabei gewesen, drei Hunde aus den Boxen in sein Auto zu holen, als sich die Tiere losgerissen und die Frau angesprungen hätten. So hat es ihr Ehemann Roland Huttenlocher beim Polizeirevier in Uhingen zu Protokoll gegeben. Die Bünzwangerin wurde nach dem Angriff zunächst ambulant, dann eine Woche lang stationär behandelt. "Die warme Winterkleidung hat sie vor schlimmeren, körperlichen Verletzungen bewahrt", sagt ihr Ehemann. Viel schwerer wiege das Trauma, das seine Frau davongetragen habe. Rita Huttenlocher müsse sich jetzt psychotherapeutisch behandeln lassen - zumal sie früher schon einmal von einem Hund gebissen worden sei.

Roland Huttenlocher hat nach der Attacke vom 2. Dezember Strafantrag gestellt, sein Rechtsanwalt kümmert sich nun um die Angelegenheit. "Das Polizeirevier Uhingen ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 62-jährigen Hundehalter", bestätigt Polizeisprecher Uli Stöckle. Bei dem Revier liege noch eine weitere Anzeige gegen diesen Hundehalter aus Albershausen vor, da einer seiner Tiere kürzlich einen anderen Hund in Sparwiesen gebissen habe, fügt Stöckle hinzu.

Auch die Gemeindeverwaltung in Albershausen beschäftigt sich mit dem Fall: "Wir nehmen die Sache ernst und haben den Hundehalter angeschrieben. Wir wollen mit ihm ein Gespräch führen", sagt Bürgermeister Hermann Hering. Auch dem Rathauschef sei zu Ohren gekommen, "dass einer der Hunde nicht ganz pflegeleicht ist". Die Gemeinde will deshalb anordnen, dass der betreffende Rüde künftig nur noch mit Maulkorb nach draußen darf. Unklar ist jedoch bisher, ob die Frau von einem oder mehreren Hunden verletzt wurde. Das Opfer und ihr Mann betonen, dass alle drei Schäferhunde auf Rita Huttenlocher losgegangen seien und sie am ganzen Körper gebissen und gekratzt hätten. "Fotos von den Verletzungen beweisen das", betont der Bünzwanger. Die Polizei spricht bislang von nur einem, sieben Jahre alten angriffslustigen Tier, jedoch seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und die Zeugenaussagen variierten in dieser Frage.

Vor allem Eltern, deren Kinder die Albert-Schweitzer-Schule besuchen, machen sich nun Sorgen, da der Hundehalter in der Nähe wohnt und Rita Huttenlocher dort angegriffen wurde.

Wie es überhaupt zu dieser Attacke kommen konnte, darauf kann sich im Ort niemand so recht einen Reim machen. "Der Hundehalter hat schon seit ewigen Zeiten Hunde", weiß der Bürgermeister. Und Heinz Seitz, Vorsitzender der Ortsgruppe Albershausen im Schäferhundeverein, vermutet in dem Angriff einen Einzelfall. "Die Hunde hatten die höchste Ausbildungsstufe", er könne sich schwer vorstellen, dass die Attacke mit der Erziehung der Tiere zu tun habe, erklärt der Landesgruppen-Ausbildungswart. "Vielleicht ist der Hund in Verteidigungsstellung gegangen."


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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 17.12.2009

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