Arbeitsgruppen machen Vorschläge für mehr Leben in der Altstadt

Wie haucht man der Geislinger Fußgängerzone wieder mehr Leben ein? Viele Ideen und konkrete Vorschläge haben dazu Arbeitsgruppen im Rahmen der Bürgerbeteiligungsaktion "Mach 5" entwickelt.

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Die Geislinger Fußgängerzone ist zur Problemzone geworden - wenig Leute bevölkern sie, Läden stehen leer, es fehlt ein Magnet. Was tun? Im Rahmen der breit angelegten Zukunftskonferenz "Mach 5" lud die Stadt 230 Einzelhändler, Gastronomen, Dienstleister und Hausbesitzer aus diesen Altstadtquartieren ein. Es kamen am Mittwochabend über 100 in den Kapellmühlsaal - eine enorm hohe Quote. Die Teilnehmer entwickelten in Arbeitsgruppen viele Ideen und Vorschläge. Drei Ansatzpunkte sind ihnen besonders wichtig:

Den Erlebnischarakter und die Ausgestaltung der Fußgängerzone verbessern: Die kulturelle Vielfalt der Oberen Stadt solle man mit Kulturtagen und Festen für alle erlebbar machen. Sinnvoll erscheint dieser Arbeitsgruppe die Einstellung eines Citymanagers, der Events organisiert und Aktivitäten bündelt. Zentrale Anlaufstelle könne ein Büro im Alten Zoll sein. Wichtig sei, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden: "Was ist die Perle im Bergeskranz?" fragte der Sprecher dieser Arbeitsgruppe, Stadtbauamtsleiter Karl Vogelmann.

Daran knüpften andere Arbeitsgruppen an: Die eine plädiert für mehr Veranstaltungen, um in der Fußgängerzone eine größere Besucherfrequenz zu erreichen. Neben den bekannten Events solle man den Weihnachtsmarkt zeitlich verlängern, die Autoschau in die Fuzo verlegen und den Samstagsmarkt, dort einen Gebrauchtwagenmarkt und einen Radmarkt organisieren, mehrere Modenschauen und regelmäßige Abendeinkaufstage, Konzerte und Kindertheater. Wer machts? Wer bezahlts? Und akzeptieren das die Anwohner, waren Einwände aus dieser Arbeitsgruppe.

Eine andere Gruppe um ihren Sprecher Axel Bosch von der Aktionsgemeinschaft 5-Sterne ging einen Schritt weiter: Man könne maximal zehn bis 20 Großveranstaltungen als Publikumsmagnete pro Jahr stemmen. Wie in den übrigen 280 Tagen, in denen die Geschäfte offen sind, Kunden anlocken, fragte er. Als Alleinstellungsmerkmale erwog diese Arbeitsgruppe unter anderem dies: alle 20 Meter ein Brunnen; Begrünung mit gigantisch hohen Kübeln und Bäumen; Kiwis ranken an Seilen in der Lange Gasse- der ersten Kiwistraße Deutschlands.

Das Parksystem überdenken: Dafür plädierte eine andere Arbeitsgruppe - recht radikal: Demnach soll in der Fußgängerzone teilweise wieder Verkehr im Schritttempo sowie Kurzzeitparken zugelassen werden. Das zeitlich begrenzte Parken mit Parkscheibe soll kostenlos sein. Zusätzliche Parkplätze sollen in der Lange Gasse angelegt werden. Denkbar seien verschiedene Parkzeitzonen. Damit sollen Geschäfte bessererreichbar und der Kauf größerer, schwerer Artikel einfacher gemacht werden.

Durch Stadtmarketing das Image verbessern, lautet ein anderer Ansatz - Motto: "Ich kaufe gerne in Geislingen ein". Beim Einkaufsstandort sollen die idyllische Kulisse, die Beratung, die Vielzahl der Fachgeschäfte und das geruhsame Einkaufen herausgestellt werden.

Oberbürgermeister Wolfgang Amann zeigte sich von Fülle und Qualität der Vorschläge überrascht. Er dankte allen Teilnehmern für ihr Kommen und Mitmachen sowie den Organisatoren um Christine Pfundtner und Frieder Hartung. Der neue Gemeinderat wird in einer Klausurtagung über die Vorschläge und ihre Realisierung beraten.

Weitere Vorschläge

Die Arbeitsgruppen brachten unter anderem diese konkreten Einzelvorschläge ein, die zur stärkeren Belebung der Geislinger Fußgängerzone beitragen sollen:

- Gemeinsame Öffnungszeiten der Einzelhandelsgeschäfte anstreben.

- Eine App entwickeln und pflegen, die zeigt, wo man was einkaufen kann.

- Mit Kunstausstellungen als Zwischenlösung Leerstände von Ladengeschäften überbrücken.

- Studenten für Projekte einbinden.

- Die auswärtige Kundschaft der Fischhalle in die Fußgängerzone lotsen, sie mit dem Abenteuer locken, dafür bereitstehende Elektroroller zu benützen.

- Die 5-Sterne-Karte ausbauen zur Geislinger Kundenkarte, die z. B. kostenloses Parken ermöglicht.

- Mehr Grün in die Altstadt durch Platz sparende Rankpflanzen.

- Mehr Papierkörbe sollen für größere Sauberkeit sorgen; Ladeninhaber betreuen die Mülleimer.

- Mehr Sitzmöglichkeiten für Jung und Alt und Liegen zum Entspannen aufstellen.

- Mitmach-Spielsachen für Kinder anbieten.

- Die Fußgängerzone zumindest samstags beschallen.

SWP

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