Angeklagter ist zufrieden

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Wegen Eierwürfen auf Neonazis musste sich gestern ein 21-Jähriger vor dem Göppinger Amtsgericht verantworten. Er muss 450 Euro Geldstrafe bezahlen. Der Vorfall ereignete sich am 7. April dieses Jahres bei einem der zahlreichen von der Stadt genehmigten Aufmärsche der sogenannten "Autonomen Nationalisten". Die Neonazis hatten sich vor dem Bahnhof versammelt, geschützt von Polizeibeamten. Vier Eier habe der junge Mann geworfen, sagte die Staatsanwältin gestern. Dabei habe er "billigend in Kauf genommen, dass er jemanden im Gesicht verletzt". Sie wertete dies als Versuch, "eine andere Person zu misshandeln".

Einen Strafbefehl über 30 Tagessätze à 30 Euro bekam der Göppinger wegen der Eierwürfe zugestellt, doch er legte Einspruch ein. Er wollte nur gegen die Höhe der Strafe vorgehen, betonte er gestern, nicht jedoch gegen den Schuldspruch. Da er zurzeit arbeitslos sei - im kommenden Jahr will er seine Ausbildung fortsetzen und beenden - erscheine ihm der Betrag zu hoch. Und außerdem habe er nicht vier, sondern nur zwei Eier geworfen - was aber im Strafmaß wohl keinen Unterschied mache. Das bestätigte Jugendrichter Wolfgang Rometsch, dies habe der Angeklagte "klar erkannt". In Anbetracht eines einschlägigen Vorfalls - der 21-Jährige hatte bereits einmal gegen das Versammlungsgesetz verstoßen - ging Rometsch bei der Strafbemessung nicht an die Untergrenze, halbierte die Summe aber immerhin. 30-mal 15 Euro lautete das Urteil, gegen das der Angeklagte keine Rechtsmittel einlegen will. Er war zufrieden.

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