Amos sieht Gott auf der Seite der Armen

Mit dem Geld aus Steuerhinterziehungen könnte man Hartz IV zweimal finanzieren, lautete die Aussage beim Sonntag der sozialen Gerechtigkeit.

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Seit vielen Jahren nehmen das Netzwerk Arbeitswelt und die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) die Soziale Frage in den Blick. Gestern stand der Sonntag der Gerechtigkeit der Göppinger Kirchengemeinde St. Josef unter dem Thema Armut. Der viel verkündete Aufschwung komme bei den Menschen nicht an, so der Tenor. Und dies, obwohl die Wirtschaft boome. Der evangelische Theologe und Sozialarbeiter Martin Staiger aus Esslingen belegte dies mit Zahlen. Er lenkte den Blick der knapp 50 Zuhörer beim Frühschoppengespräch auf einen gespalteten Arbeitsmarkt und den Umstand, dass die Zahl "prekärer Arbeitsverhältnisse" stei-ge. Darunter versteht man Jobs, die befristet oder nicht auskömmlich sind, oder zu Minijobs ohne soziale Absicherung zählen.

Im Gottesdiensthatte zuvor Diakon Norbert Köngeter den Propheten Amos zitiert, der "Gott auf der Seite der Armen sieht", denn Gott habe das Recht "auf auskömmliches, gutes Leben geschenkt". Wenn der Monat mehr Tage als Geld habe, sei ein gutes und gesundheitsförderndes Leben schwer, meinte Köngeter. Gerade am Sonntag der sozialen Gerechtigkeit müsse es erlaubt sein zu sagen: "Wir haben eine Tendenz, dass die Wirtschaft sein will wie Gott, doch es ist eben nicht alles gut, was dem Wachstum dient." Diese Ansicht wurde in einem Referat mit Zahlenmaterial unterstrichen. Die Einkommen seien 2010 kräftig gestiegen, die Lohnquote hingegen gesunken. Laut Dekanatsreferent Felix Müller wurden gestern auch konkrete Handlungsschritte aufgezeigt: Dazu würde die Einführung des Mindestlohns zählen oder dass alle Einkunftsarten nach Leistungsfähigkeit besteuert und Steuerhinterziehung konsequent bekämpft würde.

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