"Kripo in Geislingen lassen"

OB Wolfgang Amann hat bei Innenminister Reinhold Gall dagegen interveniert, dass die Geislinger Außenstelle der Kriminalpolizei aufgelöst werden soll.

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Im Zug der geplanten Polizeistrukturreform befürchtet Göppingen, den Sitz als Polizeidirektion zu verlieren. Die 37 Direktionen, in jedem Kreis eine, sollen bekanntlich auf 17 Präsidien schrumpfen. Die Polizeireviere, auch das in Geislingen mit seinen 56 Planstellen, bleiben unangetastet. Eine andere Folge der Reform: Kriminalaußenstellen sollen aufgelöst werden, so auch die mit acht Stellen kleine Außenstelle in Geislingen. Im Hintergrund stehen Überlegungen, dass sich die Kripo heute sehr stark spezialisieren muss - Beispiele: Internetkriminalität oder Insolvenzvergehen - was kleine Außenstellen nicht leisten können.

Gegen die Schließung der Geislinger Kriminalaußenstelle wendet sich nun Oberbürgermeister Wolfgang Amann in einem Schreiben an den Landesinnenminister. Wobei er zunächst grundsätzlich feststellt, dass die Raumschaft keine Notwendigkeit für eine Reform sieht: "Die derzeitige Polizeistruktur innerhalb des Landkreises Göppingen zeichnet sich dadurch aus, dass sie der Bevölkerung bisher die notwendige und gewünschte Sicherheit bietet." In Geislingen befänden sich Polizei und Kripo im gleichen Gebäudekomplex, und zwar "mitten in der Stadt und somit mitten in der Bürgerschaft", hebt Amann in seinem Schreiben an Reinhold Goll hervor.

Der OB gibt zudem zu bedenken, dass Geislingen mit 7500 Hektar die größte Gemarkung im Kreis Göppingen hat und dass zum Dienstbereich der Geislinger Polizei mit dem Albtrauf und der Alb darüber hinaus ein großes, topografisch schwieriges Gebiet gehöre. Das erfordere besonders in den Wintermonaten eine höhere Einsatzbereitschaft. "Schon jetzt stößt unsere Polizei an den Rand ihrer Kapazitäten", gibt der OB zu bedenken. Umso wichtiger sei eine kriminalpolizeiliche Präsenz vor Ort in Geislingen.

In der jüngsten Vergangenheit habe Geislingen von der Kripo vor Ort profitiert, argumentiert Amann: Nachdem es in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Probleme mit Jugendlichen gegeben habe, hätte die Polizei schnell eingreifen können, so dass nun seit einiger Zeit wieder relative Ruhe herrsche. Eine Auflösung der Kriminalaußenstelle bedeute weite Anfahrtswege mit oft 40 Minuten Fahrzeit von Göppingen, schreibt Amann an Gall. Das gehe also zu Lasten der Präsenz der Kripo und eines schnellen Eingreifens. Insider geben zudem zu bedenken, dass ohne örtliche Kripoleute Kenntnisse über lokale Gegebenheiten und Problemgruppen verloren gehen. Amann bittet den Minister deshalb, die geplante Schließung zu überdenken, "einerseits wegen unserer besonderen geografischen und landschaftlichen Lage, andererseits wegen der besonderen Sozialstruktur unserer Bevölkerung."

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