"Hunger und Liebe - Der Blues von Billie Holiday"

Am Karlsruher Staatstheater hat sie schon Erfolg gefeiert, am Samstag kommt die Jazz-und Literatur-Veranstaltung "Der Blues von Billie Holiday" zur Geislinger Rätsche.

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  • Jutta Brandl (links) kommt am Samstag zur Geislinger Rätsche. Im Mittelpunkt der "Jazz und Literatur"-Veranstaltung "Hunger und Liebe" steht die Jazzsängerin Billie Holiday, die die US-amerikanische Post 1999 mit einer Briefmarke geehrt hat. 1/2
    Jutta Brandl (links) kommt am Samstag zur Geislinger Rätsche. Im Mittelpunkt der "Jazz und Literatur"-Veranstaltung "Hunger und Liebe" steht die Jazzsängerin Billie Holiday, die die US-amerikanische Post 1999 mit einer Briefmarke geehrt hat. Foto: 
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"Sie hatte ein unwahrscheinlich hartes Leben. Wenn man das weiß, kann man auch verstehen, warum sie so gebrochen klingt, so fertig", sagt die gebürtige Geislingerin Jutta Brandl, die am Samstag den Gesangspart in dem Programm "Hunger und Liebe - Der Blues von Billie Holiday" übernehmen wird. Zusammen mit dem Gernot Ziegler Trio will sie das Publikum mit den berühmtesten Songs von Billie Holiday in deren musikalische Welt einführen. Dazu wird die Schauspielerin Renate Kohn aus Holidays Autobiografie lesen.

Brandl freut sich darauf, das Programm, das für die "Jazz und Literatur"-Reihe des Karlsruher Staatstheaters konzipiert wurde, in ihrer Heimatstadt aufführen zu können. "Die Rätsche ist vom Raum her natürlich toll", schwärmt sie. "Es könnte dort auch gut ankommen, denn es spricht viele Leute an. Es ist ja weder nur eine trockene Lesung noch ein reines Konzert."

Über Billie Holiday (1915-1959) schreibt die Rätsche: "Ihr Name steht als Codewort für den Jazz schlechthin, ihr Leben für die Übererfüllung fast all seiner Klischees: Sie ist wohl die Idealbesetzung für die tragische Heldin. Banales und Spektakuläres, das ganze Spektrum von großem Glück bis zu auswegloser Zerrüttung ist im Leben und in der Musik dieser Sängerin präsent: ,Hunger und Liebe. Alles, was ich bin und was ich vom Leben will, lässt sich auf diese beiden Worte zurückführen', heißt es weiter in ihrer Autobiografie."

Die Veranstaltung in Karlsruhe hat den Künstlern sehr gut gefallen und ist beim Publikum "sehr sehr gut angekommen", wie Brandl sagt. "Wir hätten es schade gefunden, wenn wir nicht weitergemacht hätten." Während in Karlsruhe der im vergangenen Jahr verstorbene Staatsschauspieler Michael Rademacher die Texte gelesen hatte, übernahm im Folgenden Renate Kohn diesen Part. "Es ist ja eigentlich auch schöner, wenn eine Frau aus der Biografie einer Frau liest", stellt Brandl fest, die über ihre Rolle in dem Programm sagt: "Ich singe die Stücke nicht so wie Billie Holiday - das würde ich mir nie anmaßen." Sie macht klar, dass ein solcher Auftritt am Anfang ihrer Gesangskarriere nicht authentisch geworden wäre. "Ein bisschen Lebenserfahrung braucht man schon, um Holidays Stücke zu singen", sagt die 55-Jährige, die seit 30 Jahren singt.

Besonders schwer getan hat sich Brandl mit dem Stück "Strange fruit", das gegen Lynchmorde an Schwarzen Stellung bezieht. "Ich habe gehadert, ob ich das als weiße Frau singen soll", berichtet Brandl. "Aber es gehört natürlich in das Programm rein, ich muss es einfach singen." Sie verrät, dass die Musiker das Stück neu verpackt hätten. "In dem Zusammenhang singe ich es gern, und ich hoffe, dass man es mir abnimmt."

Info Die Veranstaltung über Billie Holiday findet am Samstag, 20. Februar in der Geislinger Rätsche statt und beginnt um 20.30 Uhr.

Zur Person vom 15. Februar 2016

Jutta Brandl, die ältere Schwester der Kabarettistin Martina Brandl, ist in Geislingen aufgewachsen, verlies ihre Heimatstadt 1980 und begann in Kaiserslautern Bautechnik zu studieren. Dort begann sie ein "On the job training" in amerikanischen Clubs, etwa auf der Airbase Ramstein. Nach einer Familienpause kehrte sie zur Musik zurück und ist mit ihrem Quartett und im Duo wieder "gut gebucht". www.juttabrandl.de

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