Zum Jakobusfest gepilgert
Göppingen. Pilger und Gesundheitsbewusste kamen nach Faurndau zum Jakobusfest an der Fils. Die Veranstaltung im Rahmen des "Sommers der Ver-Führungen" stieß auf große Resonanz.
Auf Schusters Rappen, mit dem Fahrrad oder den Inlinern - es gibt viele Möglichkeiten, sich auf den Weg zu machen. Ziel war für viele Faurndau. Die Initiative Jakobsweg Göppingen/Gesundheitsweg hatte zu ihrem Jakobusfest eingeladen - bei bestem Wetter. Ist Jakob doch nicht nur Schutzpatron der Pilger, sondern auch des Wetters. Das Jakobusfest ist für Ernst Schuhmacher "ein Gesundheitstag", der über ganz unterschiedliche Aspekte eines gesunden Lebens informiert. So klärte Peter Hippler vom Naturheilkundeverein Göppingen über die Bedeutung des richtigen Salzes für die Ernährung auf und führte durch den Kräutergarten der Stiftsapotheke. Einen Blick in die Produktion von biologisch produzierten Lebensmitteln warfen die Besucher auf dem Biolandhof der Familie Ziegler. Pilger, die im Voralbgebiet durch Streuobstwiesen gehen, konnten bei Gunnar Herbert vom Förderverein Göppinger Apfelsaft gleich ein Produkt von dort probieren. Aber auch verschiedenen Selbsthilfegruppen bot der Gesundheitstag ein Forum, um sich vorzustellen. Günter Schallenmüller litt an Depressionen, hat beim Pilgern "gelernt, mit meinem Problem umzugehen". Der ehrenamtliche Pilgerberater sieht Parallelen: "Bei beidem braucht man ein Ziel, aber auch Abstand und muss sorgfältig auf das Gewicht achten, das man sich aufbürdet." Gottfried Lutz von der Selbsthilfegruppe Parkinson hatte in die Galerie von Werner Stepanek, zur belebenden Gymnastik und entspannenden Fußmassage hatten Beatrice und Rhena Schurr in ihre Physiotherapiepraxis jenseits der Fils eingeladen. Einen Adrenalinschub konnten sich Wagemutige dagegen bei Detlef Nescholta holen. Der versierte Kletterer lud zum Blick vom Baum auf das bunte Fest ein. Die Erwachsenen waren zögerlich - der fünfjährige Lais konnte dagegen gar nicht genug bekommen und machte sich gleich mehrfach auf den beschwerlichen Weg nach oben.
Die Gäste waren begeistert von dem abwechslungsreichen und informativen Angebot des Jakobustages. Zwei Schwestern aus dem Zollernalbkreis, die in Spanien und Portugal auf dem Jakobsweg unterwegs waren, "wollten schon immer einmal die Veranstaltung besuchen". Von Heiningen aus hatten sie sich zu Fuß auf den Weg nach Faurndau gemacht. Sie pilgern seit vielen Jahren, stellen dabei immer wieder fest: "Pilgern wirkt nachhaltig. Man nimmt sehr viele Eindrücke mit, die man sonst nicht hat."
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Autor: MARGIT HAAS | 30.07.2010
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Wer wollte, der konnte sich das Faurndauer Jakobusfest auch von oben anschauen und den Baum hinaufklettern. Foto: Margit Haas
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