Zecken - gefährliche kleine Biester
Geislingen. Die ersten warmen Tage sind da, schon muss man wieder mit ihnen rechnen: Zecken lauern in Sträuchern und auf Grashalmen. Mit den kleinen Biestern ist nicht zu spaßen. Sie übertragen gefährliche Krankheiten.
Im Frühjahr haben Zecken nur eines im Sinn: die Arterhaltung. Dafür brauchen sie Blut - von Tieren und Menschen. Ab einer Temperatur von acht Grad werden die achtbeinigen Spinnentiere, die sich vor allem auf Gräsern und niedrigen Zweigen aufhalten, aktiv. Mit ihrem Biss übertragen sie gefährliche Krankheiten: die Hirn- und Hirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.
"Bis jetzt sind uns keine Krankheitsfälle gemeldet", berichtet Dr. Anca Schuster vom Göppinger Gesundheitsamt, "Es ist noch zu früh dafür, aber es kommt wieder."
Einen Schutz gegen die gefährliche Hirnhautentzündung bietet die FSME-Impfung, die von den Ärzten empfohlen wird. Die dreimalige Impfung sollte im Winter abgeschlossen sein, damit der Schutz für das Frühjahr besteht. Aber auch zum jetzigen Zeitpunkt lohne sie sich, betont Anca Schuster. Der Impfschutz bleibt für fünf Jahre erhalten, danach ist eine Auffrischimpfung fällig.
Die FSME-Impfung ist keine "Zecken-Impfung" in diesem Sinne. Denn während sie gegen die Viren schützt, ist sie gegen Borreliose-Erreger machtlos. Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Krankheit, die unbehandelt zu Gelenk- und Herzentzündungen, zu neurologischen Veränderungen und Lähmungen führen kann. Etwa 100 000 Menschen erkranken jährlich daran. Wird hier rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, ist die Infektion meist gut in den Griff zu bekommen, obwohl auch chronische Schmerzen und Komplikationen die Folge sein können.
Um die Krankheitsgefahr zu verringern ist es wichtig sich die Blutsauger erfolgreich vom Leib zu halten. Bei Aufenthalten in freier Natur, bis etwa Oktober, trägt man am besten Kleidung, die die Haut weitgehend bedeckt und hell ist, um die dunklen Zecken schnell zu entdecken. Man sollte nicht durchs Gebüsch und Unterholz gehen, feste geschlossene Schuhe tragen und einen Abwehrspray benutzen.
Diese Maßnahmen ergeben aber keinen perfekten Schutz. Deswegen empfiehlt es sich nach der Wanderung oder Gartenarbeit den Körper nach Zecken abzusuchen, vor allem unter den Armen, zwischen den Beinen, in den Kniekehlen und am Kopf.
Hat trotzdem eine Zecke zugebissen, muss man sie so schnell wie möglich entfernen: Mit einer dünnen Pinzette nah an der Hautstelle greifen und langsam von der Einstichstelle wegziehen. Denn je länger sie im Körper bleibt und Blut saugt, umso höher ist die Infektionsgefahr. Ein Quetschen der Zecke soll vermieden werden, da so Erreger in die Wunde gedrückt werden können.
Es empfiehl sich, die Einstichstelle zu beobachten: Entzündet oder rötet sich die Haut - wobei diese sogenannte "Wanderröte" erst nach Wochen auftreten kann - ist ein Arztbesuch fällig. Auch bei Krankheitsanzeichen wie grippeähnlichen Symptomen mit Fieber und Schwellungen der Lymphknoten.
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Autor: JOANNA STOLAREK | 26.05.2010
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Ein Zeckenweibchen auf einer Makroaufnahme beim Saugen in der menschlichen Haut. Foto: Archiv
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