"Wir sind mehr als erfreut"
Kreis Göppingen. Die Katholiken im Dekanat Göppingen-Geislingen haben ihre Kirchengemeinderäte gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 23,6 Prozent - wie 2006.
Im katholischen Dekanat Göppingen-Geislingen haben am Sonntag 16 196 von 68 511 Gemeindemitgliedern von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Für die kommenden fünf Jahre bestimmten sie in 37 Gemeinden und drei muttersprachlichen Gemeinden insgesamt 398 Ehrenamtliche, die in den Kirchengemeinderatsgremien der einzelnen Gemeinden zusammen mit dem Pfarrer und weiteren Hauptamtlichen die Geschicke lenken. Die Wahlbeteiligung lag mit 23,6 Prozent damit aufs Zehntel hinterm Komma auf dem Niveau von 2006.
Dekan Dietmar Hermann aus Süßen und Dekanatsreferent Felix Müller zeigen sich über dieses "positive Signal mehr als erfreut". Bei einem durchschnittlichen sonntäglichen Kirchenbesuch von nur noch elf Prozent sei die Wahlbeteiligung "ein tolles Ergebnis". Nach Einschätzung Müllers zeigt das, dass die Gemeindemitglieder die Verantwortung der Ehrenamtlichen erkennen und würdigen und ihnen mit der Wahlbeteiligung den Rücken stärken.
Die Wahlanalyse zeigt folgende Besonderheiten:
Die höchste Wahlbeteiligung kann Hohenstadt vorweisen mit 45 Prozent, am niedrigsten war sie mit zwölf Prozent in Sankt Paul in Göppingen.
Frauen stellen genau die Hälfte der Mandate in den Kirchenparlamenten. Am höchsten ist der Frauenanteil mit 83 Prozent in Reichenbach im Täle.
Am schnellsten gewählt und ausgezählt haben die Eybacher: Ihr Ergebnis ging bereits am Sonntag um 15 Uhr in der Dekanatszentrale in Göppingen ein.
Der personelle Wechsel verläuft aufs Ganze gesehen "sehr harmonisch", konstatiert Müller. Rund 44 Prozent der Kirchengemeinderäte üben erstmals diese Funktion aus.
Der durchschnittliche Kirchengemeinderat ist knapp 48 Jahre alt.
Bis auf zwei Gemeinden wurde überall die allgemeine Briefwahl angeboten. In 13 Gemeinden gab es die Möglichkeit zur "Wahl ohne Bindung". Nicht namentlich aufgeführte Personen konnten hier auf den Stimmzetteln hinzugeschrieben und damit gewählt werden. Das hatte zur Folge, dass in Winzingen noch kein Ergebnis vorliegt, die vorgeschlagenen Kandidaten müssen noch gefragt werden. Ein Wermutstropfen bleibt, dass drei Kirchengemeinden nicht genügend Kandidaten fanden und deswegen nicht wählen konnten. Das ist einer der Gründe, weshalb gegenüber 2006 die Zahl der Wahlberechtigten um fast 20 000 gesunken ist.
Dekan Hermann dankte allen Kandidaten und den Wahlhelfern für ihren Einsatz. pm/rod
Info
Die Wahlergebnisse aus dem Raum Geislingen siehe Seite 22; im Internet: www.kath-dekanat-gp-gs.de
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16.03.2010
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Vor allem nach den Messen und Gottesdiensten drängten die katholischen Christen am Sonntag in die Wahlräume. Foto: Stefan Hinkelmann
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