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"Wir haben mehr erreicht als erwartet"

Die deutsche Mannschaft zog bei der Physikweltmeisterschaft IYPT (International Young Physicists Tournament) in Teheran in die Finalrunde ein und wurde hinter Südkorea und Österreich Dritter.

STEFANIE SCHMIDT | 0 Meinungen

Alle Teilnehmer des Finales durften eine Goldmedaille mit nach Hause nehmen. Das deutsche Team bestand aus fünf Mitgliedern zwischen 16 und 20 Jahren. Darunter auch Patrick Paluch vom Geislinger Michelberg-Gymnasium.

"Wir haben mehr erreicht als erwartet", sagt der 17-Jährige aus Deggingen. "Denn unser Team hatte noch keine Erfahrung mit dem Turnier". Zwar haben die deutschen Jungforscher noch nie aktiv an einer WM teilgenommen, waren aber als Beobachter beim AYPT (Austrian Young Physicists Tournament) in Leoben dabei. Dort konnten sie wertvolle Informationen über den Turnierablauf gewinnen, die ihnen in Teheran entscheidend weiterhelfen sollten.

Zur Vorbereitung auf das Turnier hatte das Michelberg-Gymnasium dem Schüler nach Pfingsten einen Monat schulfrei gewährt. Die vier Wochen verbrachte Paluch im "Trainingslager" im Schülerforschungszentrum (SFZ) Bad Saulgau. 14 physikalische Aufgaben - sogenannte Probleme - musste das Team zu fünft abdecken. Bei der Lösungsfindung unterstützten sich die Teammitglieder gegenseitig und trugen einander ihre Ausarbeitungen - in der offiziellen Turniersprache Englisch - vor. Was kann man rhetorisch noch verbessern - das war eines der Hauptanliegen in der letzten Vorbereitungsphase. "Beim Wettbewerb kommt es sehr auf das Rhetorische an", erklärt Paluch. "Man braucht eine gute physikalische Basis, die man gut rhetorisch rüberbringen muss." Eines der von Patrick bearbeiteten Probleme befasste sich mit der Frage, wie es die Wikinger schafften, nur mit Hilfe eines Turmalin-Kristalls selbst bei bedecktem Himmel sicher durch die Weltmeere zu navigieren.

Vor einem Jahr besuchte Paluch gemeinsam mit seinem Physik-Lehrer Horst Bittner das SFZ, das Schüler einen Rahmen zum selbstständigen Forschen bietet, zum ersten Mal. Seither war er dort häufig zu Gast, um sich mit anderen Physikbegeisterten auszutauschen. "So kommt man aus der Schule heraus und in ein größeres Umfeld", erklärt Horst Bittner. "Die Schüler haben dort eine gewisse Freiheit, die man für die Forschung einfach braucht." Die Grundlagen für Patricks Liebe zur Physik wurden im Schulunterricht gelegt. Durch die Aufgaben für die internationale Physik-Olympiade, an der er 2010 teilnahm, wurde sein Interesse noch weiter gefördert: "Am Anfang waren mir die Aufgabenstellungen fremd, aber dann bin ich immer mehr reingekommen." Bei der Physik-Olympiade und bei "Jugend forscht", wo er im März diesen Jahres einen Regionalsieg errang, sammelte Paluch erste Erfahrungen bei Wissenschaftsbewerben. Dass bei der Physik-Weltmeisterschaft im Gegensatz zu diesen Einzelwettbewerben im Team angetreten wird, wusste Paluch besonders zu schätzen. Die Arbeit in der Gruppe und die regen wissenschaftlichen Diskussionen innerhalb des Teams hätten ihm besonders viel gebracht.

Auch beim Wettbewerb in Teheran waren dem 17-Jährigen die gute Teamarbeit und der Austausch mit den internationalen Schülermannschaften am wichtigsten. Mit den unbesiegbaren Südkoreanern hält er noch regelmäßig über das Internet Kontakt.

Im Rahmenprogramm der WM besuchten die Schüler Museen und Basare in Teheran und fuhren für zwei Tage mit dem Bus nach Isafahan, der 400 Kilometer südlich von Teheran gelegenen Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Der Abend auf dem fast neun Hektar großen "Platz des Imams" im historischen Stadtzentrum und die Freundlichkeit und das Zuvorkommen der Iraner sind Paluch besonders positiv in Erinnerung geblieben. Nächstes Jahr wird das IYPT in Bad Saulgau stattfinden. Dann will Patrick Paluch wieder mit von der Partie sein. Mit den Vorbereitungen hat er schon begonnen.

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