Winzige Teilchen, riesige Wirkung

Die Nanotechnologie ist längst dabei, unseren Lebensalltag zu verändern. Im Nanotruck des Bundesforschungsministeriums lässt sich noch bis morgen auf dem HeGy-Schulhof diese spannende Welt erleben.

KATHRIN BULLING |

Kein Handy funktioniert ohne sie, und auch in manchen Kleidungsstücken und Sonnencremes sind Nanoteilchen schon enthalten. Den unvorstellbar winzigen Teilchen mit riesiger Wirkung hat das Bundesforschungsministerium eine eigene interaktive Ausstellung gewidmet, die per Laster durch Deutschland tourt; noch bis morgen Nachmittag steht der sogenannte Nanotruck auf dem Schulhof des Geislinger Helfenstein-Gymnasiums.

Auf zwei Stockwerken und rund 100 Quadratmetern gewährt der Truck Einblicke in eine faszinierende Welt mit einer Ausstellung sowie interaktiven Flächen. "Wir wollen der Bevölkerung zeigen, welche Chancen und Anwendungsmöglichkeiten die Nanotechnologie bietet", erklärt der Physiker Alexander Heusel, der den Truck mit zwei Kollegen betreut und Besuchern nicht nur Rede und Antwort steht, sondern mit Begeisterung auch vorführt, wozu die Nanoteilchen in der Lage sind.

Der Lotuseffekt ist wohl das bekannteste Beispiel: Heusel tropft Ketchup auf ein Lotusblatt und zeigt, wie der Klecks von der Oberfläche rutscht, ohne Spuren zu hinterlassen. Den partikelabweisenden Effekt ermöglichen sogenannte Wachsröhrchen auf der Blattoberfläche, erläutert der Physiker. Ideen für den Einsatz dieser Technologie gibt es viele, von wasserabweisenden Brillengläsern bis zum klebefreien Honiglöffel: "Da wird geforscht ohne Ende", bestätigt der Physiker.

Spannend ist auch das sogenannte Aero-Gel, das als Isoliermaterial Anwendung findet. Das Gel besteht bis zu 98 Prozent aus Luft und kann Wärme und Schall optimal dämmen. Alexander Heusel führt vor, wie das Gel funktioniert, indem er einen Bunsenbrenner auf eine mit dem Gel beschichtete Dämmwolle hält - sein Finger gleich dahinter. "Das ist 1400 Grad heiß, aber dank des Aero-Gels kommen bei mir nur ungefähr 20 Grad an", sagt Heusel. Das Gel sei konventionellen Dämmstoffen wie Styropor weitaus überlegen, "in vielleicht zehn Jahren wird es das auf dem Markt geben", mutmaßt der Physiker.

Eine Schulklasse des Helfenstein-Gymnasiums lernte die Nanotechnik gestern bei einem Workshop kennen, ein weiterer Kurs folgt heute. Für die Schüler bietet der Nanotruck unter anderem die Gelegenheit, mit einem Rasterelektronenmikroskop zu arbeiten. "Bei einem Anschaffungspreis von etwa 100 000 Euro dürften das nur wenige Schulen haben", meint Heusel lächelnd.

Info Der Nanotruck des Bundesforschungsministeriums auf dem Schulhof des Helfenstein-Gymnasiums ist heute von 9 bis 12 und 16 bis 18 Uhr für die Bevölkerung geöffnet, morgen, am Tag der Jugend, von 10 bis 16 Uhr. Der Nanotruck ist barrierefrei.

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