Wenn der "Inliner" ins Rohr fährt

Arbeiten an der Wasserleitung sind derzeit in Aufhausen im Gange. Der Zweckverband Wasserversorgung saniert für rund 150 000 Euro ein 1,3 Kilometer langes Stück des Leitungsnetzes und geht dabei neue Wege.

SWP |

Der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb, Gerstetten, beseitigt im Wasserversorgungsnetz von Aufhausen derzeit Lecks und saniert das Verteilsystem gleichzeitig. Angewandt wird dabei ein neues Verfahren: Die Versorgungsleitungen werden nicht mehr ausgetauscht. Konkret: Es muss nicht aufgegraben werden, um alte Leitungen durch neue zu ersetzen. Das spart Kosten und Aufwand. Das Unternehmen hat sich nach einer Kostenanalyse erstmals für den Einsatz eines sogenannten "Inliners" vom System Primus-Line der Firma Rädlinger entschieden. Von Vorteil ist da auch der relativ kurze Zeitraum, in dem die Hauptversorgungsleitung (DN 250) vom Hochbehälter Aufhausen zum Hochbehälter Stubersheim abgestellt werden muss.

Bei dieser technischen Alternative, so erklären es die Experten, wird ein flexibler, hochfester und mehrschichtiger Kunststoffschlauch - ein sogenannter selbsttragender Inliner - in das Altrohr eingezogen. Vorab wird dieses mit einer Fernsehkamera befahren, um im Inneren die Schäden und die Stärke der inneren Verkrustung durch Ablagerungen festzustellen. Es erfolgt dann eine Reinigung des Innerrohres mittels Kratzer, Bürsten und anderen Spezialgeräten. Nach Entfernung der Innenkruste wird das Innenrohr nochmals untersucht. Sämtliche Arbeitsgänge werden per Video aufgezeichnet und protokolliert.

Danach kann der u-förmig gefaltete Schlauch, der mit Kunststoffklebebändern fixiert ist, problemlos eingezogen werden. Hierzu müssen am Bauanfang und am Ende des Sanierungsabschnitts Bau- und Ziehgruben hergestellt werden. Nach Fertigstellung aller Arbeiten wird die Leitung mit zwei Bar Druckluft befüllt. Der Kunststoffschlauch legt sich somit satt an die Innenwand des Rohres, sodass nur eine ganz geringe Querschnittsverkleinerung erfolgt. Der Zusammenschluss von Neu und Alt geschieht durch die Installation von speziellen Hochdruckverbindern, verraten die Experten.

Geschäftsführer Hans Günther Simon weist darauf hin, dass das neue Verfahren für dieses 1,3 Kilometer lange Stück nur halb so teuer sei wie die konventionelle Verlegung einer neuen Leitung mit Tiefbauarbeiten, Rohrbeschaffung und Verlegung sowie dem Aufwand für die Inanspruchnahme von privaten Grundstücken und öffentlichen Straßen und Wegen. Der Zweckverband rechne mit Kosten von etwa 150 000 Euro und einer Bauzeit von vier Wochen. Dieses grabenlose Bauverfahren zeichne sich auch durch ökologische und ökonomische Vorteile im Vergleich zur offenen Bauweise aus und ergebe zusätzlich noch erhebliche Einsparungen. Es sei vorgesehen, dies auch bei anderen Leitungsabschnitten in den kommenden Jahren, soweit technisch die Voraussetzungen vorlägen, einzusetzen.

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