Weniger neue Hantavirus-Fälle

Kreis Göppingen.  Bis Anfang Juni stieg die Zahl der Infizierten mit Hantavirus rasch. In den letzten zwei Monaten dagegen erkrankten nur mehr zehn Menschen im Kreis.

Vor drei Jahren kam es erstmals zu einer plötzlichen Häufung der Infizierungen mit dem Hantavirus. Anca Schuster, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamts Göppingen, berichtet: "Bundesweit wurden im Jahr 2007 genau 1687 Fälle bekannt, und hier im Kreis Göppingen waren es 86". Dagegen seien es im Jahr darauf nur noch zwei Personen gewesen. Seitdem steige die Anzahl der Infizierungen aber wieder kontinuierlich an. "2009 wurden zwölf Fälle verzeichnet. In diesem Jahr haben sich schon 36 Menschen angesteckt", berichtete Anca Schuster kürzlich. Anfang Juni, als im Landkreis 26 Fälle bekannt waren, von denen 18 im Krankenhaus behandelt wurden, sei man allerdings noch davon ausgegangen, dass die Anzahl der Infizierten schneller ansteige. Denn bis dahin stieg die Zahl der Erkrankungen mit dem Virus rasant an. "Wir werden sehen, ob die Zahl von 2007 dieses Jahr erreicht wird", sagt sie.

Das Virus wird vor allem durch Rötelmäuse übertragen, und da diese sich zur Zeit rasant vermehren, steigt auch die Infektionsrate. Die Mäuse scheiden das Virus über Kot, Urin oder Speichel aus. Die Menschen nehmen den Virus dann über die Atemwege auf. "Vor allem beim Putzen von Scheunen oder Gartenlauben stecken sich viele mit dem Virus an", meint die stellvertretende Amtsleiterin. Generell sei es schwierig, sich gegen das Virus zu schützen. Ein Impfschutz stehe aber in absehbarer Zeit nicht in Aussicht. Man solle bei "staubigen" Arbeiten wenigstens Handschuhe und Mundschutz tragen, rät die Expertin.

Dass sich das Virus vor allem in der Region Stuttgart ausbreite, liege unter anderem an den vielen Wäldern, da sich die Mäuse dort sattfressen könnten. Vor allem Buchenwälder liefern ein großes Nahrungsangebot. Dadurch würden mehr Nachkommen gezeugt, die das Hantavirus wiederum weiter verbreiten.

Laut Statistik des Gesundheitsamts hätten sich bis jetzt primär Männer im Alter von 40 bis 49 Jahren mit dem Virus angesteckt. An was das liege, könne man allerdings nicht genau sagen. "Vielleicht, weil Männer öfter draußen arbeiten", meint Anca Schuster.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: LINDA KÖPPER | 30.07.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr