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Sechs wollen Rektor werden

Aller Voraussicht nach entscheidet sich am 25. April, wer neuer Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen wird. Sechs Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Professor Ziegler.

Autor: RODERICH SCHMAUZ |
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Professor Dr. Werner Ziegler aus Geislingen bleibt dabei: Nach sechs Jahren als Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) bewirbt er sich um keine zweite Amtszeit. Obwohl das möglich gewesen wäre - der populäre Betriebswirtschafts- und Marketing-Professor feiert dieser Tage erst seinen 63. Geburtstag. Und obwohl, wie er erzählt, ihm gegenüber viele den Wunsch geäußert hätten, er möge doch weitermachen. So wird wahrscheinlich der 31. August sein letzter Arbeitstag in bisheriger Funktion sein. Ziegler bringt es so auf den Punkt: "Mir ist es lieber, sie sagen: Schade, dass er aufhört, als dass sie fragen: Wann hört er endlich auf".

Auch der bisherige Kanzler scheidet aus: Alexander Leisner tritt Mitte April die Nachfolge von Roland Bosch an.

Die Bewerbungsfrist um die Rektorenstelle ist schon vorüber. Sechs Kandidaten warfen ihren Hut in den Ring: drei Männer und drei Frauen; Bewerber aus der HfWU und externe, die allerdings auch aus dem Hochschulbereich kommen. Zu den Namen wurde strengstes Stillschweigen vereinbart. Ziegler war gerade noch zu entlocken, dass keine Bewerbung aus dem bisherigen Rektorat mit den drei Prorektoren Professor Dr. Cornelia Niederdrenk-Felgner, Professor Dr. Wilfried Nobel und Professor Dr. Hansjörg Bach stammt. Alle sechs Interessenten seien sehr qualifiziert, weiß Ziegler. Ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung der HfWU würden sicher bei der Wahl den Ausschlag geben und nicht etwa das Standort- oder Proporzdenken - hier Nürtingen, dort Geislingen.

Federführend bei der Neubesetzung des Rektors ist der Hochschulrat. Er ist quasi der Aufsichtsrat, zuständig für Strukturen, Fakultäten, Studiengänge und die Entwicklung der Hochschule. Diesem Gremium gehören an der HfWU elf Personen an - mehrheitlich Externe - gewählt vom Senat. Den Vorsitz hat der frühere Göppinger Kreissparkassenchef, Senator Jürgen Hilse. Dem Hochschulrat gehören neben vier Professoren unter anderem als Externe die Geschäftsführerin der IHK Esslingen an, die Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes und der frühere BayWa-Geschäftsführer.

Ob das so bleibt, ist fraglich. Die grün-rote Landesregierung, die den Hochschulrat zunächst auf einen bloßen Beirat reduzieren wollte, plant nun, die Sitze zu quotieren für Vertreter gesellschaftlicher und politischer Interessengruppen (z.B. Gewerkschaften und Sozialverbände). Ziegler heißt das nicht gut.

Das andere wichtige Gremium der Hochschule ist der Senat. Er besteht aus 22 Mitgliedern. Das komplette Rektorat gehört ihm kraft Amtes an, der Kanzler, die Dekane, gewählte Vertreter der Professoren, der Mitarbeiter und der Studenten.

Am Freitag tagte nun im Vorfeld der Rektorenwahl die Findungskommission aus Vertretern von Hochschulrat und Senat. Am 22. Februar steht für die Kandidaten die erste Vorstellungsrunde an. Am 25. April wählt der Hochschulrat den Rektor. Noch am selben Tag soll ihn der Senat bestätigen. Er kann also nur zu dem einen Personalvorschlag Ja oder Nein sagen. Sollte der Senat den Favoriten des Hochschulrats ablehnen, bleibt Ziegler im Amt, und zwar solange, bis sich beide Gremien auf einen neuen Rektor geeinigt haben.

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