Saufen bis der Arzt kommt

Kreis Göppingen.  Alkohol ist in dieser Gesellschaft "normal" - auch für junge Leute. Für 112 Kinder und Jugendliche endete das im vergangenen Jahr in der Klinik.

Jugendliche und exzessiver Alkoholkonsum sind auch im Kreis Göppingen ein Thema. Immerhin 112 Jugendliche mussten im vergangenen Jahr nach Alkoholmissbrauch oder gar Koma-Saufen in die Klinik eingeliefert werden - immerhin gut zehn Prozent mehr, als noch 2008. Diese Zahlen nannte gestern im Jugendhilfeausschuss Uschi Saur vom Kreisjugendamt, zuständig auch für Suchtvorbeugung.

Alkohol zu trinken, so sagte sie, werde in unserer Gesellschaft als normal erachtet. Kritisch sei die Situation bei 15- und 16-Jährigen. Dass aber auch 40 Prozent der 12- bis 15-Jährigen noch nie Alkohol getrunken hätten, hob sie aus diesem Grund hervor: "Ich möchte nicht, dass die Jugendlichen stigmatisiert werden."

Im Kreis Göppingen gibt es schon seit Jahren verschiedene Angebote der universellen Prävention. Uschi Saur: "Prävention muss sich an alle richten, weil alle Jugendlichen mit Alkohol konfrontiert sind."

Beispiele, die von der Fachfrau des Kreisjugendamts genannt werden, sind etwa die Unterrichtseinheit "Alltagssüchte" an Schulen, das Projekt "Mädchen SUCHT Junge", Fortbildungen für Suchtpräventionslehrer an Schulen.

Daneben werden für spezielle Gruppen besondere Projekte angeboten - die sogenannte selektive Prävention. Ein besonderes Beispiel davon ist das "Peer"-Projekt an Fahrschulen. Da manche Kinder und Jugendliche "sehr riskant" Alkohol konsumieren, wurden für diese spezielle Zielgruppe Angebote der indizierten Suchtprävention initiiert: Die dreitägige Fortbildung "Motivierende Gesprächsführung - MOVE" sowie das Projekt "HaLT - Hart am Limit.

Auch ein Angebot an Vereine gibt es im Kreis Göppingen in Kooperation mit dem Kreisjugendring: Diese Fortbildung und Information steht unter dem Titel "Alkohol und andere Drogen - wie gehen wir im Verein damit um?" soll Verantwortliche in Vereinen sensibilisieren für das Thema Alkohol- und Drogenmissbrauch.


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Autor: KARL-HEINZ STROHMAIER | 09.03.2010

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