Piraten wollen gegen AfD demonstrieren

Die Piraten-Partei reagiert auf die Wahlkampfveranstaltung der AfD am Donnerstagabend: Sie hat ab 18 Uhr eine Gegendemonstration in der Geislinger Fußgängerzone angemeldet.

KATHRIN BULLING |
Der Donnerstagabend gewinnt an Brisanz: Zu den beiden Wahlkampfveranstaltungen der AfD und der Grünen um 19 Uhr kommt ab 18 Uhr eine Demonstration der Piraten-Partei in der Geislinger Fußgängerzone. Der Gingener Julian Beier, der selbst für den Wahlkreis Göppingen kandidiert, hat die Demo am Dienstag bei der Stadtverwaltung angemeldet.

Die Tatsache, dass der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke, gegen den bereits wegen Volksverhetzung ermittelt wurde, mit antrete, habe den Ausschlag für die Demo gegeben, sagt Beier: „In einer bunten Stadt wie Geislingen muss man etwas dagegen setzen.“

Auch wenn die Initiative von der Piraten-Partei ausgehe, solle jeder an der Demo teilnehmen – es gebe bereits Gespräche mit türkischen Vereinen, den Grünen und der IG Metall. Julian Beier rechnet mit rund 50 Teilnehmern.

Die Piraten hätten gern auf dem Kirchplatz, ganz in der Nähe des Kapellmühlsaals, demonstriert. Dagegen hat man sich im Geislinger Rathaus aus Sicherheitsgründen entschieden. „Das war uns zu heikel“, erklärt Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner. Die Demonstranten sollen sich nun im oberen Ende der Fußgängerzone vor dem Sonne-Center aufhalten – dies sei immer noch in Sicht- und Hörweite der AfD-Veranstaltung, so der Ordnungsamtschef. Für Julian Beier ist diese Entscheidung in Ordnung.

Philipp Theiner sagt, er könne nur schwer abschätzen, was passieren werde, „aber ich weiß, dass Höcke polarisiert und rechne deshalb mit Reaktionen“. Mit der Polizei spreche er nun die Sicherheitsvorkehrungen ab.

Eckhart Klein, der Kandidat der Grünen im Wahlkreis Geislingen, begrüßt die Aktion der Piraten. „Ich finde es gut, wenn Geislinger Bürger ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen“, sagte er. Dass die AfD-Veranstaltung und die Demonstration mit dem Mobilitätsgipfel der Grünen mit Landesverkehrsminister Winfried Hermann zusammenfallen, sei unglücklich und koste vielleicht Zuhörer, so Eckhart Klein: „Aber die Gegendemo ist eine wichtige Sache.“ Er kündigte an, vor der Grünen-Veranstaltung selbst bei der Demo vorbeischauen zu wollen.

Felix Bürkle vom Geislinger Arbeitskreis Asyl erklärte, dass eine Gegendemo zur AfD-Veranstaltung „natürlich immer“ im Sinne des AK sei. Der Arbeitskreis werde vor der MAG vermutlich Infos zum Kontaktcafé für und mit Flüchtlingen verteilen und für ernsthafte Gespräche über Asylpolitik bereit stehen.

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