Mit einem Klick im Netz zu den Stadträten

Geislingen.  Facebook, E-Mails - und jetzt auch noch "abgeordnetenwatch.de": Selbst Kommunalpolitiker können sich neuer Technologien nicht entziehen.

Schnell mal den Stadtrat Soundso was fragen. Seine Meinung über ein aktuelles Thema hören. Das könnte im persönlichen Gespräch, per Telefon oder E-Mail geschehen. Seit wenigen Tagen gibt es in Geislingen noch eine weitere Variante: "abgeordnetenwatch.de", einen gemeinnützigen Verein, der sich mehr Demokratie, Transparenz und Bürgernähe zum Ziel gesetzt hat. In Hamburg ansässig, will er im Internet die öffentliche Diskussion mit Politikern forcieren. Was auf Bundes- und Landesebene mittlerweile funktioniert, soll nun auf kommunaler Ebene getestet werden - mit zunächst 14 Kommunen und Landkreisen. Dass Geislingen zu diesem Pilotprojekt gehört, hat Stadtrat Holger Schrag (Junges Geislingen) in die Wege geleitet. Als selbstständiger Fachinformatiker sind ihm die Möglichkeiten, die die modernen Kommunikationsmittel bieten, bestens vertraut.

In dem Newsletter, das die Hamburger an 30 000 Abonnenten mailen, hatte er den Aufruf gelesen, wonach sich interessierte Städte und Gemeinden für das Pilotprojekt melden sollten. Nach Angaben von Gregor Hackmack, der Mitbegründer dieser Internet-Plattform ist, waren 30 Bewerbungen eingegangen. Neben jenen von so großen Städten wie Dresden, Leverkusen, Stuttgart oder Bonn, überzeugte sie auch das Schreiben des Geislinger Stadtrats Schrag, der sich sogleich anbot, die ohnehin öffentlichen Daten des Gemeinderatsgremiums einschließlich der E-Mail-Adressen weiterzureichen - mit Zustimmung des Rathauses und der Stadträte.

Inzwischen können die Stadträte "angeklickt" und persönlich angeschrieben werden. Fragen und Antworten erscheinen öffentlich - und bleiben gespeichert. Allerdings: Bevor ein Beitrag im Internet auftaucht, wacht ein Moderator darüber, dass nichts Persönliches oder Beleidigendes verbreitet wird. Außerdem sind nur Fragen erlaubt und keine Meinungsäußerungen. Über abgelehnte Beiträge werden sowohl der Fragesteller als auch der Adressat informiert. Und Zuschriften an Stadträte, die keine Email-Adresse haben, werden an deren Fraktionen umgeleitet.

Bislang freilich scheinen die Stadträte zurückhaltend zu sein: Nur Schrag und Ismail Mutlu (GAL) zeigen sich im Bild.

Auch Oberbürgermeister Wolfgang Amann ist mit einem Foto vertreten, weil er darin eine Möglichkeit sieht, insbesondere mit jungen Bürgern in Kontakt zu treten. Deshalb habe er sich auch bei Facebook angemeldet. Allerdings beklagt er, dass die Beantwortung von Internet-Zuschriften sehr viel Zeit in Anspruch nehme. Im Übrigen empfiehlt er, "auch verbal miteinander umzugehen und nicht nur über Soziale Plattformen." Georg Hackmack von "abgeordnetenwatch.de" verweist auf einen weiteren Aspekt: Die Antworten müssten im Internet nicht spontan gegeben, sondern könnten zeitversetzt geschrieben werden. Bundestagsabgeordnete hätten sich auch schon mal zwei bis drei Jahre Zeit gelassen.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: MANFRED BOMM | 12.07.2011

Google 1+

Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland

Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Voith Paper Technology Center

Voith Paper baut in Heidenheim 280 Stellen ab

Der Schnitt war angekündigt, fiel aber offenbar härter aus als erwartet: Angesichts drastischer Einbrüche am Markt für grafische Papiere will Voith Paper in Deutschland und Österreich über 700 seiner 2800 Stellen streichen.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Familie muss ausziehen - Fünf Kinder in Wohnungsnot

Neu-Ulm Eine Alleinerziehende steht am 8. Juli mit ihren fünf Kindern auf der Straße, wenn sie keine Wohnung findet. Bisher ohne Erfolg, trotz professioneller Unterstützung der Wohnberatung der Neu-Ulmer Diakonie.... mehr

Amok-Alarm an Schule in Memmingen - Fahndung nach Täter läuft

Memmingen Amok-Alarm hat am Dienstagnachmittag ein 15-jähriger Schüler der achten Klasse in Memmingen (Bayern) ausgelöst. Der Junge hatte die Lindenschule, eine Grund- und Hauptschule, mit zwei scharfen Waffen betreten und mehrere Personen bedroht. Auch ein Schuss fiel.... mehr

Amok-Alarm an Memminger Schule: Waffen gehören dem Vater

Memmingen Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.... mehr