Konarek kämpft gegen die Kälte

Raum Geislingen.  Die eisigen Nächte sind höllisch: Auch Lars Konarek, der Überlebenstrainer, stößt jetzt an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Erschöpft an einem Baum lehnend, hat sich Lars Konarek (32) am Montag selbst gefilmt: "Hallo, ich genieße hier die warmen Sonnenstrahlen, die meinen Körper etwas wärmen - nach einer höllischen Nacht, die wirklich grenzwertig war." Zehn Tage lang will er sich ohne jegliche Hilfsmittel vom südlichen Lech bis Geislingen durchschlagen. Außer seiner Kleidung hat er nichts dabei - "kein Feuerstein, kein Messer und keine sonstigen Gegenstände", sagt er im Video, das am Montagnachmittag aufgenommen wurde. Und: "Wer die letzte Nacht miterlebt hätte, wüsste, wovon ich spreche." Als einigermaßen windgeschütztes Plätzchen hatte er einen engen Felsspalt auserkoren und sich auch dort, in der Lampe der Videokamera, gefilmt. Vor Kälte zitternd, sein Kommentar: "Ich habe versucht, etwas zu schlafen. Meine Nase läuft, es ist verdammt kalt. Ich weiß nicht, wie lange ich eingeschlafen bin, aber es waren sicher nur ein paar Minuten. Ich werde nun los- müssen und weitergehen, weil es einfach zu kalt ist. Meine Felsbehausung hat mich vor Wind geschützt, jedoch ist es ohne ein Feuer wirklich hart."

Die Speicherkarte mit den Videos sammelt sein Kompagnon an vorgegebenen Depots ein, ohne mit ihm persönlichen Kontakt aufzunehmen. Konareks erklärtes Ziel ist es, Überlebenstraining unter realistischen Bedingungen zu praktizieren. Das gestrige Video enthielt aber auch die Warnung an etwaige leichtfertige Nachahmer. Ohne extremes Training sei dies nicht machbar. Seine geistige und körperliche Verfassung jedenfalls sei "viel besser als bei Normalmenschen." Aus den weiteren Worten wird die Anspannung deutlich: "Ich bin stolz, die gestrige Nacht überstanden zu haben und blicke jetzt freudig auf die nächsten Tage." Noch bis Montag muss er durchhalten. Dann soll Geislingen erreicht sein.

Wo er sich genau aufhält, ist geheim. In dem Video erwähnt er jedoch das Zusammentreffen mit einem Mann, der ihm erklärt habe, in Mickenhausen seis minus 17 Grad kalt gewesen. Dieser Ort liegt zwischen dem Lech und Krumbach. Offenbar bewegt sich Konarek auf Günzburg zu.

Er habe auf die Bemerkung des Mannes, "diese Nacht hätte im Wald keiner überlebt", nur geschmunzelt. Konarek: "Natürlich hab ich ihm nicht gesagt, dass ich im Wald geschlafen habe."

Abschließende Video-Botschaft vom Montagnachmittag: "Macht euch keine Sorgen - mir geht es gut."


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Autor: MANFRED BOMM | 10.03.2010

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