Jäger gegen Segways

Kreis Göppingen.  Die Jäger sind auch als Naturschützer aktiv und übernehmen diverse Aufgaben für die Gesellschaft. Konflikte bleiben allerdings nicht aus - wie auch beim Kreisjägertag in Dürnau deutlich wurde.

"Die Geschichte der Jagd ist eng mit der Sozialgeschichte der Menschheit verzahnt." Beim Kreisjägertag der Kreisjägervereinigung Göppingen (KJV) in Dürnau betonte Landrat Edgar Wolff laut einer Pressemitteilung auch, die Jäger seien "engagierte und verlässliche Partner für den Landkreis". In der Frage der Segways - eine Art Elektroroller, die stehend gefahren werden - indes teilt er die ablehnende Haltung der Jäger nicht. "Es können sinnvolle Kompromisse gefunden werden." Dies sieht Kreisjägermeister Kurt Mürdter anders. "Das Schlimmste, was es für ein Wildtier gibt, ist ein lautlos auftauchender Feind", betonte er und will das Argument der Tourismusförderung nicht gelten lassen. "Es geht um das wirtschaftliche Interesse eines Einzelnen."

Wie auch Landesjägermeister Dieter Deuschle, der zum ersten Mal den Kreisjägertag in Göppingen besuchte, ging Mürdter auf die tragischen Ereignisse von Winnenden ein, die sich jetzt gejährt haben. "Wir Jäger als legale Waffenbesitzer waren indirekt davon betroffen. Sind Waffenbesitzer doch unter Generalverdacht gestellt." Und es sollte laut Mürdter "das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung aufgehoben werden". Deuschle als Sachverständiger im Innenausschuss des Bundestags habe mit verhindert, dass "viele unsinnige Vorschläge" verwirklicht worden seien. Der sieht die Jäger in einer kritischen Situation, sieht gar das Jagdwesen in Gefahr. Denn wenn der Jäger nicht mehr überall jagen könne, könne das Wild sich ungehindert vermehren: "Wer zahlt dann die Wildschäden, wie hält man Seuchen in Schach?"

Peter Arndt, der Leiter des Kreisjagdamtes, erinnerte daran, dass die UNO das Jahr 2010 zum "Internationalen Jahr der Biodiversität" erklärt hat. Auch in Deutschland seien 72 Prozent aller Lebensräume, 35 Prozent aller Tier- und 26 Prozent aller Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet. "Deshalb kommt der gezielten Biotopgestaltung durch die Jäger eine immer größere Bedeutung zu." Auf Antrag einer Jägerin tritt die KJV aus dem Naturschutzbund Deutschland aus. Für sie wie für Mürdter "sind die Verunglimpfungen durch den Verband unerträglich". War doch den Jägern vorgeworfen worden, nicht nur den Kormoran auszurotten, sondern auch im Schurwald Greifvögel zu vergiften.


Kommentare (1)

18.03.2010 13:25 Uhr |   unbestechlicher

Richtigstellung

Die jagd ist insofern mit der Sozailgeschichte verzahnt das Jäger immer einen unrechtmässigen Status gegenüber der restlichen Bevölkerung eingenommen haben und sie sich seit je her Gesetze zurecht biegen.
Partner der Landkreise? Bei den gewissen Beamten sicher grinsen
Der lautlose Feind sei der schlimmste? Stimmt, trifft 100% auf Jäger zu.
Es geht auch um das wirtschaftliche Interesse des einzelnen. Im Wald sind das aber fast ausschließlich die Jäger die ihren künstlichen Mastbetrieb abschöpfen.
Und wer hält Wildschaden und Seuchen in Schach? Sicher nicht die Jäger die durch Ludern, zerstörung der sozialen Gefüge beim Wild usw. erst für die ganzen Dinge sorgen. Die Tollwut wurde durch Impfköder ausgerottet nachdem die Jäger durch starke Fuchsbejagung erst für die rasche Ausbreitung sorgten. Heute weiß man das, aber dennoch wird immer noch gelogen.
Und ohne Waffen bei Jägern gäbe es über 40 Unfälle im Jahr mit oftmals tödlichen Ausgang weniger. Von Amokläufen ganz zu schweigen.

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