Geländewagen bleibt spurlos verschwunden

Raum Geislingen.  Von dem BMW-Geländewagen, mit dem am Freitagmorgen eine Einbrecherbande aus dem Autohaus Fetzer geflüchtet ist, fehlt nach wie vor jede Spur.

Die Kriminalisten rätseln: Wohin ist der stark beschädigte graue BMW Geländewagen vom Typ X 5 verschwunden? Wie berichtet, sind damit mehrere Einbrecher quer durch den Ausstellungsraum des Kuchener Autohauses Fetzer gerast, haben vier Neuwagen ineinandergeschoben und dann die Schaufensterscheibe durchbrochen. Die Vorgehensweise jedenfalls, so mutmaßt Geislingens Kripo-Chef Rudolf Witke, lässt auf mehr als zwei Täter schließen.

Nachdem zwei Männer mit südländischem Aussehen wenig später an der OMV-Tankstelle in Donzdorf beim Betanken des Geländewagens aufgefallen sind, muss davon ausgegangen werden, dass ein Teil der Bande mit einem anderen Fahrzeug geflüchtet ist. Wo dies stand, als die Polizeistreife die Verfolgung des Geländewagens aufnahm, kann nicht rekonstruiert werden.

Obwohl teure Nobelkarossen meist mit einem Ortungssystem ausgestattet sind, scheint dies bei Neufahrzeugen nicht ohne Weiteres aktivierbar zu sein. Bislang jedenfalls ist es nicht gelungen, ein Signal des Wagens ausfindig zu machen. Möglicherweise freilich ist er irgendwo untergestellt, wo keine Funkwellen entweichen können.

Auch in anderer Hinsicht sind den Ermittlern bei technischen Hilfsmitteln neuerdings Grenzen gesetzt. Hatten sie bisher ein halbes Jahr lang nachvollziehen können, welches Handy zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Funkzelle eingeloggt war und wohin es sich bewegt hat, so stehen derlei Daten nun nicht mehr zur Verfügung. Sie dürfen nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März gar nicht mehr gespeichert werden. Derzeit, so erläutert Polizeipressesprecher Uli Stöckle, könnten Telefondaten per richterlichem Beschluss nur noch ab jenem Zeitpunkt überwacht werden, ab dem ein konkreter Tatverdacht gegen die betroffene Person vorliege. Aufgrund der verbotenen Vorratsdatenspeicherung sei in keinem Fall mehr nachvollziehbar, wo sich ein bestimmter Handy-Nutzer aufgehalten habe.

Das Stuttgarter Kennzeichen, das der Seniorchef des Autohauses vor geraumer Zeit vom Fahrzeug einiger verdächtiger Kunden abgelesen hat, half auch nicht weiter: Die genannte Buchstaben- und Zahlenkombination ist nicht vergeben.


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Autor: MANFRED BOMM | 16.03.2010

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