Energiespeicher als Schlüssel zur Energiewende

Die Speicherung von überschüssigem Strom aus regenerativen Energiequellen war Thema einer Diskussionsveranstaltung zu der die SPD Bundestagsfraktion in den Albwerkspeicher des Alb-Elektrizitätswerks geladen hatte.

JOCHEN HORNDASCH |

Der Vortragssaal im Albwerkspeicher in der Geislinger Eybstraße war brechend voll. Die Diskussionsveranstaltung "Energiespeicher - ein Schlüssel zur Energiewende" zu der die beiden SPD Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens, stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg und Ute Vogt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende für die Bereiche Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geladen hatten, versprach mit neuen Erkenntnissen die energiepolitische Diskussion zu bereichern. Das Dilemma der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen wie Sonne und Wind besteht darin, dass die Kilowattstunden nur dann sprudeln, wenn die Sonne scheint oder der Wind bläst. Die Natur orientiert sich leider nicht am momentanen Verbrauch. Doch Stromangebot und Stromnachfrage muss jederzeit im Gleichgewicht sein. Andernfalls kommt es zu großflächigen Stromausfällen. Wie Ute Vogt sagt, wird aus diesem Grund überschüssiger Strom beispielsweise ins Ausland verschenkt. Im Gegensatz dazu müssen Gas- oder Kohlekraftwerke einspringen, wenn zu wenig Strom aus erneuerbaren Energien kommt. Konventionelle Anlagen müssen das Defizit ausgleichen. Was fehlt sei eine festgelegte Speicherstrategie wie mit den Schwankungen bei der regenerativen Stromerzeugung umgegangen wird.

Doch nicht nur daran mangelt es. Auch neue großtechnische Lösungen zur Speicherung des überschüssigen Stroms sind Mangelware. Zwar erfüllen Pumpspeicherkraftwerke diese Aufgabe und sind seit jeher fester Bestandteil der sicheren und zuverlässigen Stromversorgung. Allerdings stoße der Neubau nach Vogts Worten zunehmend auf Widerstand aus der Bevölkerung und seien auch politisch nicht erwünscht.

Das Druckluftspeicher- und Gasturbinenkraftwerk in Huntdorf sei ein weiteres Beispiel dafür, wie Strom gespeichert werden kann. Die aus den 70er Jahren stammende Anlage sollte vor Jahren still gelegt werden, erfuhr aufgrund der Liberalisierung auf dem Strommarkt eine Renaissance. Mit Hilfe des überschüssigen Stroms wird Luft in unterirdischen Kavernen unter hohem Druck komprimiert, bei Bedarf abgezapft und über das Gasturbinenkraftwerk zur Stromerzeugung eingesetzt. Auch die Umwandlung von Strom in andere Energieträger wie Wasserstoff oder Methan sei eine Option zur Speicherung.

Ein Beispiel dafür lieferte Eduard Freiheit, selbständiger Unternehmensberater und Gesellschafter der Etogas GmbH. Er setzt auf das "power to gas"-Verfahren, um den überschüssigen Wind- und Sonnenstrom sinnvoll zu verwerten. In einer bundesweit einmaligen Anlage mit einer Leistung von 6,4 Megawatt 80 Kilometer südlich von Bremen werde elektrische Energie zur Erzeugung von Erdgas eingesetzt. Das Gas könne überall erzeugt und ins bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

Bei aller Euphorie für neue Technologien brachte es Hubert Rinklin, Vorstandsvorsitzender des Alb-Elektrizitätswerks auf den Punkt. "Die Speichertechnologien muss mit der Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken konkurrieren können, damit die Strompreise nicht weiter explodieren". Zwar stecke in vielen technischen Verfahren eine Menge an Potenzial. Doch bis zum großtechnischen Einsatz müsse noch viel geforscht und finanziell gefördert werden.

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