Ein Fest der Begegnung

Geislingen.  Sich im Dialog über türkische Kultur und islamischen Glauben näher zu kommen und einander besser zu verstehen. Das war das Ziel der "Kermes" am Pfingstwochenende in der Geislinger Ditib-Moschee.

Beste Festtagsstimmung bei strahlend blauem Himmel und sommerliche Temperaturen herrschten am Pfingstwochenende in der Heidenheimer Straße bei der Geislinger Ditib-Moschee. Die islamische Gemeinde dort hatte Mitbürger aller Nationalitäten zur "Kermes" - einem Wiedersehens- und Kennenlernfest eingeladen. Viele - darunter auch etliche Ur-Geislinger - waren der Einladung nachgekommen, sich einmal die Moschee von innen anzuschauen und sich den Gebetsablauf erklären zu lassen. Darüber hinaus lockten beim Hock außen vielfältige kulinarische Leckereien türkischer Koch- und Backkunst.

Nese Bahadir vom Vorstand der rund 900 Muslime zählenden Gemeinde der Ditib-Moschee zufolge hat sich das seit 2004 jährliche stattfindende Integrationsfest überaus positiv entwickelt. Von Jahr zu Jahr kämen immer mehr einheimische Besucher oder Menschen anderer Nationalitäten zur Kermes, um mehr über türkische Kultur und muslimischen Glauben zu erfahren. Der vom türkischen Staat unterstützten Glaubensgemeinschaft sei es vor allem wichtig, "ein Gegengewicht zu radikalen Islamisten zu bilden, ein friedliches, von gegenseitiger Toleranz geprägtes Miteinander zu leben und auch zu erleben und sich zu öffnen", erklärt die 46-jährige Muslimin.

Unter den deutschen Besuchern waren viele, die die türkische Kultur bereits von Urlaubsreisen kennen. So auch das Seniorenehepaar aus Gingen, das bei der Führung beeindruckt war von den schön gestalteten Gebetsräumen der Geislinger Moschee. Über den islamischen Glauben waren die beiden begeisterten Türkeireisenden schon gut informiert. Doch am köstlich duftenden Dolma (mit Reis und Hackfleisch gefüllte Weinblätter) und einem Gözleme (Hefeteig mit Gemüse, Hackfleisch und Käse) kamen auch sie nicht vorbei, ohne zu probieren.

Wie Nese Bahadir erläutert, nehmen auch Schulen und Kindergärten die Gelegenheit wahr, sich durch die Moschee führen zu lassen und etwas über die Grundlagen des muslimischen Glaubens zu erfahren. Kinder und Jugendliche würden einer objektiven Information über den Islam unvoreingenommen entgegentreten, erklärt Bahadir, die sich als Übersetzerin im interreligiösen Dialog sieht.

Auch Imam (Vorbeter) Sadik Öztürk freut sich über das Interesse der einheimischen Bevölkerung und den guten Besuch des Festes, bei dem auch Folklore-Tanzgruppen für Unterhaltung sorgten.


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Autor: JÜRGEN WAHR | 25.05.2010

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