EU-Schulfruchtprogramm: Schulen winken ab
Kreis Göppingen. Die EU kämpft gegen Schokoriegel und Chips: Obst und Gemüse in der Schule sollen die Nahrungsvielfalt der Kleinen erweitern. Die Schulen im Kreis Göppingen reagieren zurückhaltend.
Gesunde Ernährung steht bei Kindern nicht hoch im Kurs. Kein Wunder, wo Gesundes wie Obst und Gemüse den kleinen Rackern oft "einfach nicht schmecken". Die Europäische Union in Brüssel will jetzt gegensteuern und mit dem "EU-Schulfruchtprogramm" möglichst vielen Kindern bereits von klein auf ein gesundes Ernährungsverhalten näher bringen. "Schülerinnen und Schüler müssen im heutigen Schulalltag immer größere Leistungen erbringen. Um gesund und fit durch den Tag zu kommen, ist eine vielseitige Ernährung mit frischer Rohkost unerlässlich", meint dazu die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch. Deshalb möchte die EU bestimmte Schulen bei einem Obst- und Gemüseangebot finanziell unterstützen.
Das zunächst auf das aktuelle Schuljahr 2009/2010 begrenzte EU-Projekt richtet sich an Kindertageseinrichtungen und andere vorschulische Einrichtungen sowie an Grundschulen und Schulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung. Sofern die Geldmittel ausreichen, kann das Ernährungsprogramm in den folgenden Jahren auch auf andere Schularten ausgeweitet werden.
Und wer bezahlt die Obst- und Gemüsetage an den Schulen? Die Europäische Union trägt bis zu 50 Prozent der Kosten. Die Kofinanzierung soll in Baden-Württemberg durch Dritte erfolgen. Das sind zum Beispiel Schulen, Fördervereine, Eltern oder Sponsoren.
Dennoch ist vielen Schulen das Projekt zu kostspielig. "Wir können so etwas einfach nicht finanzieren", erklärt Axel Zäch, Direktor an der Albert-Schweizer-Schule Göppingen. Direktorin Ingrid Stotz von der Haierschule Faurndau sieht ein weiteres Problem: "Wir sind am Zeitbudget gescheitert." Viele Schulen im Landkreis haben eines gemeinsam: Sie haben schon längst eigene ähnliche Projekte ins Leben gerufen. "Wir haben unter anderem ein Beteiligungsprojekt gestartet, bei dem ältere und jüngere Schüler gemeinsam Frühstück zubereiten und essen", berichtet Ingrid Stotz. Dass sich Kinder oft ungesund ernähren, ist den Schulen im Landkreis bekannt. Aus eigener Initiative wirken viele Schulen dem entgegen. "Wir wollen mit unseren Projekten die Ernährung der Kinder in die richtige Richtung lenken", erklärt Ingrid Stotz.
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Autor: VERENA HERWIG MONA MOLL | 25.02.2010
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