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Die neue Halle vor Augen

Aufhausen will sie schon seit Jahrzehnten, nun könnte sie endlich Realität werden: die neue Sport- und Mehrzweckhalle. Ein privater Investor stellte dem Ortschaftsrat einen Entwurf mit Mietkauf-Option vor.

JOCHEN WEIS | 1 Meinung

Seit 30 Jahren schon kämpft Aufhausen um eine Sport- und Mehrzweckhalle, seit zehn Jahren gemeinsam mit Türkheim im gleichnamigen Förderverein. Nun sind die beiden Stadtbezirke ihrem großen Ziel so nahe gekommen wie nie zuvor: In der jüngsten Sitzung des Aufhausener Ortschaftsrats hat die Firma SAB aus Friedrichshafen ihren Entwurf für eine entsprechende Halle in Aufhausen vorgestellt - das Ergebnis einer Entwicklung, welche die Geislinger Stadtverwaltung im Sommer vergangenen Jahres mit ersten Sondierungsgesprächen angestoßen hatte.

Die Halle hat in der Tat das Potenzial für ein echtes Schmuckstück: knapp 39 mal 22 Meter Grundfläche, das Spielfeld 28 mal 15 Meter groß und sieben Meter hoch, Passivhaus-Standard, Beleuchtung mit energiesparenden LEDs, eine auf die Bedürfnisse der Vereine abgestimmte Medientechnik, Nutzung von Erdwärme, bei Veranstaltungen Platz für bis zu 250 Besucher - das sind die Eckdaten des Gebäudes. Was das Projekt für die Stadt interessant macht: SAB bietet die Halle auch im so genannten Mietkauf-Verfahren an. Was in diesem Fall bedeuten würde, dass Geislingen über einen Zeitraum von 20 Jahren jährlich 153 000 Euro brutto bezahlen müsste, danach ginge die Halle in städtisches Eigentum über. Bis zu diesem Zeitpunkt würde SAB auch für die Strom- und Energiekosten aufkommen.

Schon deshalb sieht der Leiter des Stadtbauamts, Karl Vogelmann, die Gefahr als gleich null an, nach 20 Jahren stolzer Besitzer eines Sanierungsfalls zu sein. "Hier darf man davon ausgehen, dass sich die SAB anstrengen würde, ein Haus zu bauen, das alle energetischen und sonstigen Anforderungen erfüllt", sagt Vogelmann. Dies sei angesichts stetig steigender Energiekosten schon im Eigeninteresse der Firma.

Alternativ zum Mietkauf könnte die Stadt direkt als Bauherr investieren. Hierbei würden sich laut Vogelmann sämtliche Kosten - hochgerechnet auf 20 Jahre - in etwa mit denen des Mietkauf-Modells die Waage halten. "Allerdings macht einen der Mietkauf unabhängiger von der aktuellen Haushaltslage", sagt Vogelmann. Will heißen: Es ist einfacher, eine Investition über 20 Jahre zu strecken als mit einer millionenschweren, schuldenfinanzierten Ausgabe zu starten, die sich die Stadt in dieser Form womöglich gar nicht leisten kann.

Das Projekt soll nun im nächsten Schritt am 20. Februar im Technischen Ausschuss des Gemeinderats vorgestellt werden. Geht es nach Peter Drausnigg aus dem Vorstand der SAB, könnte schon im Sommer der Spatenstich sein, "wir stehen Gewehr bei Fuß". Laut Vogelmann wäre der Baubeginn - die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt - allerdings erst im kommenden Jahr möglich, "für 2013 haben wir dafür keine Mittel, außerdem werden wir noch ordentlich Zeit brauchen, um die Verträge auszuhandeln und vergabetechnisch alles wasserdicht zu machen." Zumal die Stadt mit einer weiteren Firma in Kontakt steht, die ebenfalls ein Angebot abgegeben hat.

Für Aufhausens Ortsvorsteher Ludwig Kraus ("wir sehen endlich den Silberstreif am Horizont") ließe sich eine Wartezeit bis ins kommende Jahr jedenfalls problemlos verschmerzen. "Wir wären schon zufrieden, wenn wir das Projekt 2013 entscheiden und dann 2014 bauen", sagt Kraus, "wichtig ist, dass der Gemeinderat ein deutliches Zeichen setzt. Ein Nein würde nur Gräben zwischen der Stadt und den Stadtbezirken aufreißen."

Die neue Halle sei für Aufhausen und für Türkheim "absolut notwendig, denn wir haben halt nichts", sagt Kraus. Die derzeitige Turnhalle in Aufhausen stammt aus den 1930er Jahren, der Anbau mit Duschen und Clubhaus aus den 1960ern. "Darin turnen 25 Schulkinder auf 90 Quadratmetern, so kann kein adäquater Sportunterricht aussehen", betont Kraus: "Außerdem ist die Bausubstanz marode und das gesamte Gebäude energetisch nicht mehr zeitgemäß. Jeder Euro, der noch in diese Halle investiert wird, wäre eine Fehlinvestition."

1 Kommentar

28.01.2013 16:27 Uhr

Nein. nicht in die Falle der Ratenkäufe einsteigen!

Es ist abzulehnen auf Kredit zu kaufen von einem Finanzinvestor.
Wie Privatleute man soll Ratenzahlung machen und wie wärs noch mit dem Schnäppchen so billig und der Vertrag wird so umfassend ausgearbeitet das Garantiert nur einer Gewinnt.
Wenn die Firma`s so Wohltätig sind, sollen sie das 5 Täler Bad übernehmen und die Stadt mietet es zurück mit Jährlichem Kündigungsrecht.
Mit den 10 Millionen € für das Hallenbad kann die Stadt die Mehrzweckhalle bauen und die Restlichen 7 Millionen für den Schuldenabbau nehmen.

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