"Das gehört sich nicht"
Geislingen. Der Insolvenzverwalter kommt zum selben Ergebnis wie die IG Metall: Weil es ein Betriebsübergang sei, müsse für die Pleite der Geislinger Firma Enfumo die Muttergesellschaft Hella in Österreich einstehen.
"So geht man nicht mit Mitarbeitern um, das gehört sich nicht." Diesen Satz sagt kein Gewerkschafter, dem man Parteilichkeit für Arbeitnehmerkollegen unterstellen könnte; so eindeutig beurteilt Margit Fink die Lage. Sie ist in der Neu-Ulmer Kanzlei Geiwitz, dem vorläufigen Enfumo-Insolvenzverwalter, für Fragen des Arbeitsrechts zuständig. Ihre Kritik bezieht sich auf die Vorgänge um die insolvente Geislinger Firma Enfumo und vor allem auf die frühere Muttergesellschaft Hella-Arabella.
Nach eingehender Prüfung komme die Kanzlei Geiwitz zur selben rechtlichen Einschätzung wie die IG Metall, erläutert Fink. Es handle sich bei Enfumo um einen Betriebsübergang an Hella und teilweise an Arabella, womit diese Firmen zum Beispiel zu einem Sozialplan verpflichtet seien für die noch 69 Enfumo-Mitarbeiter, denen durch die Insolvenz dieser Produktionsfirma der Verlust des Arbeitsplatzes droht.
Fink stützt ihre Argumentation vor allem darauf: Arabella habe sich bestimmte Enfumo-Mitarbeiter herausgepickt und übernommen - was so nicht zulässig sei. Die Maschinen, mit denen Enfumo früher für Hella-Arabella produziert habe, seien abgebaut und zu Hella nach Österreich gebracht worden. Auf Hella seien alle Aufträge übergegangen. "Und damit auch die Arbeitsverhältnisse", lautet die entscheidende Schlussfolgerung Finks.
Wie berichtet, hatte Hella-Arabella ihre vormalige Produktionsgesellschaft - ohne die Maschinen - jüngst verkauft und ihr sogleich die Aufträge entzogen. Der neue Eigentümer war damit zahlungsunfähig. Über diesen Strohmann und den beabsichtigten Firmencrash sollten die Enfumo-Mitarbeiter kostengünstig entsorgt werden, lautet der Vorwurf der IG Metall.
Die Kanzlei Geiwitz hat ihre Auffassung der Hella-Geschäftsführung schriftlich mitgeteilt - und bereits vom Adressaten eine Antwort erhalten, dass man nämlich die Sache bei Hella ganz anders beurteile.
Die IG Metall will den 69 Betroffenen vollen Rechtsschutz gewähren. Sie hat außerdem über ihren Vorstand in Frankfurt die österreichische Metallgewerkschaft eingeschaltet. Das war jüngst auch bei einer Betriebsversammlung Thema.
Die Enfumo-Beschäftigten, die gegenwärtig freigestellt sind, erwägen, einen Bus zu chartern und an den Firmensitz von Hella in Tirol zu fahren. Dort wollen sie dann ihre Arbeitskraft anbieten, wie Betriebsratsvorsitzender Hans-Helmut Strauß mitteilt.
Außerdem werden die Enfumo-Beschäftigten am Freitag, 26. Februar, einen neuen Betriebsrat wählen - gegenwärtig finden in allen Metallbetrieben turnusgemäß Neuwahlen statt. Jeder Enfumo-Beschäftigte werde schriftlich benachrichtigt, dass er seine Arbeitnehmervertreter an diesem Freitag zwischen 10 und 12 Uhr im Betriebsratsbüro wählen kann, versichert Strauß. Danach werde gleich ausgezählt. Damit will die betriebliche Arbeitnehmervertretung legitimiert und handlungsfähig bleiben.
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Autor: RODERICH SCHMAUZ | 20.02.2010
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Demonstration von IG Metallern gegen die Vorgänge bei Enfumo. Der Insolvenzverwalter spricht ebenso wie die IG Metall von einem Betriebsübergang.
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Kommentare (5)
das gehört sich nicht
als ehrenmann hat sich ein herr kraler vor vornherein nicht verhalten. er hat von anfang an nur ein ziel verfolgt, den namen arabella zu bekommen und somit ein fuß auf den deutschen markt setzen zu können, denn wer kannte schon hella?er hat von anfang an versucht die rechte der mit-arbeiter zu beschneiden, er hielt nichts vom betriebs-verfassungsgesetz, er wollte die gewerkschaft aus dem unternehmen treiben und er wollte keinen betriebsrat. er konnte von anfang nicht mit kritik umgehen gescheige denn konnte er in die diskussion gehen. er wollte immer seinen willen durchsetzen und hat es immerhin geschafft durch druck auf die mitarbeiter dies zu erreichen. er ist sicher kein edelmann, denn dafür fehlt ihm das wichtigste: menschenführung und verantwortung, die er als unter-nehmer haben sollte. letztendlich sieht es doch so aus der kraler befiehlt, der troyer führt aus. sol läuft das auch im tiefen pustertal in tirol. hier zu hoffen, dass ein kraler sich ändert ist absurd, daher klagen!!Hella/arabella
Herr Kraler oder Herrn Troyerdie frage ist wer ist schlimmer ..........
Nach einigen ansprachen auf weihnachtfeiern und das gerede wir sind eine große familie frage ich mich ob sich familien so behandeln .
Naja die stimmung singt mal schauen was die sich noch so leisten
Ein Lob
Lob an Geiwitz und Kollegen. Und an die arabella Mitarbeiter von Hella., die sich wehren.Jawoll, es handelt sich um einen Betriebsübergang. Seien wir gespannt, wie die Gegenseite argumentieren will. Witzig ist das nicht. Es geht um Existenzen, wie der erste Kommentator trefflich meint. Ob In welchem Verhältnis K & T genau stehen, ist mir unbekannt. Mann sollte auf der Hut sein, und sich nicht siegessicher wähnen. Der "Betriebsübergang" ist ein seltsames juristisches Konstrukt. Auf jeden Fall BR wählen und auch nach Tirol fahren. Alle, jeder der kann. Immer volle Kanne druff. Verrecken sollen die. AUferstehn und nochmal verrecken. Jawoll. Das sage ich. Kein MA. Nicht nur, dass persönliche Existenzen in Notlage geraten. Auch die Sozial kassen werden durch solch Vorgehen belastet. Und das bei einer profitablen Unternehmung. Auf nach Tirol!