Christen und Muslime im Gespräch Dialogabend: Sich gegenseitig bejahen
Kreis Göppingen. Beim Dialogabend zwischen Christen und Muslimen im Göppinger Bürgerhaus ging es darum, wie der Glaube in den Religionen vermittelt wird.
Der Evangelische Kirchenbezirk Göppingen und das Katholische Dekanat Göppingen-Geislingen hatten Christen und Muslime zu einem Dialogabend eingeladen: "Weitergabe des Glaubens - wie kann das bei Christen beziehungsweise Muslimen gelingen", war die Thematik im Bürgerhaus in Göppingen. Ein Eingangsreferat hielten drei junge Frauen, die sich in der Türkisch-Islamischen Union DITIB, in der Jugendarbeit und im Unterricht engagieren. Aysenur Dagli erzählte: "Mit 13 wollte ich eigentlich gar nicht in die Moschee. Aber dann bin ich dort auf tolle Leute getroffen, die mich einfach herzlich aufgenommen haben. Ich habe gespürt, dass es um den Sinn meines Lebens geht."
In dem Gespräch wiesen mehrere Teilnehmer auf den Kern der Glaubensweitergabe hin: "Das Vertrauen zu Gott wird über glaubwürdige Personen vermittelt." Gabi Göbel erzählte: "Ich habe mich in der Kinderkirche engagiert, um das zu ergänzen, was zunächst in den Familien angelegt werden muss." Rudolf Lughofer, Pfarrer i.R., der das Gespräch leitete, fasste zusammen: "Wenn wir so konkret über die Vermittlung des Glaubens reden, sind wir sowohl inhaltlich wie auch methodisch dicht beieinander."
Christliche Teilnehmer stellten auch kritische Fragen: "Wie ist das mit der Rolle der Frauen im Islam?" Das könnte ein Thema für den nächsten Dialogabend sein. Als ein Teilnehmer die Frage aufwarf, ob denn für Muslime auch das Gebot Jesu, den Feind zu lieben, gelte, erwiderte der Imam der DITIB, Yahya Yilmaz: "Im Koran heißt es: Wer einen Menschen tötet, der tötet die ganze Menschheit, und wer einen Menschen rettet, der rettet die ganze Menschheit."
Inge Eichelmann, die Leiterin des evangelischen Waldeckkindergartens, berichtete, dass dort Kinder aus christlichen wie auch muslimischen oder atheistischen Familien zusammenkommen und auch die Verschiedenheit positiv wahrnehmen. "Wir wollen das Christentum und den Islam nicht vermischen, aber die Kinder sollen sich gegenseitig bejahen und ernst nehmen." Ein Teilnehmer wies auch auf das von dem katholischen Professor Hans Küng initiierte Projekt Weltethos hin: "Küng macht deutlich, dass es ohne Religionsfrieden keinen Weltfrieden geben kann."
Das Gespräch wird am 24. April im Bürgerhaus weitergeführt.
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Autor: SWP | 30.01.2012
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