Bahnhofsplatz in Geislingen bleibt namenlos

Daniel Straub kennt in Geislingen jedes Kind. Bei Michael Knoll wird es schon etwas dürftiger. Und bei Karl von Etzel gibt es vielfach nur noch Schulterzucken. Um das Ganze aufzulösen: Alle drei waren maßgeblich am Bau der Geislinger Steige beteiligt.

JOCHEN WEIS |

Daniel Straub kennt in Geislingen jedes Kind. Bei Michael Knoll wird es schon etwas dürftiger. Und bei Karl von Etzel gibt es vielfach nur noch Schulterzucken. Um das Ganze aufzulösen: Alle drei waren maßgeblich am Bau der Geislinger Steige beteiligt. Während Straubs Stern als Unternehmer aufging - sein Erbe waren die MAG und die WMF - hatte Knoll die Leitung über den Bau der Strecke Plochingen-Ulm und damit über die Geislinger Steige. Zusammen mit Karl von Etzel plante er die fünfeinhalb Kilometer lange Rampe, erbaut von 1847 bis 1850.

Um den in Geislingen etwas in Vergessenheit geratenen von Etzel zu ehren, hatte die SPD-Gemeinderatsfraktion - auf Betreiben des Kunst- und Geschichtsvereins - beantragt, den Bahnhofsvorplatz in "Karl-von-Etzel-Platz" umzubenennen. Allerdings, das steht schon fest, wird es der Stuttgarter in der Fünftälerstadt bestenfalls zu einer Gedenktafel am Bahnhof bringen, eine Umbenennung des Platzes lehnt die Stadt ab. Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner führt da einen ganz pragmatischen Grund ins Feld: "Am Bahnhof gibt es drei Gebäude, die unter der Anschrift Bahnhof 1, Bahnhof 3 und Bahnhof 5 laufen." Und weil auch Gewerbetreibende die Gebäude nutzen, müssten die ihre Firmenanschrift ändern - was "für die Betroffenen mit gewissen Folgekosten versehen wäre, die vermutlich nicht unerheblich sind". Darüber hinaus stellt Theiner die Frage, weshalb gerade von Etzel diese Ehre zuteil werden soll. Direkt nebenan, am Busbahnhof, steht eine Büste des waschechten Geislingers Knoll. Die Büste ist Teil einer Kopie des Denkmals an der Steige. Dessen Name wäre ebenso gut für den Vorplatz - und zudem sinniger, weil Knoll-Büste und Etzel-Platz in Kombination auswärtige Besucher eher verwirren denn erhellen könnten. Ohnehin ist laut Theiner der Steige-Bau eine Gemeinschaftsleistung, bei der nur eine Person hervorzuheben schwierig sei.

Dass von Etzel dem Vergessen anheim fällt, da hat Theiner keine Sorge: In Heilbronn, Stuttgart, Innsbruck und Graz gibt es Straßen, die von Etzels Namen tragen. Und am Bahnhof Brenner auf der Grenze von Österreich und Italien steht ein Denkmal mit seiner Büste. Denn sein berühmtestes Werk als Planer ist die 275-Kilometer-Brennerbahn, erbaut von 1864 bis 1867 - deren Fertigstellung er jedoch nicht mehr erlebte. 1865 starb von Etzel nahe Linz in einem Eisenbahnwaggon an einem Schlaganfall.

Lesetipp Die Anfragen und Anträge der Fraktionen im Überblick

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Mainz feiert Karneval im Mai

Karneval in Mainz - diesmal nicht im Februar sondern im Mai.

Die Mainzer lassen sich das Feiern nicht nehmen. Mit 77 Zugnummern und 2222 Teilnehmern holen sie am Muttertag die Fastnacht nach. Doch nicht alle sind damit einverstanden. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr

Schells Witwe ist schwanger

Iva Schell erwartet ihr erstes Kind.

Die Witwe des vor zwei Jahren gestorbenen Schauspielers Maximilian Schell, die Operettensängerin Iva Schell (37), erwartet ihr erstes Kind. mehr