AUS DEM ORTSCHAFTSRAT TÜRKHEIM

Türkheim. 

. Die vier geplanten Windkraftanlagen auf dem Hungerberg haben jetzt den Türkheimer Ortschaftsrat beschäftigt. Zwei Vertreter der Stuttgarter Firma Megawatt, die zu den Interessenten für die Errichtung neuer Rotoren gehören, hatten gebeten, ihre Entwürfe vorstellen zu dürfen. Für die Berechnungen zur Schallbelastung seien die schlechtesten Bedingungen herangezogen worden, erläuterten sie - nämlich gefrorener Boden ohne Schnee und ungünstige Windverhältnisse. An keinem der untersuchten Orte in Türkheim, Wittingen und den nur 500 Meter entfernten Aussiedlerhöfen werde demnach der nachts gültige Richtwert von 45 dB(A) überschritten. Allerdings könnten bei den Aussiedlerhöfen und in Wittingen die Grenzwerte für den Schattenwurf überschritten werden. Abhilfe sei möglich, wenn die Rotoren bei entsprechendem Sonnenstand zeitweise abgeschaltet würden. Die Firmenvertreter schlugen vor, nicht nur die Besitzer jener Grundstücke zu entschädigen, auf denen Windräder gebaut würden. Gleiches müsse für die Betroffenen im Vorranggebiet und die Eigentümer angrenzender Grundstücke gelten, da auch auf diesen Flächen eine Baulast eingetragen werden müsse. Der Ortschaftsrat regte eine finanzielle Bürgerbeteiligung an. Interessenten können sich jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr im Rathaus melden.

Zugestimmt wurde dem Antrag des Staatlichen Hochbauamts Ulm für einen Treppenaufgang am Wetterradarturm.

Angenommen wurde auch der Vorschlag von Ortsvorsteher Heinz Mekle, die Feldwegunterhaltung in diesem Jahr wie bisher weiterzuführen. Er und Ortschaftsrat Georg Junginger werden den Zustand der Feldwege kontrollieren und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen. Mit Unterstützung von Türkheimer Bürgern könnten damit die Feldwege in Eigenregie instand gehalten werden. Im letzten Jahr wurden für Material und Arbeit an den Wegen 4840 Euro investiert.

Der größte Teil des Feldwegbudgets wird für den Ausbau des Gaisäckerwegs zurückbehalten. Wann der Bau beginne, sei noch nicht abzusehen, da mittlerweile 40 Verbände und Ämter ein Mitspracherecht hätten, erklärte Mekle. Es zeige sich, dass nicht allein die Finanzierung das größte Problem beim Ausbau darstelle. Alle Anlieger des betroffenen Teilstücks des Gaisäckerwegs werden am 15. Februar bei einer Versammlung informiert.

Das Geld auf dem Konto des Ortschaftsrats wird für den Bau des geplanten Parkplatzes an der Kreuzung Oppinger Straße/Heiligenrain zurückgestellt.

Die Jahresabrechnung 2011 wies keine Fehler auf. Kassenprüfer Bernd Anton bestätigte die Richtigkeit aller Buchungen. Der Ortsvorsteher wurde einstimmig entlastet.

Die Einnahmen aus der Vermietung des Gemeinschaftshauses beliefen sich im vergangenen Jahr auf 3018 Euro. Die Heißmangel erbrachte 60 Euro, das Schlachthaus brachte 182 Euro. Weil das Schlachthaus voriges Jahr nur sechsmal belegt war, schlug Ortsvorsteher Mekle vor, den Schlachtraum und die Kühlhalle den Jagdpächtern anzubieten, sofern dies lebensmittelrechtlich möglich sei. Der Ortschaftsrat stimmte zu.

Der Jahresabschluss der Türkheimer Bürgerstiftung wies 113 850 Euro auf. Erfreulicherweise habe sich dieser Betrag im neuen Jahr bereits wieder erhöht, erklärte Mekle.

Der Ortsvorsteher gab folgendes bekannt: Die Querungshilfe an der Nellinger Straße sei mit 15 000 Euro im städtischen Etat enthalten. - Da der Lämmerbuckeltunnel der A 8 noch nicht vollständig saniert sei, müsse auch in Zukunft mit der Umleitung des Autobahnverkehrs über Türkheim gerechnet werden. - Für die Umgestaltung des Kindergartenvorplatzes liegt ein Entwurf des Stadtbauamtes vor. Er sieht eine Spielstraße, Fahrradabstellmöglichkeiten und einen gepflasterten Bereich mit Sitzgelegenheiten vor. Zur Geislinger Straße hin wird der Platz mit einem Tor abgegrenzt. Die voraussichtlichen Kosten liegen bei annähernd 14 000 Euro.

Neues gibts auch zum Bau des Feuerwehrmagazins: Das Vorhaben ist vorläufig gestoppt. Nach Angaben von Ortsvorsteher Mekle wurden die Planunterlagen dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt. Dabei habe sich herausgestellt, dass die voriges Jahr in Aussicht gestellten Zuschüsse nicht mehr erteilt würden - aus "verschiedenen Gründen", wie Mekle erklärte. Nun soll geklärt werden, was geschehen ist.

Im Hinblick auf den seit Langem geforderten Bau einer Sporthalle mit Aufhausen, berichtete Ortsvorsteher Mekle von einer Besichtigungsfahrt: in Ottenbach, Beimerstetten und Neenstetten hätten die jeweiligen Bürgermeister durch die neuen oder komplett renovierten Hallen geführt. Es habe sich aber gezeigt, dass auch bei einer Sanierung Kosten von annähernd drei Millionen Euro anfallen.

Jagdpächter Brendel hat sein Revier an den neuen Pächter Thomas Weishäupl übertragen.

Auf die Frage aus den Reihen des Ortschaftsrats, ob es bei der Biogasanlage auf dem Gewerbegebiet eine Veränderung gebe, erklärte Mekle, es werde eine Erhöhung der Gebäude geben. Dazu sei aber keine Umweltprüfung notwendig.

Abschließend wurde der schlechte Zustand des Feldweges von der Wittinger Straße zur Geislinger Straße (entlang der Aussiedlerhöfe) beklagt. Als sehr störend wird auch der nach wie vor bestehende Lagerplatz für Siloballen empfunden.


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04.02.2012

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