Blumenteppiche sind Kunst

Acht Blumenteppiche und vier Altäre auf dem Prozessionsweg am Fronleichnamsfest in Westerheim: prachtvolle Lockmittel für Hunderte Menschen.

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Die Besucher bestaunen überall in Westerheim die Bilder aus filigranen Blütenblättern.  Foto: 

Für viele, die am Donnerstag aus allen Himmelsrichtungen nach Westerheim gekommen waren, stand das christliche Thema im Vordergrund. Sie mischten sich unter die Gottesdienstbesucher und gingen die Prozession mit. Und es sind ebenso die prachtvollen, für den Prozessionsweg gestalteten Blumenteppiche, die die Menschen an Fronleichnam regelmäßig von weither in den Luftkurort Westerheim locken und wofür die Leute eben auch an diesem Nachmittag zu Hunderten nach Westerheim pilgerten. Jedes Jahr werden die Blumenteppiche nach neuen Themen gestaltet. Heuer war das Thema "Werke der Barmherzigkeit". Das bezog sich auf das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit. Weitere vier Blumenteppiche bildeten eine Einheit mit den vier Altären - den Stationen des Prozessionsweges. Sie standen unter dem Motto "Sakrament der Liebe Gottes". Die Barmherzigkeit war aufgegriffen in Motiven, wie "Hungrige speisen" und "Fremde beherbergen".

Die Altäre und ihre Blumenteppiche waren den Attributen der Eucharistiefeier, dem Thema Fronleichnams, gewidmet: "Brot, das unsere Seele nährt". Etwa am Altar vor der Christkönigskirche. "Es ist interessant, auf welche Motivideen die Leute gekommen sind, um die vorgegebenen Themen zu kreieren", sagte eine Besucherin voller Bewunderung. Viele lobten, wie modern die Motive waren.

Dahinter steckt nicht nur Kreativität sondern ein immenser Aufwand. Je Blumenteppich waren zwischen fünf und zehn Personen beschäftigt. Die zahllosen Blumen und Blütenköpfe haben die etwa 130 Helfer aus eigenen Gärten und in Wiesen gesammelt, jeder im Dorf, der Blumen im Garten hat, lieferte das farbenprächtige natürliche Material für die Blumenteppiche ab. Selbst die einzelnen, trapezförmigen Teile von Kiefernzapfen, fanden Verwendung - etwa für einen erhaben dargestellten Brotlaib.

Je nach Sonneneinstrahlung leuchteten die Blumenteppiche in ihren kräftigen Farben und die Motive traten in ihrer Dreidimensionalität klar und prachtvoll hervor. "Um das zu sehen, kommen wir immer wieder nach Westerheim", sagte das Ehepaar Rösch aus Seissen. Es war, wie viele andere auch, nach Westerheim geradelt. Und nutzte die Gelegenheit, sich beim Gemeindefest mit Braten und Wurst zu verköstigen. Dazu spielten Musikkapellen auf. Und kaum einer kam an der innen in restaurierter Frische erstrahlenden Sankt Stephanus-Kirche vorbei, die ebenfalls geöffnet war. Das Lob dafür fiel ähnlich aus, wie das für die Blumenteppiche: "Wunderschön."

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