Amstetten reißt altes Schulhaus ab

Die alte Schule in Amstetten-Dorf wird abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat gefasst.

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"Das Haus ist wahrscheinlich viel älter als vermutet", klärte Gemeinderat Walter Sigloch seine Ratskollegen auf. Nach seinen Recherchen ist das alte Schulhaus in Amstetten-Dorf lange vor der Jahrhundertwende gebaut worden und nicht erst 1907, wie man bisher annahm. Nun soll es abgerissen werden, an seiner Stelle kann ein anderes Haus gebaut werden. "Die Bausubstanz dürfte entsprechend der damaligen Bauweise schlecht sein und bei einem Umbau würden wir wohl unangenehme Überraschungen erleben", sagte Sigloch. Damit untermauerte er, was schon seine Vorredner zur alten Schule gesagt hatten: Ein Umbau dürfte vermutlich teurer kommen als die aktuell vorliegende Kostenschätzung des Architekten ausweist und zusätzlich Folgekosten mit sich bringen.

Architekt Raimund Stolz aus Luizhausen war im vergangenen Jahr mit der Planung beauftragt worden, nachdem das Thema in den vergangenen sechs Jahren mehrfach im Rat diskutiert worden ist. Insbesondere die ernüchternde Nachricht aus dem Ministerium Ländlicher Raum vom vorigen Jahr, dass es für einen Umbau mit energetischer Sanierung keine Fördergelder aus dem ELR-Programm geben wird sowie eine erneute Besichtigung damals veranlassten das Gremium, alternativ zu einem Umbau einen Neubau in Erwägung zu ziehen. Am Montagabend hat Stolz seine Ergebnisse für Um- und Neubau im Amstetter Gemeinderat vorgestellt. Das Gebäude wird derzeit im Erdgeschoss von Vereinen genutzt, die Wohnung im Obergeschoss ist vermietet. Mit Erstaunen vernahmen die Räte die Kostenschätzungen: 340000 Euro würde demnach ein Umbau kosten, lediglich 27000 Euro mehr würden für einen Neubau fällig.

Einen Umbau, bei dem es für die Wohnung im ersten Stock zwar neue Fenster, aber keine weitere Renovierung geben würde, hat das Gremium am Montagabend daher rasch ad acta gelegt. Erst recht, nachdem der Architekt die Befürchtung von Gemeinderat Michael Kaspers bestätigt hatte und von mit Salpeter befallenen Mauern sprach. Außerdem sahen die Räte im Falle einer Sanierung der maroden Wohnung eine weitere Kostenlawine auf Amstetten zurollen. Der Beschluss, das alte Gebäude abzureißen und neu zu bauen, fiel aus diesen Gründen unisono.

Grundlage ist die Vorplanung von Stolz: Das neue einstöckige und nicht unterkellerte Gebäude mit flachem Satteldach würde optisch stimmig an die benachbarte Aussegnungshalle angedockt. Küche und Gemeindesaal wären zwei getrennte Räume und die Küche hätte einen Zugang zum Garten - praktisch also für Gartenveranstaltungen. Ein einziger Eingang ist an der Westseite barrierefrei geplant. Weiter ist neben den üblichen Toiletten ein Behinderten-WC vorgesehen und ein Extra-Raum soll der Lagerung von Stühlen und anderen Utensilien dienen, etwa von der Krabbelgruppe.

Zur Finanzierung hat Amstetten Haushaltsreste von 145000 Euro auf der hohen Kante. Die Verwaltung informierte das Gremium, dass möglicherweise Gelder aus dem Leader- Entwicklungsprogramm von Land und EU fließen werden. Das veranlasste Ulrich Münkle zur Aufforderung, dies "kreativ" zu prüfen. "Das haben wir vor, hoffen wir auf die Kreativität des Koordinationsausschusses, der über die Zuwendungen befindet", konterte Bürgermeister Jochen Grothe. Der Architekt wird nun in engem Kontakt mit dem Ausschuss, der bislang mit Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes befasst war, sowie künftigen Nutzern die Planung vollenden. Ein Baubeschluss wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres gefasst, nachdem ein Bewilligungsbescheid vorliegt und damit die weiteren, von Amstetten aufzubringenden Mittel feststehen. Auch die künftige Nutzung gelte es zu regeln. Für die jetzigen Mieter wird eine alternative Unterkunft gesucht.

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