Amstetten braucht nun doch keine Drehleiter

Das geplante Wohnhaus auf dem Gelände der früheren Getreideannahmestelle in Schalkstetten wird fünf Meter niedriger als bisher angenommen.

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Das Bebauungsplanverfahren für das Areal des früheren WLZ-Lagerhauses im Teilort Schalkstetten geht in die zweite öffentliche Auslegung. Der neue Eigentümer, Bauingenieur Benjamin Eisele, will dort ein großes Wohn- und Geschäftshaus errichten.

Die Grundstücksverhältnisse sind inzwischen vollständig geklärt. Das Grundstück an der Bahnlinie Amstetten-Gerstetten war einst ausschließlich dem öffentlichen Bahnverkehr gewidmet, doch diese Bestimmung gilt nicht mehr. Die Gemeinde kann es nun für andere Zwecke überplanen. Die Gemeinderäte sahen zunächst aber noch weitere Probleme. Walter Sigloch störte sich nach wie vor an der Höhe des geplanten Gebäudes. Das Landratsamt wollte fünf Geschosse und eine Firsthöhe von höchstens 17,50 Meter genehmigen. Das war Sigloch zu viel, obwohl weitere Gebäude im Plangebiet am First maximal sieben Meter hoch sein durften.

Heinrich Schmohl sprang dem Ingenieur zur Seite und sprach von einem Gebäude in Amstetten, das wesentlich höher geplant worden sei, als Gemeinderat Sigloch noch Bürgermeister in Amstetten war. Ulrich Münkle verwies auf das aktuell auf dem Schalkstetter Grundstück vor sich hin gammelnde Gebäude und das viele "vielleicht" in der bisherigen Beratung. Demgegenüber sei ein Neubau, einerlei wie hoch, immer noch die bessere Alternative.

Eisele zückte seine Trumpfkarte erst, als alle Argumente auf dem Tisch lagen: "Das Gebäude wird sogar fünf Meter niedriger." Erstauntes "Ah" und "Oh" im Sitzungssaal, ungläubiges Gemurmel: Die Überraschung war perfekt.

Bevor das Gremium bei einer Gegenstimme grünes Licht für die öffentliche Auslegung gab, beseitigte Eisele noch letzte Unklarheiten: "Nein, die Gemeinde muss kein Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter für eine mögliche Rettung vom hohen Haus anschaffen, weil das Equipment der Feuerwehr für die Brandschutzvorgaben für Gebäude in der geplanten Höhe vollkommen ausreichend ist." Die Gemeinderäte lobten mehrheitlich die geplante Bauart in "innovativer Holzbauweise".

Daten und Fakten

Plangebiet Das Gebiet des Bebauungsplans "Wiwa" ist 2083 Quadratmeter groß, überbaubar sind 1,267 Quadratmeter. "Wiwa" ist die Abkürzung für "Württembergische Warenhandlung" - so nannte man die WLZ, auf deren Gelände das große Haus geplant ist, früher.

Vorschriften Weil das Gelände direkt an das Ladegleis der Bahn grenzt, müssen Sicherheitsabstände eingehalten, Grünstreifen und ein Zaun angelegt werden. Der neue Besitzer Eisele plant den Neubau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes, die Firma "Müllerblaustein Ingenieure GmbH" wird dort einziehen.

SGK

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