Taugt der Mondkalender? Einfach einen Selbstversuch starten

Ulm.  „Ohne den Mond gäbe es kein Leben auf der Erde“, schreibt der Agrarwissenschaftler Hartmut Spieß. Zumindest nicht in der heutigen Form.

Die Schwerkraft des Mondes stabilisiert die Ausrichtung der Erdachse. Ohne den Mond würde die Erde eiern, das Klima wäre großen Schwankungen unterworfen. Dass der Mond Einfluss auf Ebbe und Flut sehr großer Gewässer hat, ist belegt. Wirkt er sich aber auch auf das Pflanzenwachstum aus? Zu dieser Frage gibt es von der Wissenschaft nach wie vor keine eindeutige Antwort.
Die Mondkalender, die heute auf dem Markt sind, berufen sich häufig auf das angeblich überlieferte jahrhundertealten Wissen von Bauern. Das wiederum widerlegt der Regensburger Kulturwissenschaftler Helmut Groschwitz in seiner Dissertation.

Irritierend ist selbst für Mondgläubige, dass unterschiedliche Mondkalender auch unterschiedliche Empfehlungen geben. Wer wirklich herausfinden will, ob sein Mondkalender etwas taugt, kann ein Beet in zwei Teile aufteilen. In beiden müssen Boden und Saatgut identisch sein. Dann wird auf einer Seite nach dem Mondkalender gegärtnert, auf der anderen nach Intuition. Auf jeden Fall sollten beide Felder gleich liebevoll gegossen und gedüngt werden.
Helmut Groschwitz: „Mondzeiten. Zu Genese und Praxis moderner Mondkalender“. Verlag Waxmann, 29,90 Euro. Maria Thun: „Aussaattage 2010“, 9 Euro; Paungger und Poppe bieten etliche Kalender an. Der Taschenkalender kostet 7,95 Euro. Mondkalender im Internet:

www.mondkalender-online.de

www.mondkraft.com


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