Kübelpflanzen aus dem Süden gedeihen auch hierzulande
Ulm. Exoten, Südländer und heimische Gewächse erobern Balkone, Terrassen und machen sich vor den Haustüren breit: Jede Menge Pflanzen gedeihen in großen Kübeln und auch in kleineren Töpfen.
Wer wenig Platz hat und mitten in der Stadt wohnt, braucht aufs Gärtnern und die Freude an Früchten und Farben aus fernen Ländern nicht zu verzichten. Auberginen und Zitronen auf Balkonen oder Flachdächern sind längst keine Seltenheit mehr. Mobile Gärten in Kübeln liegen im Trend, auf engstem Raum entstehen kleine „Naherholungsgebiete“. Die Palette der Gewächse kennt kaum Grenzen. Klimawandel und Reiselust tun ein Übriges: Wer im Urlaub die prächtigen Exoten kennen gelernt hat, möchte auch daheim nicht auf sie verzichten, zumal sie hier mittlerweile gut gedeihen, sagt die Nersinger Gärtnerin und Kübelpflanzen-Expertin Tanja Ratsch.
„Cocooning“ nennt sie den Wunsch, sich die Welt ins Heim zu holen. Aber auch Tisch und Küche profitieren von neuen Trends. Kräuterkästen haben lange Tradition. Der Rosmarin, der vermutlich als erste Topfpflanze den Weg über die Alpen fand und bereits in der Landgüterordnung Karls des Großen erwähnt wird, hat bis heute eine Menge Gesellschaft bekommen. Fast alles, was nicht zu üppig wächst und halbwegs flach wurzelt, eignet sich für den Blumentopf – er muss nur groß genug sein.
Da der Lebensraum dort aber dennoch begrenzt ist, brauchen selbst heimische Pflanzen, die im Garten problemlos auch harten Frost überstehen, im Gefäß entsprechenden Winterschutz. Gewächse, die ursprünglich aus tropischen, subtropischen und mediterranen Regionen stammen, müssen die kalte Jahreszeit auf jeden Fall im Winterquartier verbringen. Topfgärtnern macht es erfahrungsgemäß am meisten Kopfzerbrechen, den geeigneten Standort im Haus und den richtigen Zeitpunkt für den Umzug zu finden. In aller Regel sollte er luftig, hell und nicht zu warm, auf gar keinen Fall aber dunkel und warm sein. Umso ungeduldiger warten die Besitzer der Kübelpflanzen auf den Beginn der Open-Air-Saison. Weil der Standort in Garagen, Kellern und Treppenhäusern ohnehin selten optimal ist, gilt die Faustregel: So spät wie möglich rein und so früh wie möglich raus. Aber Vorsicht: Die Kältetoleranz der Pflanzen ist unterschiedlich. Wichtige Anhaltspunkte gibt die Herkunft.
Überhaupt keinen Frost im Kübel vertragen die Exoten, die aus den Tropen stammen, zum Beispiel Schönmalve, Bougainvillee, Palmfarn, Citrus-Arten oder Hibiskus. Sie müssen daher noch bis Mitte Mai im Haus ausharren. Sind die Pflanzen noch nicht zu groß und schwer, können sie auch tagsüber nach draußen, müssen aber abends wieder ins Haus geholt werden.
Andere dürfen bereits vor den Eisheiligen das Winterquartier verlassen oder sollen sogar bald hinaus: Kühle Temperaturen im Frühjahr verhindern bei manchen Gehölzen (etwa Kreppmyrte und Granatapfel) einen zu frühen Austrieb und dienen daher der Gesundheit der Pflanze. Allerdings betrifft das nur kräftige Gewächse, die schon einige Jahre alt sind. Junge Pflänzchen dagegen sind grundsätzlich empfindlicher und sollten keinen Minusgraden ausgesetzt werden. Aber auch die älteren brauchen jetzt noch bei plötzlichen Nachtfrösten Schutz: Kleine Töpfe können kurzfristig wieder hereingeholt werden, große bekommen einen „Mantel“ aus Schilfmatten oder Noppenfolie.
Subtropische und mediterrane Gewächse dürfen, wenn sie kräftig genug sind, Anfang Mai ins Freie. Dazu gehören Erdbeerbaum, Bleiwurz, Olive, Olive und Myrte. Schon Mitte April können sich Orangenblume, Kreppmyrte, Granatapfel und Lorbeer an die frische Luft gewöhnen. Grundsätzlich sollten alle Kübelpflanzen vor dem Ausräumen gründlich inspiziert werden. Schwache Triebe oder Teile, die am Winterstandort gelitten haben, müssen weg.
Bei Bedarf und je nach Art werden ein neuer Topf und ein Wurzelschnitt fällig. Das ist nötig, wenn die Wurzeln das ganze Gefäß ausfüllen oder das Substrat alt und verkrustet ist. Pflanzen, die wie beispielsweise Oleander viel Nährstoff brauchen, müssen jedes Jahr umgesetzt werden. Da auch die Wurzeln des Oleanders stark wachsen, benötigt er Jahr für Jahr einen größeren Topf. Engelstrompete oder Oleander können aber auch in den alten Kübel zurückgesetzt werden, wenn Keile aus dem Ballen geschnitten und die Lücken mit frischer Erde aufgefüllt werden, rät Gärtnerin und Buchautorin Tanja Ratsch. Eine andere Variante, die in der Fachliteratur empfohlen wird: Die Ballen können rundherum um zwei bis drei Zentimeter verkleinert werden.
Vor allem sollten sämtliche Pflanzen, die von März an neu austreiben, allmählich akklimatisiert und die ersten zwei Wochen schattig und windgeschützt platziert werden. Sonst drohen Sonnenbrand oder Kälteschäden – und das kann ein jüngeres Pflänzchen durchaus das Leben kosten. Außerdem ist es angebracht, beim Ausräumen die Blätter und Triebe auf Schädlinge zu kontrollieren: Schild- und Wollläuse sind oft ein Zeichen für zu warme Winterquartiere, im Frühjahr können sich an den jungen Trieben Blattläuse festsetzen.
Wer einen mobilen Garten anlegen möchte, sollte sich mit den speziellen Ansprüchen der Gewächse auseinandersetzen und sich beispielsweise über die Lebensbedingungen in ihrer eigentlichen Heimat informieren. Das gibt einerseits Aufschluss über das Winterquartier und seine Dauer, aber auch über den optimalen Standort, Bodenart und Flüssigkeitsbedarf während der Freiluftsaison. Eine Fülle von Büchern und Ratgebern informiert über die richtige Pflege der Topfpflanzen. Schade findet es Tanja Ratsch, wenn die Pflanzen aus Unkenntnis eingehen.
Sehen Sie hier ein Video, zu Palmen die auch bei uns gedeihen
Sehen Sie hier ein Video zu Zitruspflanzen aus dem Topf
„Cocooning“ nennt sie den Wunsch, sich die Welt ins Heim zu holen. Aber auch Tisch und Küche profitieren von neuen Trends. Kräuterkästen haben lange Tradition. Der Rosmarin, der vermutlich als erste Topfpflanze den Weg über die Alpen fand und bereits in der Landgüterordnung Karls des Großen erwähnt wird, hat bis heute eine Menge Gesellschaft bekommen. Fast alles, was nicht zu üppig wächst und halbwegs flach wurzelt, eignet sich für den Blumentopf – er muss nur groß genug sein.
Da der Lebensraum dort aber dennoch begrenzt ist, brauchen selbst heimische Pflanzen, die im Garten problemlos auch harten Frost überstehen, im Gefäß entsprechenden Winterschutz. Gewächse, die ursprünglich aus tropischen, subtropischen und mediterranen Regionen stammen, müssen die kalte Jahreszeit auf jeden Fall im Winterquartier verbringen. Topfgärtnern macht es erfahrungsgemäß am meisten Kopfzerbrechen, den geeigneten Standort im Haus und den richtigen Zeitpunkt für den Umzug zu finden. In aller Regel sollte er luftig, hell und nicht zu warm, auf gar keinen Fall aber dunkel und warm sein. Umso ungeduldiger warten die Besitzer der Kübelpflanzen auf den Beginn der Open-Air-Saison. Weil der Standort in Garagen, Kellern und Treppenhäusern ohnehin selten optimal ist, gilt die Faustregel: So spät wie möglich rein und so früh wie möglich raus. Aber Vorsicht: Die Kältetoleranz der Pflanzen ist unterschiedlich. Wichtige Anhaltspunkte gibt die Herkunft.
Überhaupt keinen Frost im Kübel vertragen die Exoten, die aus den Tropen stammen, zum Beispiel Schönmalve, Bougainvillee, Palmfarn, Citrus-Arten oder Hibiskus. Sie müssen daher noch bis Mitte Mai im Haus ausharren. Sind die Pflanzen noch nicht zu groß und schwer, können sie auch tagsüber nach draußen, müssen aber abends wieder ins Haus geholt werden.
Andere dürfen bereits vor den Eisheiligen das Winterquartier verlassen oder sollen sogar bald hinaus: Kühle Temperaturen im Frühjahr verhindern bei manchen Gehölzen (etwa Kreppmyrte und Granatapfel) einen zu frühen Austrieb und dienen daher der Gesundheit der Pflanze. Allerdings betrifft das nur kräftige Gewächse, die schon einige Jahre alt sind. Junge Pflänzchen dagegen sind grundsätzlich empfindlicher und sollten keinen Minusgraden ausgesetzt werden. Aber auch die älteren brauchen jetzt noch bei plötzlichen Nachtfrösten Schutz: Kleine Töpfe können kurzfristig wieder hereingeholt werden, große bekommen einen „Mantel“ aus Schilfmatten oder Noppenfolie.
Subtropische und mediterrane Gewächse dürfen, wenn sie kräftig genug sind, Anfang Mai ins Freie. Dazu gehören Erdbeerbaum, Bleiwurz, Olive, Olive und Myrte. Schon Mitte April können sich Orangenblume, Kreppmyrte, Granatapfel und Lorbeer an die frische Luft gewöhnen. Grundsätzlich sollten alle Kübelpflanzen vor dem Ausräumen gründlich inspiziert werden. Schwache Triebe oder Teile, die am Winterstandort gelitten haben, müssen weg.
Bei Bedarf und je nach Art werden ein neuer Topf und ein Wurzelschnitt fällig. Das ist nötig, wenn die Wurzeln das ganze Gefäß ausfüllen oder das Substrat alt und verkrustet ist. Pflanzen, die wie beispielsweise Oleander viel Nährstoff brauchen, müssen jedes Jahr umgesetzt werden. Da auch die Wurzeln des Oleanders stark wachsen, benötigt er Jahr für Jahr einen größeren Topf. Engelstrompete oder Oleander können aber auch in den alten Kübel zurückgesetzt werden, wenn Keile aus dem Ballen geschnitten und die Lücken mit frischer Erde aufgefüllt werden, rät Gärtnerin und Buchautorin Tanja Ratsch. Eine andere Variante, die in der Fachliteratur empfohlen wird: Die Ballen können rundherum um zwei bis drei Zentimeter verkleinert werden.
Vor allem sollten sämtliche Pflanzen, die von März an neu austreiben, allmählich akklimatisiert und die ersten zwei Wochen schattig und windgeschützt platziert werden. Sonst drohen Sonnenbrand oder Kälteschäden – und das kann ein jüngeres Pflänzchen durchaus das Leben kosten. Außerdem ist es angebracht, beim Ausräumen die Blätter und Triebe auf Schädlinge zu kontrollieren: Schild- und Wollläuse sind oft ein Zeichen für zu warme Winterquartiere, im Frühjahr können sich an den jungen Trieben Blattläuse festsetzen.
Wer einen mobilen Garten anlegen möchte, sollte sich mit den speziellen Ansprüchen der Gewächse auseinandersetzen und sich beispielsweise über die Lebensbedingungen in ihrer eigentlichen Heimat informieren. Das gibt einerseits Aufschluss über das Winterquartier und seine Dauer, aber auch über den optimalen Standort, Bodenart und Flüssigkeitsbedarf während der Freiluftsaison. Eine Fülle von Büchern und Ratgebern informiert über die richtige Pflege der Topfpflanzen. Schade findet es Tanja Ratsch, wenn die Pflanzen aus Unkenntnis eingehen.
Sehen Sie hier ein Video, zu Palmen die auch bei uns gedeihen
Sehen Sie hier ein Video zu Zitruspflanzen aus dem Topf
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Autor: Barbara Hinzpeter | 11.04.2010
In geschützten, milden Lagen können zähere Pflanzen wie der Oleander im Bild jetzt wieder ins Freie. Allerdings müssen sie vorsichtig an die Sonne gewöhnt werden. Der Gärtner sollte zudem den Wetterbericht mit Argusaugen verfolgen: Droht Nachtfrost, brauchen große Pflanzen ein schützendes Mäntelchen, kleine kommen wieder ins Haus. Foto: Robert Lausecker
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