Im Garten wird nicht nur gepflanzt, sondern auch gebaut
Ulm. Die Arbeit im Garten geht nie aus. An Anlässen mangelt es nicht. Wer nicht gerade zwei linke Hände hat, baut sich Blumenkübel oder Terrassenboden selbst. Allerdings müssen die Bastler einiges beachten.
Selberbauen gehört zum Gärtnern wie Blumenkübel bepflanzen und Beete anlegen: Es bietet eine Fülle gestalterischer Möglichkeiten und damit die Freude, den Garten ganz und gar zum eigenen Garten zu machen. Der Traumgarten wird nicht nur gepflanzt, sondern auch gebaut. In Bau- und Gartenmärkten gibt es das Rohmaterial in großer Auswahl: Leisten, Bretter und Kanthölzer für die, die alles komplett selber bauen wollen – Bausätze für die, die lieber fertige Objekte nach eigenem Geschmack kombinieren oder umgestalten möchten.
Bausätze haben den großen Vorteil, dass alle Teile bereits fertig zugeschnitten und vollzählig vorhanden sind. Vorausgesetzt, die Aufbauanleitung wird Punkt für Punkt befolgt, dann stehen Pergola, Rosenbogen oder Gartenarbeitstisch wackelfrei, gerade und so schön wie das Vorbild im Baumarkt. Der Nachteil: Es sieht genau so aus wie das Vorbild im Baumarkt und wie tausend andere, die in anderen Gärten stehen.
Viel mehr Möglichkeiten bieten sich, wenn man selbst zur Säge greift. Je nach Objekt, geht das ohne nennenswerte handwerkliche Fähigkeiten: Um zum Beispiel einen Pflanzkübel oder eine Kübelverkleidung zu bauen, muss der Heimwerker nur die Größe festlegen, die Zahl der Bretter errechnen und sie mit Eckpfosten verschrauben (Bretter niemals direkt über Eck zusammensetzen und dabei ins Hirnholz schrauben!). Bodenbretter werden lose auf Auflageleisten gelegt, die innen an zwei Wände angeschraubt sind. Das Prinzip Kasten mit Eckpfosten eignet sich auch für viele andere Objekte, etwa hölzerne Beeteinfassungen, Anzuchtkästen und – eine Nummer größer – Hochbeete.
Im Eigenbau werden gerne Zäune, Sichtschutzwände, Pergolen und Rankwände hergestellt. Hier kommt es darauf an, erst einmal solide Pfosten zu setzen, an denen dann Zaunfelder aller Art befestigt werden können. Früher war es üblich, die 9 x 9 Zentimeter oder 12 x 12 Zentimeter dicken Kanthölzer zu einem Drittel ihrer Länge einfach in den Boden einzugraben. Der ständige Erdkontakt lässt Holz jedoch recht schnell faulen; selbst druckimprägniertes Holz erreichte nicht die erwartete Lebensdauer, abgesehen davon, dass Imprägniersalze beim Einbau in den Boden ausgewaschen werden können.
Deshalb werden heute meist in Punktfundamente einbetonierte Pfostenanker oder Bodeneinschlaghülsen verwendet. Die Punktfundamente gibt es fertig zu kaufen. Bei niedrigen Zäunen reichen Bodeneinschlaghülsen oder kleine Punktfundamente. Je höher das Bauwerk ist und je mehr Winddruck es später aushalten muss, desto wichtiger ist die solide Verankerung im Boden. Das Ausrichten und Setzen der Pfosten mit Pfostenanker erfordert viel Sorgfalt. Mit Wasserwaage, Richtschnur und etwas Geduld ist es aber gut zu schaffen. Der Trick: Die Pfostenanker werden vor dem Einbetonieren mit den Pfosten verschraubt und mit Hilfe von Latten und Pföstchen in der richtigen Höhe und Position fixiert – so lange, bis das Betonfundament festgeworden ist.
Es gibt eine gute Auswahl an fertigen Zaunelementen in Rastermaßen, von niedrigen Staketenelementen bis zu hohen geschlossenen Feldern, die für Sichtschutzwände verwendet werden, und Rankgitter. Doch das Angebot kann noch so groß sein, genau das Richtige ist oft nicht dabei. Entweder die Rastermaße passen nicht, oder das Material oder die Form oder der Preis. Stehen die Pfosten erst einmal, kann man daran befestigen, was man will – vom filigranen Gitter aus Leisten bis zur Bretterwand oder einem Weidenzaun von der Rolle. Mit Fundamenten hat auch eine weitere Gruppe von Projekten zu tun, die keine besonders großen handwerklichen Anforderungen stellt: Holzterrassen und -decks, Wege und Stege. Wie bei Zäunen und Wänden kann man Pfostenanker in Fundamente einbetonieren. Sie tragen dann die Lagerbalken, auf denen die Dielen oder Bretter geschraubt werden. Alternativ können als Unterlagen für die Tragbalken auch Gehwegplatten dienen, die in entsprechenden Abständen auf einem eben abgezogenen Sand oder -Splittbett ausgelegt werden.
Das Gute an Holzterrassen ist, dass sie praktisch überall und in jeder Form und Größe gebaut werden können. Ob auf welligem, abschüssigem oder feuchtem Untergrund – die Lagerbalken können durch entsprechende Fundamente überall waagrecht ausgerichtet werden. Ein paar grundsätzliche Dinge sind jedoch zu beachten: Der Abstand der Dielen zum Boden sollte zwecks guter Hinterlüftung mindestens zehn Zentimeter betragen. Die Fugen zwischen den Dielen sollten 0,5 bis 1 Zentimeter breit sein. So kann das Holz, das im Freien starken Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt ist, arbeiten und das Regenwasser sofort abfließen. Das Holz sollte ausreichend dimensioniert sein. Die Abstände zwischen den etwa 8 x 12 Zentimeter dicken Tragbalken sollten etwa 50 bis 80 Zentimeter betragen. Dann ist eine Dielenstärke von 27 x 145 Millimeter ausreichend. Werden die Dielen von oben her auf die Tragbalken geschraubt, verwendet man Edelstahlschrauben, die oberflächenbündig geschraubt werden, damit sich keine Senken bilden können, in denen sich Wasser sammeln kann.
Gartenhäuser und Pavillons sind Projekte für diejenigen, die schon mehr Bau-Erfahrung haben oder gut nach Anleitungen arbeiten können und unter den vielen Bausatzmodellen das Passende finden. Auch hier kommt es darauf an, dass die Lagerbalken ein gutes Fundament haben und dass ausreichend Abstand vom Boden garantiert ist, damit das Holzgebäude unterlüftet ist. Auf keinen Fall dürfen die Tragbalken Erdkontakt haben. Bausatzhäuser und -pavillons sind zwar keine Unikate, aber sie lassen sich mit einfachen An- oder Umbauten leicht verändern. Ob Blau, Grün oder Lila – schon der Anstrich sorgt für Unverwechselbarkeit.
Beim Selberbauen geht es natürlich nicht immer nur um mehr oder weniger große Objekte. Gerade die kleinen machen oft am meisten Spaß: Alte Emailleschüsseln, die mit ein paar Wasserabzugslöchern versehen zu Pflanzgefäßen werden; Leistenabschnitte, aus denen ein praktischer Rollweg für den Gemüsegarten wird; ein Brett, das mit Winkeln an die Bank geschraubt den Beistelltisch ersetzt.
Info
Anfänger in der Heimwerker-Sprache finden eine sehr gute Orientierung auf www.baumarkt.de. Im Unterpunkt „Heimwerker-Lexikon“ werden über 10 000 Fachbegriffe von a-Wert über Pfostenanker bis hin zu Zylinderkopfbohrer, zum Teil mit Bildern, erklärt.
Bausätze haben den großen Vorteil, dass alle Teile bereits fertig zugeschnitten und vollzählig vorhanden sind. Vorausgesetzt, die Aufbauanleitung wird Punkt für Punkt befolgt, dann stehen Pergola, Rosenbogen oder Gartenarbeitstisch wackelfrei, gerade und so schön wie das Vorbild im Baumarkt. Der Nachteil: Es sieht genau so aus wie das Vorbild im Baumarkt und wie tausend andere, die in anderen Gärten stehen.
Viel mehr Möglichkeiten bieten sich, wenn man selbst zur Säge greift. Je nach Objekt, geht das ohne nennenswerte handwerkliche Fähigkeiten: Um zum Beispiel einen Pflanzkübel oder eine Kübelverkleidung zu bauen, muss der Heimwerker nur die Größe festlegen, die Zahl der Bretter errechnen und sie mit Eckpfosten verschrauben (Bretter niemals direkt über Eck zusammensetzen und dabei ins Hirnholz schrauben!). Bodenbretter werden lose auf Auflageleisten gelegt, die innen an zwei Wände angeschraubt sind. Das Prinzip Kasten mit Eckpfosten eignet sich auch für viele andere Objekte, etwa hölzerne Beeteinfassungen, Anzuchtkästen und – eine Nummer größer – Hochbeete.
Im Eigenbau werden gerne Zäune, Sichtschutzwände, Pergolen und Rankwände hergestellt. Hier kommt es darauf an, erst einmal solide Pfosten zu setzen, an denen dann Zaunfelder aller Art befestigt werden können. Früher war es üblich, die 9 x 9 Zentimeter oder 12 x 12 Zentimeter dicken Kanthölzer zu einem Drittel ihrer Länge einfach in den Boden einzugraben. Der ständige Erdkontakt lässt Holz jedoch recht schnell faulen; selbst druckimprägniertes Holz erreichte nicht die erwartete Lebensdauer, abgesehen davon, dass Imprägniersalze beim Einbau in den Boden ausgewaschen werden können.
Deshalb werden heute meist in Punktfundamente einbetonierte Pfostenanker oder Bodeneinschlaghülsen verwendet. Die Punktfundamente gibt es fertig zu kaufen. Bei niedrigen Zäunen reichen Bodeneinschlaghülsen oder kleine Punktfundamente. Je höher das Bauwerk ist und je mehr Winddruck es später aushalten muss, desto wichtiger ist die solide Verankerung im Boden. Das Ausrichten und Setzen der Pfosten mit Pfostenanker erfordert viel Sorgfalt. Mit Wasserwaage, Richtschnur und etwas Geduld ist es aber gut zu schaffen. Der Trick: Die Pfostenanker werden vor dem Einbetonieren mit den Pfosten verschraubt und mit Hilfe von Latten und Pföstchen in der richtigen Höhe und Position fixiert – so lange, bis das Betonfundament festgeworden ist.
Es gibt eine gute Auswahl an fertigen Zaunelementen in Rastermaßen, von niedrigen Staketenelementen bis zu hohen geschlossenen Feldern, die für Sichtschutzwände verwendet werden, und Rankgitter. Doch das Angebot kann noch so groß sein, genau das Richtige ist oft nicht dabei. Entweder die Rastermaße passen nicht, oder das Material oder die Form oder der Preis. Stehen die Pfosten erst einmal, kann man daran befestigen, was man will – vom filigranen Gitter aus Leisten bis zur Bretterwand oder einem Weidenzaun von der Rolle. Mit Fundamenten hat auch eine weitere Gruppe von Projekten zu tun, die keine besonders großen handwerklichen Anforderungen stellt: Holzterrassen und -decks, Wege und Stege. Wie bei Zäunen und Wänden kann man Pfostenanker in Fundamente einbetonieren. Sie tragen dann die Lagerbalken, auf denen die Dielen oder Bretter geschraubt werden. Alternativ können als Unterlagen für die Tragbalken auch Gehwegplatten dienen, die in entsprechenden Abständen auf einem eben abgezogenen Sand oder -Splittbett ausgelegt werden.
Das Gute an Holzterrassen ist, dass sie praktisch überall und in jeder Form und Größe gebaut werden können. Ob auf welligem, abschüssigem oder feuchtem Untergrund – die Lagerbalken können durch entsprechende Fundamente überall waagrecht ausgerichtet werden. Ein paar grundsätzliche Dinge sind jedoch zu beachten: Der Abstand der Dielen zum Boden sollte zwecks guter Hinterlüftung mindestens zehn Zentimeter betragen. Die Fugen zwischen den Dielen sollten 0,5 bis 1 Zentimeter breit sein. So kann das Holz, das im Freien starken Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt ist, arbeiten und das Regenwasser sofort abfließen. Das Holz sollte ausreichend dimensioniert sein. Die Abstände zwischen den etwa 8 x 12 Zentimeter dicken Tragbalken sollten etwa 50 bis 80 Zentimeter betragen. Dann ist eine Dielenstärke von 27 x 145 Millimeter ausreichend. Werden die Dielen von oben her auf die Tragbalken geschraubt, verwendet man Edelstahlschrauben, die oberflächenbündig geschraubt werden, damit sich keine Senken bilden können, in denen sich Wasser sammeln kann.
Gartenhäuser und Pavillons sind Projekte für diejenigen, die schon mehr Bau-Erfahrung haben oder gut nach Anleitungen arbeiten können und unter den vielen Bausatzmodellen das Passende finden. Auch hier kommt es darauf an, dass die Lagerbalken ein gutes Fundament haben und dass ausreichend Abstand vom Boden garantiert ist, damit das Holzgebäude unterlüftet ist. Auf keinen Fall dürfen die Tragbalken Erdkontakt haben. Bausatzhäuser und -pavillons sind zwar keine Unikate, aber sie lassen sich mit einfachen An- oder Umbauten leicht verändern. Ob Blau, Grün oder Lila – schon der Anstrich sorgt für Unverwechselbarkeit.
Beim Selberbauen geht es natürlich nicht immer nur um mehr oder weniger große Objekte. Gerade die kleinen machen oft am meisten Spaß: Alte Emailleschüsseln, die mit ein paar Wasserabzugslöchern versehen zu Pflanzgefäßen werden; Leistenabschnitte, aus denen ein praktischer Rollweg für den Gemüsegarten wird; ein Brett, das mit Winkeln an die Bank geschraubt den Beistelltisch ersetzt.
Info
Anfänger in der Heimwerker-Sprache finden eine sehr gute Orientierung auf www.baumarkt.de. Im Unterpunkt „Heimwerker-Lexikon“ werden über 10 000 Fachbegriffe von a-Wert über Pfostenanker bis hin zu Zylinderkopfbohrer, zum Teil mit Bildern, erklärt.
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Autor: Evamarie Stade | 26.04.2010
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