Ein Hoch auf das Hochbeet
Ulm. Wer seinen Rücken schonen muss und sich nicht so tief hinab beugen kann, für den ist ein Hochbeet ideal. Es bietet außerdem die Möglichkeit, eine beschränkte Fläche optimal zu nutzen.
Schmerzen im Rücken plagen sicherlich nicht nur ältere Menschen, viele jüngere haben Probleme mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben. Da erleichtert ein Hochbeet die Pflanzenpflege. Durch den hohen Nährstoffgehalt können Gärtner auf kleiner Fläche außerdem eine üppige Ernte erzielen.
Zunächst braucht das Hochbeet einen guten Platz. Sonnig soll es liegen, und es muss gut zugänglich sein. Eine Lage am Rand einer Terrasse wäre ideal, doch lässt sich mit ein paar blockartig zusammengefügten Rundbalken auch ein Hang abstützen und das entstandene Beet vom Weg aus bearbeiten. Gebaut wird am besten im Herbst, dann kann sich das eingefüllte Material bis zum Frühjahr gut setzen.
Auf die Abmessungen kommt es gar nicht so genau an – erlaubt ist, was gefällt. Die Breite sollte allerdings so um die 1,20 Meter liegen, sofern das Beet von beiden Seiten zu bearbeiten ist. Mit einem schmaleren Hochbeet verschenkt man Raum, bei einem breiteren müssen sich die Gärtner weit in die Mitte strecken, und das kann für kleinere Personen und Leute mit Rückenproblemen zur Qual werden kann.
Am leichtesten ist es, ein Hochbeet mit rechteckigem Rahmen zu bauen. Dazu eignen sich mehrere Zentimeter dicke Bretter, die mit Nut- und Federverbindungen zusammengesteckt werden, oder man nagelt sie an Stützlatten, die sich später innen und außen an der Wand befinden. An der Außenseite sollte sowieso pro laufendem Meter Hochbeet ein Stützpfahl stehen, außerdem empfiehlt es sich, die Ecken von innen mit einem senkrecht angebrachten Kantholz zu verstärken.
Es lohnt sich, festes Holz zu wählen, etwa von Robinie oder Buche. Weiches Holz von Fichten ist preisgünstig, doch es verrottet sehr schnell und kann – wenn’s dumm läuft – schon nach wenigen Jahren rettungslos verzogen sein. Unbehandeltes Holz verwittert nach einigen Jahren grau und fügt sich umso besser in die pflanzliche Umgebung ein. Doch jede Art von Anstrich ist zum Schutz des Holzes erlaubt, Lasur oder Lack können passend zur Gartentür oder zum Rosenbogen aufgetragen werden. Knallige Farben wie Pink oder Dottergelb sehen pfiffig aus.
Wer schon der Bequemlichkeit zuliebe ein Hochbeet baut, kann gleich noch quer gelegte Latten als Kranz aufnageln. Das ergibt eine prima Ablagefläche für Samentütchen und Gartenwerkzeug, doch ebenso für eine Flasche Mineralwasser, ein Glas Bier oder eine Tasse Kaffee. Ein Hocker daneben macht die Wellnessoase im Garten perfekt.
Ist die Fläche im Garten abgesteckt, wird der Boden 20 bis 25 Zentimeter tief ausgehoben. Mussten Rasensoden gestochen werden, kann man sie später zum Aufschichten wieder verwenden. Ganz unten in das Beet wird ein engmaschiger Hasendraht ausgebreitet und an beiden Seiten bis über den Erdboden hochgezogen. Das verhindert, dass Wühlmäuse oder andere unerbetene Nager von unten eindringen. Innerhalb der Drahthülle liegt der gezimmerte Rahmen des Beetes.
Danach beginnt die vergnügliche Arbeit, es wird geschichtet, und zwar nach der Devise: vom Groben ins Feine. Als unterste Schicht wird dickeres Astwerk eingefüllt, darauf kommt eine Lage dünnerer Zweige und Äste. Darüber entsteht eine Auflage aus Rasensoden, Laub oder Stroh. Etwas oberhalb der Mitte verteilt man frische, grob zerkleinerte Garten- und Küchenabfälle. Im Herbst lassen sich Massen von Falllaub unterbringen, die sonst zum Grünabfall zu karren wären. Darüber kommt dann eine Schicht aus halbverrottetem Gartenkompost. Der ideale Anlass, um die Komposttonnen endlich mal ganz zu leeren. Den Abschluss ganz oben bildet eine rund zehn Zentimter dicke Schicht einer Mischung aus reifem Kompost und Gartenerde.
Die vielen organischen Stoffe zersetzen sich, dadurch entsteht Wärme, Nährstoffe werden freigesetzt. Deshalb können Gärtner das Hochbeet früh im Jahr bepflanzen. Die Kulturen reifen schneller heran als ausgepflanzt im Garten. Durch die Rotte fällt das eingefüllte Material allerdings auch zusammen. Schon nach gut einem Jahr ist wieder eine Erde-Kompost-Mischung aufzubringen. Nach rund fünf Jahren sind die unteren Schichten verrottet. Es gilt, das Beet auszuheben und wieder neu zu befüllen. Das ist aber keine Arbeit für Rückengeplagte. Dazu braucht es dann tüchtige Kinder oder einen Gärtner.
Was wächst und gedeiht auf einem Hochbeet? Im Grunde ist alles möglich, nur eignen sich nährstoffbedürftige Kulturen am besten. Wegen des hohen Nährstoffangebots ist dichtes Pflanzen erlaubt, das ansonsten tunlichst zu vermeiden ist, um Pflanzen vor Krankheiten zu schützen. Die kleine, behagliche Hochbeetfläche erlaubt mehrere Kulturen hintereinander. Wird das Hochbeet im ausgehenden Winter mit Folie bespannt, kann man schon im März Salate säen und Jungpflanzen vorziehen – dank der im Untergrund entstehenden Wärme.
Bei der Pflanzenauswahl ist auf Vielfalt und eine lange Nutzbarkeit zu achten. Pflücksalat hat gegenüber Salatköpfen den Vorteil, dass immer nur einzelne Blätter geerntet werden, das Herz aber stehenbleibt und immer weiterwächst. Ebenso nimmt man vom Butterkohl stets die zartesten Blätter und kann so die Erntemenge gut portionieren. Fortwährend beernten lassen sich Mangold und Monatserdbeeren. Mit kurzen Reihen von Dill und Kerbel steht beständig frisches Würzkraut zur Verfügung. In der Mitte können im Sommer gedrungene Tomaten oder Paprika wachsen, an den Rand passen Mairübchen, Rote Bete oder Kohlrabi, die alle jung besonders zart schmecken.
Damit das Beet auch optisch etwas hermacht, sind ein paar buntlaubige Kulturen perfekt: etwa dunkelrote Perilla als Würzkraut oder rotlaubige Salatsorten. Dazu gehören dann blühende Kräuter wie Borretsch oder Yssop und Monarde, aus denen Tee bereitet werden kann. Thymian und Majoran blühen, duften und sind auf dem Hochbeet immer griffbereit. Damit es noch farbiger wird, wird Kapuzinerkresse ausgesät, deren Ranken sich zwischen den anderen Pflanzen hindurchziehen. Oder man setzt eine Kürbispflanze, am besten einen relativ kleinen Hokkaido, dessen rotorangefarbene Früchte noch im Herbst ein Blickfang sind.
Zunächst braucht das Hochbeet einen guten Platz. Sonnig soll es liegen, und es muss gut zugänglich sein. Eine Lage am Rand einer Terrasse wäre ideal, doch lässt sich mit ein paar blockartig zusammengefügten Rundbalken auch ein Hang abstützen und das entstandene Beet vom Weg aus bearbeiten. Gebaut wird am besten im Herbst, dann kann sich das eingefüllte Material bis zum Frühjahr gut setzen.
Auf die Abmessungen kommt es gar nicht so genau an – erlaubt ist, was gefällt. Die Breite sollte allerdings so um die 1,20 Meter liegen, sofern das Beet von beiden Seiten zu bearbeiten ist. Mit einem schmaleren Hochbeet verschenkt man Raum, bei einem breiteren müssen sich die Gärtner weit in die Mitte strecken, und das kann für kleinere Personen und Leute mit Rückenproblemen zur Qual werden kann.
Am leichtesten ist es, ein Hochbeet mit rechteckigem Rahmen zu bauen. Dazu eignen sich mehrere Zentimeter dicke Bretter, die mit Nut- und Federverbindungen zusammengesteckt werden, oder man nagelt sie an Stützlatten, die sich später innen und außen an der Wand befinden. An der Außenseite sollte sowieso pro laufendem Meter Hochbeet ein Stützpfahl stehen, außerdem empfiehlt es sich, die Ecken von innen mit einem senkrecht angebrachten Kantholz zu verstärken.
Es lohnt sich, festes Holz zu wählen, etwa von Robinie oder Buche. Weiches Holz von Fichten ist preisgünstig, doch es verrottet sehr schnell und kann – wenn’s dumm läuft – schon nach wenigen Jahren rettungslos verzogen sein. Unbehandeltes Holz verwittert nach einigen Jahren grau und fügt sich umso besser in die pflanzliche Umgebung ein. Doch jede Art von Anstrich ist zum Schutz des Holzes erlaubt, Lasur oder Lack können passend zur Gartentür oder zum Rosenbogen aufgetragen werden. Knallige Farben wie Pink oder Dottergelb sehen pfiffig aus.
Wer schon der Bequemlichkeit zuliebe ein Hochbeet baut, kann gleich noch quer gelegte Latten als Kranz aufnageln. Das ergibt eine prima Ablagefläche für Samentütchen und Gartenwerkzeug, doch ebenso für eine Flasche Mineralwasser, ein Glas Bier oder eine Tasse Kaffee. Ein Hocker daneben macht die Wellnessoase im Garten perfekt.
Ist die Fläche im Garten abgesteckt, wird der Boden 20 bis 25 Zentimeter tief ausgehoben. Mussten Rasensoden gestochen werden, kann man sie später zum Aufschichten wieder verwenden. Ganz unten in das Beet wird ein engmaschiger Hasendraht ausgebreitet und an beiden Seiten bis über den Erdboden hochgezogen. Das verhindert, dass Wühlmäuse oder andere unerbetene Nager von unten eindringen. Innerhalb der Drahthülle liegt der gezimmerte Rahmen des Beetes.
Danach beginnt die vergnügliche Arbeit, es wird geschichtet, und zwar nach der Devise: vom Groben ins Feine. Als unterste Schicht wird dickeres Astwerk eingefüllt, darauf kommt eine Lage dünnerer Zweige und Äste. Darüber entsteht eine Auflage aus Rasensoden, Laub oder Stroh. Etwas oberhalb der Mitte verteilt man frische, grob zerkleinerte Garten- und Küchenabfälle. Im Herbst lassen sich Massen von Falllaub unterbringen, die sonst zum Grünabfall zu karren wären. Darüber kommt dann eine Schicht aus halbverrottetem Gartenkompost. Der ideale Anlass, um die Komposttonnen endlich mal ganz zu leeren. Den Abschluss ganz oben bildet eine rund zehn Zentimter dicke Schicht einer Mischung aus reifem Kompost und Gartenerde.
Die vielen organischen Stoffe zersetzen sich, dadurch entsteht Wärme, Nährstoffe werden freigesetzt. Deshalb können Gärtner das Hochbeet früh im Jahr bepflanzen. Die Kulturen reifen schneller heran als ausgepflanzt im Garten. Durch die Rotte fällt das eingefüllte Material allerdings auch zusammen. Schon nach gut einem Jahr ist wieder eine Erde-Kompost-Mischung aufzubringen. Nach rund fünf Jahren sind die unteren Schichten verrottet. Es gilt, das Beet auszuheben und wieder neu zu befüllen. Das ist aber keine Arbeit für Rückengeplagte. Dazu braucht es dann tüchtige Kinder oder einen Gärtner.
Was wächst und gedeiht auf einem Hochbeet? Im Grunde ist alles möglich, nur eignen sich nährstoffbedürftige Kulturen am besten. Wegen des hohen Nährstoffangebots ist dichtes Pflanzen erlaubt, das ansonsten tunlichst zu vermeiden ist, um Pflanzen vor Krankheiten zu schützen. Die kleine, behagliche Hochbeetfläche erlaubt mehrere Kulturen hintereinander. Wird das Hochbeet im ausgehenden Winter mit Folie bespannt, kann man schon im März Salate säen und Jungpflanzen vorziehen – dank der im Untergrund entstehenden Wärme.
Bei der Pflanzenauswahl ist auf Vielfalt und eine lange Nutzbarkeit zu achten. Pflücksalat hat gegenüber Salatköpfen den Vorteil, dass immer nur einzelne Blätter geerntet werden, das Herz aber stehenbleibt und immer weiterwächst. Ebenso nimmt man vom Butterkohl stets die zartesten Blätter und kann so die Erntemenge gut portionieren. Fortwährend beernten lassen sich Mangold und Monatserdbeeren. Mit kurzen Reihen von Dill und Kerbel steht beständig frisches Würzkraut zur Verfügung. In der Mitte können im Sommer gedrungene Tomaten oder Paprika wachsen, an den Rand passen Mairübchen, Rote Bete oder Kohlrabi, die alle jung besonders zart schmecken.
Damit das Beet auch optisch etwas hermacht, sind ein paar buntlaubige Kulturen perfekt: etwa dunkelrote Perilla als Würzkraut oder rotlaubige Salatsorten. Dazu gehören dann blühende Kräuter wie Borretsch oder Yssop und Monarde, aus denen Tee bereitet werden kann. Thymian und Majoran blühen, duften und sind auf dem Hochbeet immer griffbereit. Damit es noch farbiger wird, wird Kapuzinerkresse ausgesät, deren Ranken sich zwischen den anderen Pflanzen hindurchziehen. Oder man setzt eine Kürbispflanze, am besten einen relativ kleinen Hokkaido, dessen rotorangefarbene Früchte noch im Herbst ein Blickfang sind.
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Autor: Agnes Pahler | 18.04.2010
Ist es erst einmal gebaut, hat das Hochbeet eine Vielzahl von Vorteilen. Archivfoto
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