Demeter-Gärtner halten sich an den Aussaat-Kalender von Maria Thun

Ulm.  Sonja und Lothar Mößner aus Donaueschingen schwören auf den Aussaat-Kalender von Maria Thun. Die Vitalität ihrer Pflanzen gibt ihnen Recht.

Die Salatköpfe im Gewächshaus der Demeter-Gärtnerei Mößner im Donaueschinger Stadtteil Wolterdingen wachsen in Reih’ und Glied, einer ist schöner als der andere. Das überrascht, denn im biologisch-dynamischen Anbau darf nicht ein Körnchen Chemie in den Boden oder auf die Pflanze. Trotzdem wachsen Salatköpfe, Kohlrabi, Spinat, Radieschen und Petersilie wie gemalt.

Ein Bestandteil des Demeter-Anbaus ist, sich nach dem Mond und den Tierkreiszeichen zu richten. Die Mößners schwören darauf. Seit 1986 arbeiten sie nach den Demeter-Vorgaben und mit dem Aussaat-Kalender von Maria Thun, davor hatten sie ihren Betrieb biologisch-organisch geführt. „Das sind Welten“, meint Lothar Mößner. Seit der Umstellung seien die Pflanzen sehr viel vitaler und resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge.

Der Kalender schreibt vor, bei welcher Konstellation der Gestirne und des Mondes an welchen Pflanzen welche Arbeiten zu verrichten sind. Dabei werden die Pflanzen in Kategorien eingeteilt: Zu den Blattpflanzen zählen Salate und Spinat, zu den Wurzelpflanzen Karotten, Radieschen und Rettich. Sonnenblumen, Zierpflanzen und Gründünger fallen unter die Kategorie „Blüte“, Zucchini, Bohnen und Tomaten zählen zur „Frucht“. Jede Kategorie ist drei Tierkreiszeichen zugeordnet, denen wiederum bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. „Für Möhren oder Kartoffeln, die lange gelagert werden sollen, ist es günstig, wenn sie an Wurzeltagen geerntet werden“, nennt Sonja Mößner ein Beispiel. Wann die Wurzeltage sind, sagt ihr der Mondkalender.

Anders als Hobbygärtner können sich die Mößners mit ihrer Gärtnerei dennoch nicht mit letzter Konsequenz an den Kalender halten. Sie müssen auch das Wetter und die Kunden-Nachfrage berücksichtigen. Deshalb muss dann doch mal außerhalb des Kalenders gesät, gehackt und geerntet werden. „Aber man merkt es den Pflanzen an, wenn sie nicht im Einklang mit den Gestirnen bearbeitet wurden“, sagt Lothar Mößner. Sie seien schwächer und anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.



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