RG besiegt sich selbst

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Alpay Yalcin (rotes Trikot) hilft auch kein Kopfstand mehr. Einige Sekunden später wird ihn der Ehninger Sahir Bahir Saidy schultern.  Foto: 

Eine normale Tafel Schokolade wiegt 100 Gramm. An und für sich ist das keine große Masse, doch im Ringen können 100 Gramm entscheidend sein. Am vergangenen Samstag sorgten sie für Sieg und Niederlage.

Sportlich betrachtet hatte die RG Schwäbisch Hall/Wüstenrot den Vergleich mit dem TSV Ehingen II mindestens ausgeglichen gestaltet, doch Hozabr Zekarat wog 75,1 Kilogramm und damit 100 Gramm zuviel für die für ihn vorgesehene Gewichtsklasse. So bekamen die Ehninger einen 4:0-Erfolg gutgeschrieben – und siegten 15:13. RG-Trainer Woldemar Wolf war nach Ende des Kampfs nicht amüsiert. „Disziplin“ habe gefehlt. Es könne nicht sein, dass er erst eine Viertelstunde vor dem Wiegen von dem drohenden Übergewicht erfahre.

Der Auftakt ist verheißungsvoll: Waldemar Eremeev und Andrej Befus gewinnen, lediglich Aplay Yalcin muss trotz starker Gegenwehr auf die Schultern. Mirco Rodemich bringt darauf die Zuschauer an den Rand der Ekstase. Er kämpft im griechisch-römischen Stil in der Klasse bis 61 kg gegen Vlasios Zormpas. Nach 26 Sekunden hat er den Ehninger geschultert – und zwar auf eine Art und Weise, die Woldemar Wolf viel Respekt abnötigt. „Mirco ist ein so talentierter Ringer“, freut sich der Trainer. „Er hat im entscheidenden Moment die richtige Entscheidung getroffen – und das war nicht leicht.“

Griffe bis zur Hüfte

Im griechisch-römischen Stil sind Griffe nur bis zur Hüfte des Gegners erlaubt. Diesen „auszuheben“ ist dadurch schwieriger als im Freistil, bei dem auch Attacken auf die gegnerischen Füße und Beine zulässig sind. Rodemich bekommt seinen Gegner oberhalb der Hüfte zu greifen und wirbelt diesen durch die Luft.

Nach der Pause kann nur noch Tim Schuhmacher seinen Kampf für die RG gewinnen. Pech hat Aaron Heib: Er liefert sich mit Samuel Siegel, der schon in der Oberliga gerungen hat, ein mitreißendes Duell. Nach den sechs Kampfminuten steht es 4:4. Im Ringen gibt es aber kein Unentschieden. In diesen Fällen gewinnt derjenige, der die letzte Wertung erzielt hat. Das ist der Ehninger. Am ehesten hätte Dimitri Wagner noch Punkte für die RG sammeln können. Anfangs liegt er gegen Fabian Bendl in Führung. Je länger der Kampf dauert, desto stärker lässt bei ihm die Kondition nach. Immer wieder blickt er in Richtung Trainer. Doch alle Anfeuerung ist vergebens. Der junge Ringer verliert und ist im Anschluss nicht nur völlig ausgepumpt, sondern auch tief enttäuscht.

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