Nur nicht überheblich sein

Die Männer des SK Hall sind beim Heimspieltag gegen die beiden Münchner Vereine jeweils Favorit.

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Im Dezember 2014 war der FC Bayern München (links im Bild Klaus Bischoff in seiner Partie gegen Halls Li Chao) schon einmal in der Bundesliga zu Gast in den Stadtwerken Schwäbisch Hall.  Foto: 

Der Name ist weltbekannt: Der FC Bayern München kommt nach Schwäbisch Hall. „Leider nicht im Fußball, sonst wäre die Bude voll“, gibt sich Halls Mannschaftsführer Harald Barg keinen Illusionen hin. Zumal der FC Bayern in der Schach-Bundesliga beständig gegen den Abstieg kämpft und in den vergangenen Jahren auch schon mal nur die Klasse gehalten, weil ein anderer Verein sich freiwillig aus der Liga zurückgezogen hat.

Doch der Ansatz des FC Bayern in der Schach-Bundesliga ist ein anderer als bei vielen anderen Teams: Er setzt keine Profis ein und ist nach Aussage Harald Bargs „der beste Amateurverein Deutschlands“. In Hall wird wohl auch wieder Klaus Bischoff dabei sein. Der Großmeister im Dienst des FC Bayern ist mehrfacher deutscher Meister. Im Normalfall wird aber auch er die Niederlage des FC Bayern (bislang drei Punkte) nicht verhindern können. Genau wie der zweite Münchner Verein, die Münchner Schachakademie (MSA) Zugzwang (zwei Zähler), kämpft der FC Bayern erneut um den Klassenerhalt.

Dass der SK Schwäbisch Hall in beiden Partien großer Favorit ist, streitet Harald Barg nicht ab. Das Ziel sind zwei Siege, „um an den Top 4 dranzubleiben“. Der vierte Platz hat für den SK Hall einen besonderen Charme, qualifiziert man sich damit doch für die Champions League. Dafür aber bräuchte der SK einen Sponsor und den hat man noch nicht gefunden.

Die Finanzfrage ist in vielen Schachklubs diffizil, da macht der SK Hall keine Ausnahme. Da es nun gegen den Drittletzten und den Letzten der Tabelle geht, kündigt Barg eine B-Mannschaft an, „auch um die Finanzen zu schonen“. Wieder wählt er den Vergleich mit den Fußballern des FC Bayern. „Die spielen ja auch manchmal mit der B-Mannschaft und gewinnen noch.“ Ganz so wohl ist Barg aber nicht: „Hoffentlich geht es gut für uns.“

Im Schnitt 2500 Elo-Punkte

Der Spielstärke nach sollte das klappen, denn die Mannschaft des SK Hall wird einen Schnitt von mehr als 2500 Elo-Punkten aufweisen und damit deutlich einen deutlich höheren Schnitt als der der beiden Münchner Vereine.

In der bayerischen Hauptstadt ist man sich um der Schwere der Aufgabe bewusst. Neben dem SK Hall werden der FC Bayern und die MSA Zugzwang auch auf USV TU Dresden treffen, der derzeit auf Rang neun steht.

Dass Harald Barg seinen Spielern jegliche Form der Unterschätzung austreiben will, hat seinen Grund. Aufsteiger MSA Zugzwang ist zwar noch sieglos, hat aber bereits zwei Unentschieden eingefahren. Das 4:4 gegen den Hamburger SK war aus zwei Gründen überraschend: Zum einen, weil Hamburg eigentlich besser besetzt war und zum anderen, weil die MSA dem Sieg näher als der Hamburger SK war. „Die werden alles geben“, glaubt Barg.

Auf der Homepage der Schach-Bundesliga wird Markus Lammers, Internationaler Meister der MSA Zugzwang zitiert, dass die Partien gegen Hall „Spiele zum Genießen seien“. Druck verspürt der Aufsteiger keinen, auch nicht gegen Dresden. Die Sachsen haben vor der Saison Großmeister Liviu-Dieter Nisipeanu von der OSG Baden-Baden abgeworben. Der gebürtige Rumäne spielt seit 2014 für Deutschland. Mit dabei wird wohl auch Elisabeth Pähtz sein, die stärkste deutsche Frau.

Info SK Schwäbisch Hall – FC Bayern München, Samstag 14 Uhr
SK Schwäbisch Hall – MSA Zugzwang, Sonntag, 10 Uhr, Stadtwerke

Alle Spiele werden live im Internet unter www.schachbundesliga. de übertragen.

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