Gesetz der Serie spricht für die Merlins

Das hätten sich die Merlins vor dem Ligastart im Sommer bestimmt nicht träumen lassen: Das Weihnachtsspiel in der Arena Hohenlohe am heutigen Samstag wird zu einem echten Kellerduell in der Pro A.

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Vier Siege haben die Korbzauberer aus Crailsheim derzeit zu bieten, einer weniger findet sich hingegen auf dem Konto des Aufsteigers aus Leipzig. Keine Frage - im Weihnachtsspiel hilft nur ein Heimsieg, um sich kurzfristig wieder gen Mittelfeld zu orientieren.

Übergroße Nervosität, glaubt Ingo Enskat als sportlicher Leiter der Merlins, dürften die Gastgeber heute jedoch nicht an den Tag legen. "Denn die Jungs kennen die Halle schon aus dem Test gegen Paderborn im November. Außerdem, betont Enskat, "kommt es darauf an, wie man mit aufkommender Nervosität umgeht, ob sie lähmend wirkt oder man sie vielmehr in positive Energie umwandelt, mit der man sich auch pushen kann. Letztlich", schiebt Enskat nach, "sind Partien wie das Weihnachtsspiel auch Anreize, besondere Momente für die Spieler, für die man das Ganze eigentlich macht." Nachdem der Aufbau abgeschlossen war, absolvierten die Crailsheimer Basketballer zudem noch die ein oder andere Trainingseinheit in der Arena. Auch das sollte sicherlich zur spielerischen Sicherheit mit beitragen.

Wie das Spiel auch immer ausgehen wird - die Merlins müssen sich für die zweite Saisonhälfte auf den Abstiegskampf einstellen. "Wir schreiben momentan die Mitte der Spielzeit. Wer da in der Tabelle unten steht, sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Natürlich ist der Klassenerhalt unser primäres Ziel. Die Playoffs sind außer Reichweite. Vielmehr gilt es, die beiden letzten Plätze rasch wieder zu verlassen." Dafür erhofft sich der sportliche Leiter, dass die Korbjäger aus Crailsheim "lernen zu kämpfen. Jetzt reicht es nicht mehr, sich auf sein Talent zu verlassen, nach dem Motto ,wenn. . . dann könnten wir auch, sondern die Jungs müssen für den Erfolg arbeiten. Schließlich sind sie gestandene Profis".

Die Krux bislang: Die einzelnen Akteure schaffen es nicht, ihr individuelles Potenzial derart in die Waagschale zu werfen, um sich gegenseitig besser zu machen - oder kurz und bündig formuliert - "es hapert immer noch an der Spielorganisation. Die Abstimmung passt noch nicht. Zudem wäre ein Kopf vonnöten, der in kritischen Situationen mal das Ruder übernimmt".

Natürlich, bestätigt Enskat, machen sich die Verantwortlichen bei den Merlins immer auch Gedanken über die Zusammenstellung der Mannschaft. Früher hat es zumeist gleich funktioniert, wenn sie während der Runde noch neue Spieler dazu geholt haben. Ed Williams, Aaron Cook oder Rob Fergusson nennt Enskat als Beispiele aus der Vergangenheit. Eine Rechnung, die freilich nicht immer aufgehen kann. So werden die Merlins-Oberen den Spielermarkt im Auge behalten und sich nach möglichen Ergänzungen umschauen. Doch selbst wenn in Richtung Personal noch etwas passieren sollte, weiß Enskat: "Einer allein kann nicht der Heilsbringer sein."

Eine Lanze bricht er für den Coach. "Willie Young steht nicht zur Debatte", betont Enskat mit Nachdruck und schiebt damit immer mal wieder aufkommenden Gerüchten bezüglich Bewegung auf der Trainerposition gleich energisch einen Riegel vor.

"Er macht einen guten Job, die Verantwortung für die gegenwärtige Tabellensituation ist nicht bei ihm zu suchen. Bei den Mitgliedern der Führungsebene der Merlins steht er nicht infrage."

Der Gegner im Weihnachtsspiel, die Uni-Riesen aus Leipzig, galt im Vorfeld der Spielzeit als vermeintlich schwächster der drei Aufsteiger. Doch mittlerweile hat sich das Team gemausert und scheint sportlich in der Liga angekommen zu sein. So haben die Sachsen, mit dem in der Szene bekannten Trainer Dr. Ivan Vojtko (früher unter anderem in Karlsruhe) auf der Bank, "viele Spiele knapp verloren und sich dabei auch unglückliche Niederlagen eingehandelt" (Enskat). "Für uns wird das sicher kein Selbstläufer nach dem Motto, ein Aufsteiger kommt als Tabellenschlusslicht. Es wird sicher eine Partie auf Augenhöhe." Zumal sich die Liga, ähnlich wie in der Vorsaison, durch extreme Ausgeglichenheit auszeichnet. "Mit Göttingen, Karlsruhe und Düsseldorf marschieren drei Mannschaften vornweg, doch von unten bis fast oben fällt eigentlich keiner richtig ab. Das deutet auch auf die gute Arbeit in der Liga hin. Außerdem verfügen die aktuellen Aufsteiger auch über ansehnliche Etats, sind also nicht das, was man früher als klassische Aufsteiger angesehen hat." Wobei die Merlins kurioserweise gegen zwei der ersten drei daheim gewonnen haben. "Manchmal kann man sich auch, je stärker der Gegner ist, umso mehr pushen und das Momentum nutzen, insbesondere mit dem Publikum und der guten Stimmung in unserer Halle," so Enskat weiter.

"Leipzig ist ganz solide und ausgeglichen besetzt - trotz Nikita Khartchenkov, der auch schon Erstligaerfahrung gesammelt hat. Vier Spieler haben bislang zweistellig gepunktet, drei zwischen sieben und zehn Punkte geschafft", unterstreicht Ingo Enskat die Qualitäten des Gegners.

Bei den Merlins waren zu Redaktionsschluss alle Spieler, auch der zuletzt geschonte Stevie Johnson, fit und einsatzfähig.

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