Bayreuth - Sportstadt mit Basketball-Tradition

Die Fußballer der SpVgg Bayreuth klopften im Jahr 1979 an das Tor zur 1. Bundesliga, scheiterten aber knapp am FC Bayer 05 Uerdingen.

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Bayreuths Coach Michael Koch hofft für morgen auf ein Erfolgserlebnis gegen die Merlins.  Foto: 

Mitte der achtziger Jahre verzeichneten dann die Kufencracks des SV Bayreuth ein einjähriges Gastspiel in der Beletage des deutschen Eishockeys. Der bisherige Höhepunkt in der Geschichte der Sportstadt Bayreuth glückte schließlich den Basketballern von Steiner Bayreuth: Dem Gewinn des DBB-Pokals (1988) ließen die Korbjäger unter Führung des NBA-erfahrenen Cheftrainers Les Habegger in der Folgesaison 1988/89 das Double (Pokal und Meisterschaft).

Bayreuth war mit einem Schlag Deutschlands Basketball-Hauptstadt. Allerdings nur für kurze Zeit, denn der Erfolg ließ sich nicht wiederholen. Das nochmals verstärkte Meisterteam scheiterte in der Folgesaison frühzeitig im Europapokal der Landesmeister und musste sich auch im nationalen Titelrennen dem FC Bayer 04 Leverkusen geschlagen geben. Bayreuth war gezwungen, fortan "kleinere Brötchen" zu backen, Stars wie der kongeniale, nur 1,68- Meter große US-Ballzauberer Alvin Bo Dukes, Calvin Oldham oder der damalige Kapitän und heutige Cheftrainer Michael Koch verließen die Wagnerstadt.

Nach Ablauf der Saison 1991/92 mussten die Bayreuther den Gang in die 2. Liga antreten, schafften aber prompt den Wiederaufstieg und 1995/96 letztmals den Sprung in ein Play-Off-Halbfinale. Finanzielle Probleme und eine daraus resultierende Insolvenz bedeuteten im Frühjahr 1999 das vorübergehende Aus für den mittlerweile in Basket Bayreuth umbenannten Erstligisten. Als BBC Bayreuth gingen die Wagnerstädter wenige Monate später in der Regionalliga Südost an den Start. Die Rückkehr in die damalige 2. Liga Süd gelang postwendend, an mehr war aber zunächst nicht zu denken. Und so musste sich die treue Bayreuther Anhängerschar eine ganze Dekade gedulden - erst im Frühjahr 2010 klappte es schließlich mit der heiß ersehnten Rückkehr in die Bundesliga.

Hier zählt man seither zu den "Wackelkandidaten" - der Traum vom Erreichen der Play-Off-Runde wird vor jeder Saison geträumt, ließ sich bislang aber nicht realisieren.

Vielmehr steht der Kampf um den Klassenerhalt in aller Regel auf der Tagesordnung. Auch in der laufenden Serie: Begleitet von hartnäckigem Verletzungspech konnten die Koch-Schützlinge bislang sieben Siege einfahren und liegen damit auf dem zwölften Tabellenplatz, drei Siege vor den Abstiegsrängen. Es hätten durchaus auch ein paar Erfolge mehr sein können, wäre da nicht die fast schon pathologisch anmutende Auswärtsschwäche der Oberfranken. In der ganzen Spielzeit 2014/15 konnten die Bayreuther Korbjäger nur einen einzigen Auswärtssieg bejubeln. Auch in der laufenden Serie glückte erst ein Erfolgserlebnis auf fremdem Parkett.

Am zurückliegenden Sonntag hatte man in Frankfurt den zweiten Saisonsieg zum Greifen nahe, führte bereits in der ersten Halbzeit einmal mit 15 Punkten und lag auch noch zu Beginn der Crunchtime mit sechs Punkten in Front. Jubeln durften am Ende aber die Hessen, die von mehreren Unkonzentriertheiten der Bayreuther profitierten und das Ruder mit fünf Punkten in den letzten 23 Sekunden zum 75:71-Endstand noch herumreißen konnten.

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