Schnuppern am Pokal

Langsam wächst die Spannung bei der Frauen-WM. Mit den KO-Spielen können manche Titel-Träume zerplatzen. Eine Bekanntschaft mit dem Weltpokal machten die Crailsheimer Kickerinnen in den 80er-Jahren.

SWP |

. Als sich die "Horaffen" nämlich im Jahr 1988 zum zweiten Mal den Titel eines württembergischen Meisters holten, trafen sie in der ersten Runde um die deutsche Meisterschaft auf den amtierenden Meister SSG 09 Bergisch- Gladbach, der mangels einer Nationalmannschaft als Vertreter Deutschlands beim Weltpokal in Taiwan zum Einsatz kam und prompt den riesigen Weltcup mit nach Hause nahm.

Stolz präsentierte der Meister den "Horaffen" in seinem Trophäenschrank, doch die Mädels aus der Provinz ließen sich überhaupt nicht einschüchtern und unterlagen durch einen unglücklichen Handelfmeter beim Hinspiel nur knapp mit 0:1. Doch auch 1500 Zuschauer konnten dem TSV beim Rückspiel nicht zum Sieg verhelfen, denn der Meister warf, angeführt von der damals besten Spielerin der Welt Chou Tai Ying, beim 0:3 seine ganze Erfahrung in die Waagschale und verdarb den Crailsheimern das Feiern. Schon zwei Jahre zuvor hatte der TSV nach seinem ersten WFV-Titel Tennis Borussia Berlin ins Schwitzen gebracht. Mit einer 0:2-Niederlage kehrten die Crailsheimerinnen zwar aus der noch geteilten Stadt zurück und setzten daheim zur Aufholjagd an. Doch ein Treffer von Birgit Poisel reichte nicht, um den Favoriten ins Straucheln zu bringen. Besser machten es die "Horaffen" dann 1995. Erneut als Württembergs Titelträger angetreten, schafften die TSV-Amazonen nach einer phänomenalen Aufstiegsrunde den Aufstieg in die zweigeteilte erste Bundesliga. Fast-Nationalspielerin Birgit Müller hatte ihre Truppe mit zwei tollen Treffern beim Südwestmeister SC Siegelbach ins Glück geschossen.

"Bundesliga wir kommen" war in riesigen Lettern am TSV-Clubhaus zu lesen und das überglückliche Team wurde in einem Autokorso durch die Innenstadt chauffiert. Zum ersten Mal war eine Crailsheimer Mannschaft ganz oben angekommen. Das Team wurde von der besten TSV-Spielerin aller Zeiten, der jugoslawischen Nationalspielerin, "Boba" Milanko geführt, die noch heute in den Mauern der "Horaffenstadt" weilt.

Der damaligen Nationaltrainerin Tina Theune war die technisch brilliante Spielmacherin schon frühzeitig aufgefallen, allein die unüberwindbaren bürokratische Hindernisse verhinderten den Auftritt für das deutsche Team. Immerhin hatte der TSV mit ihr und den bulgarischen Auswahlspielerinnen Daniela Bineva und Publikumsliebling Tanja Kassabova schon frühzeitig für internationales Flair gesorgt. ho

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