Stella Gmünd wollte schummeln – Gesperrten Spieler eingesetzt

Das Sportgericht des Fußballbezirks Rems-Murr geht gegen den AS Stella Italia Gmünd vor. Der Verein ließ einen gesperrten Spieler auflaufen.

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Die gegenseitige Kontrolle in den Fußballklassen im Bezirk Kocher/Rems hat funktioniert“, freut sich Bezirksvorsitzender Jens-Peter Schuller. Auch ohne TV-Bilder wüssten die Vereine und Funktionäre über besondere Vorkommnisse wie Platzverweise oder Sperrstrafen  Bescheid. Im konkreten Fall geht es um eine Unregelmäßigkeit bei AS Stella Italia Schwäbisch Gmünd in der Kreisliga B1 Kocher-Rems.

Schuller berichtet: Am vierten Spieltag fiel den Verantwortlichen von Türkgücü Gmünd auf, dass beim Spielgegner, der Mannschaft von Stella Gmünd, ein Mann auf dem Platz stand, der am ersten Spieltag in der Partie gegen den SV Hintersteinenberg mit der roten Karte des Feldes verwiesen wurde.

Der türkische Verein, der die Begegnung mit 1:4 Toren verloren hat,  griff die Spielwertung mit einem Einspruch an und hatte damit auch Erfolg. Im Zuge der Ermittlungen hat das Sportgericht auch die Begegnung am ersten Spieltag überprüft, dabei einen Verstoß gegen die Spielordnung des Verbandes festgestellt und auch diese Begegnung Stella Gmünd als verloren gewertet. Die vier gewonnenen Punkte sind damit für Stella im Eimer.

Für Jens-Peter Schuller liegen die Gründe für die Strafe auf der Hand: Am ersten Spieltag setzten die Verantwortlichen von Stella Italia einen Fußballer ein, der nach einem Vereinswechsel ein Spielrecht für aktive Mannschaften erst einen Tag „nach dem streitgegenständlichen Spiel erhalten hat“. Aus den vorhandenen Spielberechtigungen sei kurzerhand ein Spielerpass „ausgegraben“ worden und zwar von einem Spieler, „der für den Verein zumindest in den letzten Spieljahren nicht mehr aktiv war“, berichtet der Bezirksvorsitzende. Die Daten des Spielers übernahm man bei Stella „kurz vor dem Anpfiff in die Spielberechtigungsliste und danach in den Online-Spielbericht“.

Verein gräbt einen alten Spielerpass aus

Eingesetzt wurde dieser Spieler nicht, dafür jedoch der wesentlich jüngere Fußballer, dessen Spielrecht noch nicht vorlag. Die Täuschung wäre vermutlich im Verborgenen geblieben, meint Jens-Peter Schuller, „aber der unter falschem Namen eingesetzte Spieler wurde mit der roten Karte des Feldes verwiesen“. Die Unregelmäßigkeit blieb aber zunächst weiter „unter der Decke“.

Mangels anderer Erkenntnisse hat das Sportgericht gegen den im Spielbericht Eingetragenen und nicht gegen den tatsächlich Betroffenen eine längere Sperrstrafe ausgesprochen. Drei Wochen später kam Letzterer im Spiel gegen TSK Türkgücü Gmünd zum Einsatz und die Täuschung ans Licht.

 Das Sportgericht hat darauf die Vorkommnisse um den Feldverweis am ersten Spieltag neu aufgearbeitet und die Strafe jetzt dem tatsächlich vom Platz gestellten Spieler zugeordnet. Weil er zudem ohne bestehendes Teilnahmerecht und am vierten Spieltag trotz bestehender Vorsperre in Aktion war, sprachen die Sportrichter eine lange Sperre von insgesamt neun Monaten aus.

Zwei unmittelbar mit dem Spielbetrieb befasste Vereinsfunktionäre wurden zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem das Sportgericht davon ausging, dass in einem Fall der betreffende Spieler am vierten Spieltag eingesetzt wurde, obwohl in seiner Sache noch keine sportgerichtliche Entscheidung vorgelegen hatte und am ersten Spieltag der nicht teilnahmeberechtigte Spieler unter einem falschen Namen zum Einsatz gekommen war. Nachdem der dafür Verantwortliche auch in die zurückliegenden Manipulationen im vergangenen Spieljahr – damals wurde in drei Begegnungen ein gesperrter Spieler  unter verschiedenen falschen Namen eingesetzt –  involviert war, sah es das Sportgericht angezeigt, ihm darüber hinaus die vorübergehende Ausübung einer Vereinstätigkeit abzusprechen. Er wird seinem Verein in der laufenden Saison nicht helfen können.

Für den Bezirksvorsitzenden Kocher-Rems ist die Entscheidung gerecht: „Bereits im April/Mai 2016 durfte die Mannschaft des AS Stella Italia Schwäbisch Gmünd vorübergehend an drei Spieltagen nicht  am Spielbetrieb teilnehmen. Aufgrund der erneuten gravierenden Unregelmäßigkeiten war jetzt eine deutliche Vereinssperre (vier Monate) auszusprechen. Damit wäre der Spielbetrieb in der Vorrunde für den Verein beendet.“ Die Entscheidungen seien bislang noch nicht rechtskräftig.

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